Besuch in Philippsburg
„Ein Modell aus der Geschichte verbindet..................."
unter diesem Motto besuchte eine 18-köpfige Delegation auf Einladung die Stadt Philippsburg. Mitglieder des Gemeinderates, des Freundeskreises Viroflay, des Partnerschaftsbeirates und der Verwaltung erfuhren interessante Details über die geschichtsträchtige Stadt über dem Rhein. Anlass dieser Verbindung ist unsere französische Partnerstadt Viroflay. Dies ergab sich folgendermaßen
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts befahl Ludwig XIV., Modelle aller Festungsanlagen, darunter auch die von Philippsburg, im Maßstab von 1: 600 anzufertigen. Philippsburg galt bis zum Jahre 1799 als gewaltige, uneinnehmbare Festung. Französische Revolutionstruppen zerstörten sie aber in diesem Revolutionsjahr.
Die Sammlung der Festungsmodelle wurde im Hôtel des Invalides in Paris untergebracht, wo sie sich heute noch befindet.
Leider konnte dieses Originalmodell der Festung nie nach Philippsburg verbracht werden. Erst als durch die Vermittlung des damaligen zweiten Vorsitzenden des Heimatvereins, Hugo Wunsch, ehemaliger Berufssoldat und Mitglied bei der Reservistenkameradschaft Haßloch, eine Delegation hoher französischer Offiziere, darunter General a.D. Lebrun, Philippsburg besuchte, kam Bewegung in die Geschichte. Zur Erinnerung, Monsieur Lebrun ist der Vater des heutigen Bürgermeisters unserer französischen Partnerstadt Viroflay.
Unter den Besuchern war auch das Ehepaar Duval, dessen Sohn im Atelier Martin-Himmler beschäftigt war. Otto Freudenberger, der verstorbene ehemalige Vorsitzende des Verbandes der Heimkehrer Deutschlands, vermittelte diese Begegnung. Monsieur Lebrun versprach, sich für die Schaffung einer Kopie einzusetzen. Angefertigt wurde diese Kopie schlussendlich im Atelier von Madame Michele Martin-Himmler, der Schwester des langjährigen Viroflayer Bürgermeisters, Gerard Martin, durch J. Duval. Auch Madame Martin-Himmler war schon öfters hier in Haßloch zu Gast.
Dieses Modell steht nun als Exponat Nr. 1 im neuen Philippsburger Rathaus. Aus diesem Grunde lud der dortige Bürgermeister, Stefan Martus, Bürger der Gemeinde Haßloch nach Philippsburg zu einer Besichtigung ein.
Er begrüßte die Gäste im wunderschönen, hellen „gläsernen" Sitzungssaal und gab einen
Überblick über seine Stadt. Hugo Wunsch und Ekkehard Zimmermann, beide sehr engagierte und idealistische Historiker, referierten über die wechselvolle und oft erbarmungslose Vergangenheit der Stadt Philippsburg.
Dem schloss sich eine Führung durch das Rathaus mit Besichtigung des berühmten Modells an. Der Gang durch die Altstadt mit Besuch der Katholischen Pfarrkirche St. Maria, dem Ile-de-Ré-Platz und der 1909 erbauten Jugendstilfesthalle, die in unserer näheren Umgebung ihresgleichen sucht, waren absolut sehenswert. Auch die Gemälde an den Häuserwänden über die wechselvolle Vergangenheit der Stadt fanden großen Beifall.
Bei einem gemütlichen Beisammensein im „Löwenbräukeller" sprach Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld eine Einladung für Philippsburger Bürger nach Haßloch aus.