
Nach einführenden Worten des Vorsitzenden des Arbeitskreises Viroflay, Jürgen Vogt, erinnerte dieser an das Wirken Franz Stocks und dessen Bedeutung für die deutsch-französische Verständigung. In seiner Ansprache ging Vogt auf Stocks Einsatz für Menschlichkeit und Versöhnung ein und stellte dessen bleibende Wirkung für das europäische Miteinander heraus.
Bürgermeister Tobias Meyer ergänzte in seinem Grußwort, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit sei, internationale Freundschaften und Partnerschaften bewusst zu pflegen und aktiv zu leben. Die Partnerschaft mit Viroflay sei ein sichtbares Zeichen für gelebte Verständigung und stehe im Sinne des Einsatzesvon Abbé Franz Stock. Diakon Paul Nowicki schloss sich mit einem geistlichen Impuls an und erinnerte an die bleibende Bedeutung seines Lebens und Handelns.
Im Rahmen der Gedenkstunde wurde die neu gestaltete Gedenktafel vor der Galluskirche offiziell angebracht, nachdem die vorherige Tafel im Vorjahr entwendet wurde. Mit der neuen Ausführung soll die Erinnerung an Abbé Franz Stock auch künftig dauerhaft präsent bleiben.

Franz Stock war während des Zweiten Weltkriegs als Seelsorger in Frankreich tätig, unter anderem in der Hinrichtungsstätte Mont Valérien. Er begleitete zahlreiche Gefangene in ihren letzten Stunden und setzte sich unermüdlich für Menschlichkeit und Versöhnung ein. Die Franzosen nannten ihn den „Erzengel in der Hölle“. Stock verstarb am 24. Februar 1948 im Alter von 44 Jahren in Paris und gilt bis heute als Wegbereiter des europäischen Friedens.
Im Zusammenhang mit der Partnerschaft zwischen Haßloch und der französischen Stadt Viroflay, deren 65-jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird, wurde bereits 2002 in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Viroflay und der Pfarrgemeinde eine Gedenktafel vor der Galluskirche errichtet.
Im Anschluss an die Gedenkstunde bestand bei einem kleinen Austausch mit Croissants und Kaffee Gelegenheit zum persönlichen Gespräch.
Für den Herbst ist zudem geplant, die Wanderausstellung „Versöhnung durch Menschlichkeit“ an verschiedenen Orten in Haßloch öffentlich zu zeigen.

