Gemeinde startet Investoren-Wettbewerb
Städtebauliche Missstände im Zentrum sollen behoben werden - Verwaltung sichert Unterstützung zu
Die Gemeindeverwaltung startet ein Qualifizierungsverfahren für die Nutzung der Grundstücke Heyd. Eigentümer Hans Heyd hatte bereits in der Vergangenheit seine Bereitschaft zum Verkauf signalisiert. Durch Investoren sollen städtebauliche Missstände behoben werden.
„Die Sanierung und künftige Nutzung des früheren Kaufhauses und seiner Grundstücke ist weiterhin ein wichtiges Anliegen der Gemeindeverwaltung", sagte Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ. Darum starte die Gemeinde jetzt ein so genanntes Qualifizierungsverfahren für Investoren.
Der Bau-, Verkehrs- und Entwicklungsausschuss (BVE) hat in seiner Sitzung am 7. September der Durchführung eines solchen Verfahrens zugestimmt. Laut Ihlenfeld soll in einem ersten Schritt umgehend eine Ausschreibungsanzeige in verschiedenen Medien der Metropolregion Rhein-Neckar, dem Rhein-Main-Gebiet, der Westpfalz sowie dem Raum Karlsruhe veröffentlicht werden.
Für städtebauliche Planungen (Ausschreibung für Investoren, Nutzungskonzept, Bebauungsplan), Erstattung von Abbruchkosten für vorhandene Bausubstanz sollen „Sanierungsmittel zweckgebunden eingesetzt werden", so der Bürgermeister. Im Programmjahr 2006 sind dies 308.000 Euro. Dabei geht es um die Bausubstanz sowohl südlich als auch nördlich der Langgasse und Modernisierungs- und Instandsetzungszuschuss für das straßenseitige Gebäude Langgasse 72.
Ihlenfeld wies darauf hin, dass für die Heyd"schen Grundstücke im Blockbereich „südlich der Langgasse und westlich der Kirchgasse seit längerem dringender Handlungsbedarf" bestehe. Die Gebäude stünden seit längerem leer und seien größtenteils nicht erhaltenswert. Vor diesem Hintergrund gab es vor einigen Jahren bei der Gemeinde Überlegungen, die Grundstücke zu kaufen. Für den Erwerb waren 2004 aus dem Sanierungsprogramm entsprechende Mittel eingestellt worden. „Die bisherigen Überlegungen und Bemühungen der Gemeinde, ein realisierbares und wirtschaftliches Nutzungskonzept zu erhalten, haben jedoch zu keinem Ergebnis geführt", so der Bürgermeister. Deshalb habe die Gemeinde die Sanierungsziele im Programmjahr 2006 für diesen Teilbereich neu definiert. Die Beseitigung städtebaulicher Missstände soll nun durch die Mobilisierung des brachliegenden Grundstücks erreicht werden.
Für Investoren und die Durchführung von Maßnahmen, ausschließlich zur Vorbereitung von Investitionen, sichert die Gemeinde inhaltliche und finanzielle Unterstützung zu. „Wir hoffen über das Qualifizierungsverfahren nicht nur gute städtebauliche Ideen für das zentrale Objekt zu erhalten, sondern darüber hinaus auch einen Investor zu gewinnen", so der Bürgermeister. Das Verfahren sei auch im Rahmen des Kommunalmarketings der Gemeinde Thema gewesen.
Die Gemeinde sieht ein zweistufiges Qualifizierungsverfahren für Investoren vor. Auf Wunsch erhalten Interessenten die erforderlich Unterlagen und können sich mit entsprechenden Referenzen um eine Teilnahme bewerben.
Die Gemeinde wählt unter qualitativen Entscheidungskriterien maximal fünf Bewerber aus, die umsetzbare Ideen für das Vorhaben anbieten. Konkrete Realisierungsabsichten und die Finanzierung ist dabei nachzuweisen. Nach der Entscheidung in den gemeindlichen Gremien zugunsten eines Investors erhält dieser die Möglichkeit, die Grundstücke direkt vom derzeitigen Eigentümer zu erwerben. Danach, so Ihlenfeld, sei der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags vorgesehen, um das Vorhaben umzusetzen. Bis Ende Januar 2007 rechnet die Gemeinde mit einem entsprechenden Abschluss.












