Luca-App im Landkreis Bad Dürkheim und der Stadt Neustadt

Der Landkreis Bad Dürkheim und die Stadt Neustadt sind seit dem 12.04.2021 Modellregion für die Luca-App. Überall, wo zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Kontaktdaten erfasst werden, können diese mithilfe der App digital gespeichert und nur für die Kontaktnachverfolgung bei einem positiven Coronafall vom Gesundheitsamt entschlüsselt werden. Die Kontaktpersonen können so noch schneller ermittelt und kontaktiert werden.

Die Nutzung der App ist für Gastgeber wie Gäste vollkommen kostenlos. „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, die App zu nutzen. Nur, wenn sie viele Menschen nutzen, kann sie auch wirken. Die Bedienung ist sehr einfach und es hilft unserem Gesundheitsamt, wenn sich möglichst viele Menschen beteiligen“, ruft Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld auf.

Gastgeber/Betreiber:

Als Gastgeber oder Betreiber ist die App für jeden interessant, der momentan noch auf anderem Wege Kontaktdaten erfasst. Aber auch wer nicht zur Kontaktdatenerfassung verpflichtet ist, aber seinen Gästen eine zusätzliche Sicherheit bieten möchte, kann die App nutzen. Gastgeber oder Betreiber können zum Beispiel Cafés, Restaurants und Geschäfte sein, oder Veranstaltungen, wenn diese wieder möglich sind. Als Betreiber registriert man sich direkt auf der Homepage www.luca-app.de/locations/ . Es ist kein Kontakt zur Kreisverwaltung oder zum Gesundheitsamt notwendig. Im Zuge der Registrierung sind mehrere Angaben zu machen, das Ausfüllen wird erklärt. Es findet sich auf der genannten Homepage auch eine ausführliche Erläuterung. Das Ergebnis ist ein QR-Code für den Gastgeber, den die Gäste künftig mit ihrer Luca-App scannen können und sich damit beim Betreiber „einchecken“. Ebenso ist es möglich, dass der Betreiber seine Gäste „eincheckt“, indem er die QR-Codes der Gäste scannt. Beide Varianten sind möglich und es ist dem Betreiber überlassen, wie er vorgehen möchte. Das Scannen funktioniert mit einem QR-Code-Scanner (sollte einer vorhanden sein), aber auch mit jedem Smartphone oder Tablet. Es muss kein zusätzliches Gerät erworben werden. Die Nutzung der App ersetzt die Kontaktlisten, die häufig auf Papier geführt werden.

Der Gastgeber kann die Kontaktdaten der Gäste nicht einsehen. Nur im Falle eines positiven Corona-Falls in der Lokalität wird das Gesundheitsamt beim Betreiber nach dem bei der Registrierung erstellten Schlüssel fragen. Dieser Schlüssel ermöglicht es dem Gesundheitsamt dann zur Kontaktnachverfolgung die entsprechenden Daten zu erhalten.

Gäste/Bürgerinnen und Bürger

Wer als Besucher eines Geschäfts oder Restaurants die Luca-App herunterlädt, hinterlegt in der App einmalig seine Kontaktdaten. Daraus wird ein QR-Code erstellt, der regelmäßig erneuert wird. Geht man in ein Geschäft oder Restaurant, wird dieser aktuelle QR-Code beim Betreten gescannt. Alternativ scannt man mit der App den QR-Code des Gastgebers. Beim Verlassen der Lokalität „checkt“ man wieder aus. In der App wird verschlüsselt hinterlegt, wie lange und mit welchen anderen Personen man sich vor Ort aufgehalten hat. Diese Daten können vom Gesundheitsamt im Falle eines positiven Coronatests ausgelesen werden, um die Kontaktpersonen zu benachrichtigen. Auch private Treffen können in der App festgehalten werden. Die Daten von privaten Treffen sind persönlich: Sie dienen als Gedächtnisstütze und werden nicht digital mit dem Gesundheitsamt geteilt. Im Falle einer Infektion hat man sie aber dank der App schnell zur Hand und kann seine Kontakte dem Gesundheitsamt mitteilen.  

Um die App als Gast zu nutzen, braucht man nicht unbedingt ein Smartphone. Beteiligte Betriebe können Gäste auch manuell erfassen: Gäste tragen sich vor Ort in die Luca-App ein. Auch diese Daten werden verschlüsselt und können vom Betreiber nicht eingesehen werden. Ab Ende April sollen außerdem Schlüsselanhänger verfügbar sein, die zum schnellen Einchecken dienen. Und es ist möglich, Luca auch webbasiert zu nutzen über die Homepage, falls man ein Smartphone hat, aber keine App installieren möchte. Den eigenen QR-Code auszudrucken und auf Papier zum Einscannen mitzubringen, funktioniert allerdings nicht: Er wird zur höheren Sicherheit regelmäßig neu generiert.

Gesundheitsamt

Wird dem Gesundheitsamt ein positiver Coronafall gemeldet, wird es die betroffene Person kontaktieren. Hat die Person die Luca-App, kann sie mithilfe einer TAN ihre Historie an das Gesundheitsamt freigeben: So kann das Amt sehen, wo sich die Person die vergangenen Tage aufgehalten hat. Betroffene Veranstaltungsorte werden vom Gesundheitsamt kontaktiert und aufgefordert, die zeitlich relevanten Check-ins über das Luca-System freizugeben. Daraufhin werden die Check-ins vom Gesundheitsamt entschlüsselt. Betroffene Kontaktpersonen können dann informiert werden: Im Idealfall schnell und einfach über die App. Da die Kontaktdaten hinterlegt sind, können Personen aber auch zusätzlich angerufen werden.

„Für uns werden mithilfe der App die Abläufe vereinfacht und beschleunigt. Wenn die App verbreitet ist, erhalten wir mit einem Klick, wo sich eine infizierte Person aufgehalten hat und von den betroffenen Orten wiederum mit einem Klick die Kontaktpersonen. Bisher erfolgen diese Abfragen telefonisch. Das funktioniert auch sehr gut, kostet aber Zeit“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamts, Silke Basenach. „Tritt keine Infektion auf und werden die Daten nicht explizit für uns freigegeben, können auch wir sie nicht einsehen. Wir erhalten keine Daten, die wir nicht ansonsten im Falle einer Infektion auch bekommen würden – nur mithilfe der App wird es schneller und einfacher“, versichert sie.

„Es ist sicher noch nicht alles perfekt“, sagt Landrat Ihlenfeld und bezieht sich auf Bedenken, die gegenüber der App geäußert werden. „Aber dafür sind Tests da: um Fehler zu finden und zu beseitigen. Ich verlasse mich darauf, dass das Land Rheinland-Pfalz diese App bewusst ausgewählt hat und Verbesserungen prüft. Wir sind froh, Modellregion zu sein und diese App testen zu können. Für Gastgeber wie Gäste ist es eine enorme Erleichterung und erspart die Zettelwirtschaft. Und durch die Schnittstellen zur Software in unserem Gesundheitsamt kann hier schneller reagiert werden, wenn Coronafälle auftreten. Richtig testen lässt sich die Funktion der App aber nur, wenn viele daran teilnehmen. Machen Sie mit.“

Luca-App auch bei der Gemeindeverwaltung im Einsatz

Auch die Gemeinde Haßloch nutzt die Luca-App und setzt sie beispielsweise im Bürgerbüro, im Rathaus, in der Gemeindebücherei sowie in der Tourist-Information ein. Über einen QR-Code im Eingangsbereich kann man sich über die App unkompliziert und schnell einchecken sowie nach Verlassen der jeweiligen Einrichtung wieder auschecken. Auf diesem Weg weiß die App, wann man sich wo und wie lange aufgehalten hat und kann diese Informationen im Fall eines positiven Corona-Tests für das Gesundheitsamt freigeben.

Auch bei Ausschuss- oder Gemeinderatssitzungen in Präsenz ist der Einsatz der Luca-App denkbar. Bisher hatten Gäste und Besucher stets ein Klemmbrett mit einem Kontaktbogen auf ihrem Platz liegen, den es auszufüllen galt. „Mit Nutzung der App fällt dieses Prozedere weg, wenngleich natürlich weiterhin Klemmbrett und Kontaktbogen bereitgehalten werden für alle, die die App nicht nutzen“, so Bürgermeister Tobias Meyer.

Weitere Informationen: www.luca-app.de

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