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Die Reden des Bürgermeisters 2005


"Jubiläum 5 Jahre Partnerschaft mit Wolczyn":#0316105802

"Begrüßungsansprache zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Herrn Gérard Martin":#1213093347

"Grußwort für den Türkischen Kulturverein Vorderpfalz":#1213093119

Volkstrauertag 2005

Trauerrede Gustav Flott

Rede zur Verabschiedung des Rektors Herrn Wolf

"Rede zur Eröffnung der Sporthalle der Ernst-Reuter-Grundschule":#1213101057

Nachruf General Jean Godde

"Grußwort zum 125jähriges Bestehen der TSG Haßloch":#1213102934

"Grußwort zur Begründung der Deutsch-Polnischen-Schulpartnerschaft HAG":#1213170912

"Grußwort zum 54. Landesmusiktag der NaturFreunde Deutschlands, Landsverband Rheinland-Pfalz":#1213171554

Rede zu 10 Jahre Wertstoffhof

Trauerrede Otto Freudenberger

Rede zum Neujahrsempfang 2005

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Jubiläum "Fünf Jahre Partnerschaft"


Sehr geehrter Marschall Kubat,
sehr geehrter Herr Landrat Rakoczy,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Jan Leszek Wiacek,
liebe Freunde der Partnerschaft Wolczyn-Haßloch,

 

heute auf den Tag genau sind es fünf Jahre, die unsere Partnerschaft zwischen Wolczyn und Haßloch besteht.

Es hat sich vieles verändert in dieser Zeit, in der Politik in Deutschland wie in Polen. Aber auch ganz Europa befindet  sich in einem Umbruch.

Gestern bei der Anreise konnten wir nach unserem Besuch im Mai erneut feststellen, wie viel nach dem EU-Beitritt Polens hier in Bewegung ist.

Wir sind dankbar, dass wir diese Veränderungen gemeinsam als Europäer erleben dürfen.

Wir sind aber auch stolz und dankbar, dass unsere erfolgreiche Partnerschaft auch ein kleiner Beitrag für dieses Zusammenwachsen ist.

Unsere Partnerschaft ist in ihrem Kern jedoch weniger eine politische Partnerschaft als enge, freundschaftliche Verbindung unter Menschen.

Dass wir heute auf eine lange Liste von Freundschaften aber auch von Kontakten als „Hilfe zur Selbsthilfe“ zurückblicken können, daran haben in diesem Maße die beiden Gründungsväter

der frühere BM Wesoly
Wolczyn

und BM a.D. Gebhardt
aus Haßloch

nicht gedacht.

Ihnen beiden, die an der Spitze der Partnerschaftsbewegung standen, gilt heute für ihre Weitsicht unser aller Dank!

Ich danke aber auch seinem Nachfolger, Jan Leszek Wiącek, der mit großer Herzlichkeit und mit großem Interesse weiter an unserer Partnerschaft arbeitet.

Er steht stellvertretend für die große Gastfreundschaft der Bürgerinnen und Bürger von Wolczyn, die wir immer wieder  erfahren haben und die uns zum  ständigen Ausbau der Verbindungen ermuntert.

Die Partnerschaft

Wolczyn – Haßloch

ist eingebunden in die Partnerschaft zwischen den  Landkreisen Kluczbork und Bad Dürkheim.

Vor weit über 5 Jahren kam ursprünglich der Aufruf zu Partnerschaften mit Oberschlesien vom Land Rheinland-Pfalz. Ich danke deshalb allen Verantwortlichen an höherer Stelle für ihren Einsatz für diese Partnerschaft, vor allem

Herrn Landrat Rakoczy,

der an unseren Begegnungen fast immer Anteil nimmt.

Sie sehen an diesem Beispiel sehr deutlich, dass nicht alles, was uns als Kommune von oben ereilt, schlecht sein muss.

Wir haben von Haßloch aus verfolgt, wie in den letzten Jahren in Wolczyn vieles aufgebaut werden konnte.

Vor allem den Bau des Gymnasiums bewundern wir.

Vielleicht ist es sogar das Wichtigste in unserer Partnerschaft, dass zwischen Jugendlichen aus Wolczyn und Haßloch enge Verbindungen bestehen.

Ich nenne sowohl die Kontakte und den Austausch zwischen der

Sophie-Scholl-Realschule in Haßloch und
dem Gymnasium Wolczyn

als auch die in diesem Jahr entstandene Schulpartnerschaft zwischen  dem

Hannah-Arendt-Gymnasium Haßloch
und Einrichtungen (Lyzeum)
in Kluczborg und Byczyna.

Teil der Festveranstaltung in Haßloch war eine pantomimische Darstellung von Schülern der Theatergruppe.

Das Spiel zeigte eindrucksvoll, wie die Sprachbarriere zwischen Polen und Deutschen überwunden werden kann.

Ein hohes Ziel für die Zukunft bleibt es aber, tatsächlich die Sprache des anderen zu erlernen. – Wichtig für uns Deutsche ist es, dass wir uns auch den slawischen Sprachen öffnen neben Englisch, der offiziellen Sprache der EU.

Auch die polnische Geschichte ist uns zu wenig bewusst und muss stärker an unseren Schulen vermittelt werden

- damit junge Menschen unserer beider Vergangenheit ihre gemeinsamen Wurzeln verstehen.

- Es waren polnische Studenten die 1832 für die Demokratie eintretend auf das Hambacher Schloss, ganz in der Nähe von Haßloch, gezogen sind. Dort wurde erstmals die schwarz-rot-goldene Fahne gehisst.

Für Schüler ist es wichtig.

Wir sind dankbar, dass gerade hier in Oberschlesien heute – 60 Jahre nach Kriegsende – die deutsche und polnische Geschichte – ich wage dies so zu formulieren – akzeptiert und versöhnt nebeneinander stehen.

Wir freuen uns, dass wir aber auch unsere weiteren Partnerstädte – Viroflay in Frankreich, Gebesee in Thüringen und Silifke in der Türkei – in die Freundschaft mit Wolczyn mit einbeziehen können und hoffen, gerade dies im Sinne eines europäischen Dialoges noch auszubauen!


Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Partnerschaft hat im Jahr 2003 eine Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz erhalten und wurde als besonders bürgernahe Partnerschaft herausgestellt. Die vielfältigen Aktivitäten der einzelnen Gruppen, erfreulicherweise aller Generationen, möchte ich in diesem Zusammenhang nicht aufzählen. Die Aufzählung wäre sicher unvollständig, um dabei auch keine Gruppierung zu vergessen. Ich brauche dies auch nicht, denn wir haben dies sehr interessant zum Nachlesen in Polnisch und in Deutsch mit dieser Broschüre, die auch viele Bilder enthält, mitgebracht.

Für die umfangreiche Vorbereitung bis in die letzten Tage, möchte ich vor allem unserem Vorsitzenden des Partnerschaftsbeirates

Herrn Manfred Letzelter
mit seinem Team

danken!


Ich möchte aber auch allen an der Festschrift Beteiligten in Wolczyn wie in Haßloch sehr herzlich danken. Wer die vielen Beiträge sieht merkt schnell

„Unsere Partnerschaft steht auf festen Beinen
und wird eine gute Zukunft haben!“

 

Vielen Dank!

 

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Begrüßungsansprache zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Herrn Gérard Martin

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Ehrungen finden statt, wenn Gott seinen liebenswürdigen Tag hat!“ Einen solchen besonderen Tag haben wir heute.

Ich freue mich sehr, dass ich anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an den langjährigen Bürgermeister unserer Partnerstadt Viroflay und Freund Gérard Martin, Sie alle so zahlreich begrüßen darf.

An erster Stelle begrüße ich den zu Ehrenden und seine Gattin Jaqueline Martin und die Delegation aus Viroflay, unter Leitung des neuen Bürgermeisters Olivier Lebrun.

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ist aber auch ein Anlass für unsre politischen Repräsentanten über die Grenzen Haßlochs hinaus, heute anwesend zu sein.

Ich begrüße Herrn Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler sowie die Landtagsabgeordneten Brigitte Hayn und Hildrun Siegrist.

In Vertretung der Landrätin ist Herr 1. Kreisbeigeordneter Erhard Freunscht zu uns kommen.

Seitens der Gemeinde Haßloch begrüße ich unseren bisher einzigen Ehrenbürger Herrn Altbürgermeister Kurt Flockert, der eine lange Wegstrecke gemeinsam mit Gérard Martin gegangen ist.

Es freut mich sehr, zu der heutigen Feierstunde auch meinen Vorgänger im Amt des Bürgermeisters Herrn Hanns-Uwe Gebhardt mit seiner Frau Brigitte Gohlke-Gebhardt begrüßen zu können. Auch Hanns-Uwe Gebhardt hat die Geschicke unserer Partnerschaft 18 Jahre gemeinsam mit Gérard Martin gelenkt.

Von Amts wegen, aber auch als persönlicher Freund ist er der geborene Laudator. Ich danke ihm, dass er den Part des Festredners übernommen hat. Er wird uns viel über Gérard Martin und seine Verdienste zu sagen haben.

Ich begrüße schließlich die Träger der Goldenen Verdienstmedaille unserer Gemeinde, Gemeinderäte, die Beigeordneten unserer Gemeinde und Repräsentanten verschiedener Einrichtungen.

Ein Willkommensgruß gilt schließlich Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger von Haßloch, die Sie mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung der heutigen Ehrung unterstreichen.

Lieber Gérard, du siehst, über Parteigrenzen und über Amtszeiten hinweg sind alle gekommen, die in Haßloch Rang und Namen haben.

„Ehrungen finden statt, wenn Gott einen liebenswürdigen Tag hat!“

Dieser Satz sagt Mehreres aus.

Zum Ersten: Es ist ein Glück geehrt zu werden.

Die Übertragung der Ehrenbürgerschaft will Leistungen würdigen, sie ist aber auch eine Anerkennung der Persönlichkeit.

Ich weiß Gérard, dies alles was wir heute tun und sagen, erfüllt dich auch ein wenig mit Unbehagen. Du denkst, es ist „z u v i e l“.

Unser Gemeinderat und der Partnerschaftsbeirat, der den Vorschlag zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft unterbreitet hat, waren da anderer Meinung.

Der Gemeinderat hat sich einhellig und einstimmig für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ausgesprochen.

Wir alle sind in unserem Handeln von der Vorstellung beseelt, etwas Richtiges oder Gutes zu tun, entweder für uns selbst, für uns nahestehende Menschen oder für die Allgemeinheit. Gerade in letzterem Falle handeln wir in den wenigsten Fällen altruistisch, sondern wir brauchen von unseren Mitmenschen eine Rückkopplung und Wertschätzung. Die persönliche Anerkennung ist ein Zweck der Ehrung. Wir wollen Dir, lieber Gérard, ein Zeichen und damit ein Glücksgefühl setzen, in unserer Freundschaft zwischen Haßloch und Viroflay und zwischen Deutschland und Frankreich ein großes Werk vollbracht zu haben.

Der Satz „Ehrungen finden statt, wenn Gott einen liebenswürdigen Tag hat“, macht aber zum Zweiten auch deutlich, dass Ehrungen nicht immer etwas Planmäßiges sind und damit auch nicht einforderbar. Sehr oft handeln Menschen, vor allem im sozialen Bereich, selbstlos, auch ohne dass dies eine große Anerkennung und Würdigung findet.

Wir handeln nicht um geehrt zu werden - dies wäre zu vordergründig gedacht - sondern wir handeln, weil wir von der Richtigkeit des Handelns überzeugt sind. Ehrungen sind eine Anerkennung. Sie sind nicht die Hauptsache, aber eine wichtige Begleiterscheinung.

Gerade im öffentlichen Handeln verstricken wir uns oft in kleinliche Streitereien, was nicht zuletzt die Presse, als zutreffendes Spiegelbild unseres Agierens, auch dokumentiert. Grenzen zwischen Wesentlich und Unwesentlich verschwimmen dabei all zu oft.

Deshalb ist es notwendig, dass wir gerade die wichtigen Dinge auch hervorheben.

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die unsere Gemeinde zu vergeben hat. Wir wollen damit wichtige Leistungen hervorheben, die von ihrer Bedeutung und von ihrer Dauer her, herausragen.

Die Geschichte unserer fast 45-jährigen Freundschaft zu Viroflay ist eine solche herausragende Leistung. Sie wurde auf vielen Schultern getragen, Gérard Martin hat jedoch an dem Gelingen dieser Partnerschaft von Anfang an und schließlich seit 1971 als Bürgermeister von Viroflay wesentlichen Anteil. Als ein der Geschichte verpflichteter Mensch ist ihm die deutsch-französische Freundschaft ein zentrales persönliches Anliegen. In seinem Brief anlässlich seines Ausscheidens aus dem Amt des Bürgermeisters an den Haßlocher Gemeinderat formulierte er:

Zitat:

Der Traum einer Freundschaft mit den Franzosen bei Goethe, Schiller und Heine fand nicht die gewünschte Fortsetzung wegen Napoleons kriegerischem Handeln. Die Völkerschlacht bei Leipzig (1813) und der Wiener Vertrag (1815) sollten für eine Lange Zeit das deutsche Denken vom französischen Denken entfernen. Deshalb konnte die Annäherung zwischen unseren beiden Kulturen nicht vor der Weimarer Republik statt finden. Eine Annäherung, die von der nicht hinnehmbaren Hitlerdiktatur unterbrochen wurde, die aber glücklicherweise in den 60er Jahren von zwei wertvollen und friedliebenden Männern wieder aufgenommen wurde, von Kanzler K. Adenauer und General de Gaulle. Sie verstehen wohl, dass unser Handeln in diese Richtung geht, d.h. in Richtung Aufbau Europas durch Verhandlung und Freundschaft, und so handeln wir seit 45 Jahren in Viroflay und Haßloch.

Die Gemeinde Haßloch sieht in der heutigen Ehrung auch die Verpflichtung, das Werk Gérard Martins in unserer Partnerschaft fortzuführen. Gérard Martin wird uns dabei als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Viroflay erhalten bleiben.

Ich wünsche der heutigen Veranstaltung einen guten Verlauf. Mein Dank gilt schon an dieser Stelle auch der Haßlocher Musikschule, die diese Feier stilgerecht mit Werken französischer Komponisten umrahmt und allen Helfern der Gemeindeverwaltung, die diese Veranstaltung vorbereitet haben Nach der Feierstunde sind sie alle herzlich zu einem Imbiss und gemütlichem Beisammensein auch mit unseren französischen Freunden eingeladen.

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Grußwort für den Türkischen Kulturverein Vorderpfalz

Sehr geehrter Herr Generalkonsul, sehr geehrte Festgäste, liebe Freunde des Türkischen Kulturvereins Vorderpfalz,

Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Dieser Satz stammt vom Begründer des Deutschen Bildungswesens Wilhelm von Humboldt und ist heute so zutreffend wie vor 150 Jahren.

Genau um diese menschlichen Verbindungen ging es den Begründern des Türkischen Kulturvereins Vorderpfalz vor 10 Jahren. Für Faruk Özdüzenciler und seine Mitstreiter war der Aufbau dieses Vereins ein wichtiger Schritt zur Verständigung und zum Miteinander zwischen den türkischen und deutschen Bürgerinnen und Bürgern in unserer Region.

Es ging zum einen darum, Ängste und Vorurteile abzubauen; es ging aber auch darum, die Verständigung zwischen den Menschen beider Nationen in unserer Region zu fördern.

Dieses hohe Ziel, unterschiedliche Kulturen, Religionen und Weltanschauungen zusammenzuführen, wurde bis heute in vielen Bereichen erreicht. Die Tatsache, dass heute über 700 Menschen hierher gekommen sind und hochrangige Vertreter der türkischen wie der deutschen Seite hier vertreten sind, bestärkt mich in dieser Feststellung.

Als Bürgermeister der Gemeinde Haßloch freut es mich besonders, dass der türkische Kulturverein unsere Gemeinde für diese Feier ausgewählt hat. Der Türkische Kulturverein mit seinen Angeboten, Kursen und Kulturveranstaltungen gehört in unserem Veranstaltungsspektrum mit dazu und hat in Haßloch stets eine große Resonanz gefunden.

Für dieses Engagement und die gute Zusammenarbeit möchte ich an dieser Stelle den Verantwortlichen des Kulturvereins meinen herzlichen Dank aussprechen. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen ehrenamtlich in den Dienst einer so guten Sache stellen.

Wenn ich auf das 10-jährige Bestehen des Türkischen Kulturvereins eingehe, so ist es wichtig, dass ich dabei auch die aus der Begeisterung für diesen Verein heraus entstandenen Partnerschaften zwischen Kommunen in der Region und türkischen Städte erwähne. Die Partnerschaften zwischen Neustadt und Mersin sowie zwischen Haßloch und Silifke sind zu Erfolgsstorys geworden. Im vergangenen Jahr konnten wir hier in Haßloch das 5-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Silifke feiern und mit einer umfangreichen und interessanten Broschüre dokumentieren. Das Entstehen dieser Partnerschaft ist ein großer Verdienst des Türkischen Kulturvereins.

Ich freue mich ganz besonders, dass ich heute neben vielen hochrangigen Vertretern vor allem meinen Amtskollegen und Freund Bürgermeister Bayram Ali Öngel aus Silifke und seinen Kultur- und Partnerschaftsbeauftragten Lütfü Ugur in Haßloch begrüßen darf. Wir erinnern uns gemeinsam an viele herzliche Begegnungen und sind sehr glücklich darüber, dass diese Partnerschaft gerade von vielen jungen Menschen und Schulen in Silifke und Haßloch getragen wird.

Ich bin sicher, dass die Verbindungen auch in Zukunft Bestand haben und ausgebaut werden können.

Wenn man etwas erreicht hat ist es wichtig, den Erfolg auch zu feiern. In diesem Sinne wünsche ich uns allen heute gute Gespräche und Begegnungen im Zeichen der deutsch/türkischen Freundschaft!

Vielen Dank.

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Rede zum Volkstrauertag, 13. November 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde aus Viroflay,

liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde Haßloch!

Am Volkstrauertag gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Wir erinnern uns an Hass und Zerstörung durch menschliches Handeln, vor allem an das Leid, das die beiden Weltkriege mit vielen Millionen Toten gebracht haben. Unsere Aufgabe ist es, der Geschichte, vor allem der Deutschen Geschichte, in die Augen zu sehen, die Erinnerung an die Opfer wach zu halten und zu versuchen, Lehren aus ihr zu ziehen.

Das Jahr 2005 ist ein besonderes Jahr, denn das Ende des Zweiten Weltkrieges jährte sich in diesem Jahr zum 60. Mal. An das Kriegsende wurde in den zurückliegenden Monaten in vielfältiger Form erinnert.

Die Medien haben sich ausführlich in Wort und Bild mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges und mit der menschenverachtenden Herrschaft des Nationalsozialismus befasst. Sie haben an die Ereignisse erinnert, sie haben das Thema Krieg und Gewaltherrschaft aber auch vermarktet. Zeitungen, Magazine und Fernsehprogramme waren gefüllt mit Beiträgen über die Angriffe der Deutschen, die Ostvertreibung, die Zerstörung der Städte in den letzten Kriegsmonaten, die Konzentrationslager oder die zweifelhaften Nazi-Größen.

Die Dokumente sind auf der einen Seite bedrückend, sie werden aber immer mehr zu Zeugnissen der Vergangenheit. Der Kreis der Menschen, die selbst den Zweiten Weltkrieg als Kriegsteilnehmer, als Angehörige von Opfern oder als Bürger erlebt haben wird kleiner. Für die nachgeborenen Generationen, die

heute in Politik und Gesellschaft in Verantwortung stehen und lange nach dem Kriegsende geboren wurden, werden die Ereignisse immer deutlicher zur Geschichte und verlieren ihre Schrecken.

Dieses Phänomen ist für uns als Individuen und als Nation notwendig und befreiend im Sinne einer Verarbeitung der Geschehnisse, es macht jedoch auch die Mahnung: „Nie wieder Krieg!“

wichtiger als in der Vergangenheit.

Der Umbruch mit dem allmählichen Wegfall der Teilnehmer und Zeugen des Zweiten Weltkrieges wird auch uns in Haßloch bei der traditionellen Feier hier auf diesem Friedhof bewusst.

In diesem Jahr sind in kurzem zeitlichen Abstand zwei Wegbereiter unserer Freundschaft mit Viroflay, deren zentrales persönliches Anliegen die Versöhnung der ehemaligen Kriegsgegner war, von uns gegangen.

Im April verstarb im Alter von 87 Jahren Otto Freudenberger, der seit 1951 Vorsitzender des Ortsverbandes der Heimkehrer in Haßloch war.

Ihm folgte wenige Wochen später fast gleichaltrig General Jean Godde aus Viroflay, der 1984 gemeinsam mit ehemaligen Frontkämpfern und Deportierten unserer Partnergemeinde die „Groupe Entente“ gründete.

Unvergessen ist die Begegnung ehemaliger Kriegsteilnehmer aus Haßloch und Viroflay am 23. März 1985 in Verdun. Mit dem symbolischen gemeinsamen Zeichen der Erinnerung an die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges wurde ein Freundschaftsbund ehemaliger Kriegsgegner besiegelt, der bis heute den Wunsch nach Frieden und Versöhnung durch die gemeinsamen Treffen in Viroflay und Haßloch bekräftigt. 1997 hielt General Godde zum letzten Mal am Volkstrauertag in Haßloch eine Gedenkrede. Ihm folgte General Jean (Claude) Lebrun nach, der heute ebenfalls zum letzten Mal in dieser gemeinsamen Tradition zu uns sprechen wird.

Wir werden die Freundschaft und die Erinnerung an die Opfer der Kriege in Deutschland und in Frankreich im Sinne unserer Vorbilder Jean Godde und Otto Freudenberger fortführen, doch wir können heute auch mit Genugtuung feststellen, dass der Auftrag dieser beiden Männer - die Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen – auf der Ebene unserer Partnerschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern von Haßloch und Viroflay, aber auch zwischen den Nationen Deutschland und Frankreich erreicht wurde.

Welchen Auftrag, welche Aufgabe haben wir heute als Menschen nachfolgender Generationen und als junge Menschen?

Die Notwendigkeit der Erinnerung und der Reflektion an unsere Geschichte bleibt. Es bleibt auch die Notwendigkeit dies bewusst in Gedenkfeiern, wie dem Volkstrauertrag, zu tun. Wir müssen uns dabei nicht nur immer wieder die unvorstellbaren Wirkungen des Krieges verdeutlichen, sondern wir müssen uns auch immer wieder Werte bewusst machen, die wir uns selbst aus den Erfahrungen der Geschichte gesetzt haben. Aus der Vergangenheit lernen bedeutet Verantwortung für die Erhaltung des Friedens zu übernehmen.

Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben Wertentscheidungen getroffen, die insbesondere als Reaktion auf die Erfahrungen aus Krieg, Weimarer Republik und Nationalsozialismus zu verstehen sind. Das Grundgesetz sieht die Würde des Menschen als obersten Wert an und bekennt sich zu den Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft. Das Grundgesetz formuliert außerdem die verfassungsrechtlichen Grundprinzipien, zu denen insbesondere die Demokratie und das Rechtsstaatprinzip zählen. Schließlich enthält unsere Verfassung ein Friedensgebot und eine verfassungsrechtliche Grundentscheidung für eine Europäische Einigung. Die genannten Grundentscheidungen sind zudem der Disposition des verfassungsändernden Gesetzgebers entzogen und mit einer Ewigkeitsklausel versehen worden.

Wie wichtig Grundrechte und demokratische Prinzipien sind, machen uns aktuelle Ereignisse bewusst.

Mit Besorgnis blicken wir auf Unruhen in den Städten Frankreichs, die auch auf unser Land überzugreifen drohen. Wir sehen aber auch in unserem Land eine Staatsspitze, an der es nicht mehr von den großen Volksparteien getragenen Richtungsmehrheiten gibt. Sondern wir merken plötzlich, dass extreme Meinungen wieder Gewicht bekommen und eine Regierungsbildung erschweren.

Gerade diese Entwicklungen müssen wir sorgsam im Lichte unserer Vergangenheit beobachten.

Wir brauchen heute mehr denn je Menschen, die uns in schwieriger Zeit ein mutiges Eintreten für unsere Werte, aber auch Toleranz dem Anderen gegenüber vorleben. Wir brauchen Persönlichkeiten, die in der Politik aus diesem Grunde und nicht zur eigenen Verwirklichung eintreten. Jean Godde und Otto Freudenberger haben uns dies unter existenzieller Bedrohungen in ihrer Treue in der Not und ihrem unbedingten Versöhnungswillen vorgelebt. Noch mehr unterstreicht dies Abbe Franz Stock, den wir gemeinsam mit einer Gedenktafel an der St. Galluskirche geehrt haben. Er ist als Seelsorger unbeirrt den Qualen von Gewalt und Gefangenschaft entgegengetreten.

Junge Menschen haben aber auch den Auftrag, dem Krieg und seine Spuren tatsächlich zu überwinden.

Vor zwei Wochen wurde in Dresden die von den verheerenden Bombenangriffen 1945 zerstörte Frauenkirche nach dem Wiederaufbau eingeweiht. Unsere gesamte Republik und darüber hinaus haben Menschen in der ganzen Welt für diesen Wiederaufbau gespendet und an der feierlichen Weihe des faszinierenden Gotteshauses Anteil genommen.

Die weltweite Begeisterung für dieses neu entstandene Symbol des Friedens gibt uns heute die Gewissheit, dass es richtig war, die Kirche wieder aufzubauen und damit eine Wunde zu schließen. Die friedensstiftende Wirkung des neu Entstandenen ist um ein Vielfaches größer als die mahnende Wirkung einer künstlich erhaltenen Ruine. Hier wurde der Krieg tatsächlich überwunden.

Aus Ruinen der Feindschaft ist auch die deutsch-französische Freundschaft und damit die Einigung und das Zusammenwachsen in Europa entstanden. Voller Dankbarkeit blicken wir deshalb gerade heute auch auf unsere seit Jahrzehnten gelebte Freundschaft zu Viroflay. Auch dies ist ein Zeichen der Überwindung, das es fortzuführen gilt.

Die Wunder der Bewältigung von Krieg und Zerstörung bestärken uns - mehr noch als die Erinnerung – in unserer Haltung

„Nie wieder Krieg!“

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Trauerrede Gustav Flott

Totenkreuz

Sehr geehrte, liebe Frau Flott,
sehr geehrte, liebe Familie Flott,
sehr geehrte Angehörige,
sehr geehrte Trauergemeinde,

am Freitag, kurz bevor der Umzug für das Andechser Bierfest mit der Blaskapelle die Langgasse erreichte, ging Gustav Flott im Alter von 85 Jahren von uns.

So unpassend diese ausgelassene Stimmung für Sie, liebe Angehörige, in diesem Moment des unwiederbringlichen Verlustes gewesen sein mag, so sehr hätte es Gustav Flott gefallen, bei diesem Fest in der großen Familie Haßloch mit dabei zu sein.

Gustav Flott war ein Haßlocher durch und durch. Nach Schule und Fotografenlehre verschlug es ihn zunächst, wie viele seiner Generation, in den Kriegsjahren in einer Odyssee nach Afrika und in die Kriegsgefangenschaft nach Amerika. Zurückgekehrt nach Haßloch gründete er 1949 mit der Heirat seiner Frau Toni und der Geburt des Sohnes Wolfgang seine Familie.

Die Meisterprüfung, die Geschäftsübernahme in den 50ziger Jahren und die Neugestaltung seines Geschäftes 1962 folgten als berufliche Stationen. Das Fotogeschäft führte er selbst bis 1985. Es ist ihm und der Familie gelungen mit der Weitergabe an seinen Sohn Wolfgang das Geschäft als Familienbetrieb bis heute zu erhalten. Der Kreis der Familie war seine engere Heimat bis zu seiner Erkrankung Anfang des Jahres und bis zu seinen letzten Stunden.

Neben dieser langen Stetigkeit im beruflichen und im privaten Bereich gab es aber auch eine öffentliche Seite von Gustav Flott im Sport und im Ehrenamt. Die Leichtathletik war seine große Leidenschaft. Seit 1964 fungierte Gustav Flott als Sportabzeichenprüfer. Seine letzte Amtshandlung erfolgte Anfang 2002 im Alter von fast 82 Jahren. Die Sportabzeichenbewegung hat mit ihm in Haßloch großen Aufschwung genommen. Auch er selbst war ein großer Sportler. Sprint und Mehrkampf waren seine bevorzugten Disziplinen. Gustav Flott war selbst einer der schnellsten Sprinter der Pfalz und wurde viermal Deutscher Meister im Fünfkampf. Nach seiner aktiven Zeit folgte das Engagement als Kreissportwart, als Jugendleiter und Trainer bei der TSG und schließlich als Beauftragter des Sportbundes Pfalz für das Deutsche Sportabzeichen, das er selbst 38 mal absolvierte. Legendär war die von ihm schon in den 60iger Jahren eingeführte „Turnstunde für Männer ab 50“. Aus der „Flotten Truppe“ sind viele seit Jahrzehnten bestehende Freundschaften und Verbindungen entstanden.

Für seine herausragenden Leistungen im Bereich des Sports erhielt Gustav Flott 1999 die Goldene Verdienstmedaille der Gemeinde.

Für den geselligen und humorvollen Menschen Gustav Flott war es eine große Freude unter Menschen zu sein und es war eine große Freude für seinen Freundes- und Bekanntenkreis mit IHM zusammen zu sein. In rund 20 Vereinen in Haßloch war er Mitglied und nahm am Leben dieser Vereine regen Anteil. Er stand gerne im Mittelpunkt und war den Menschen zugewandt, war aber im Grunde seines Wesens bescheiden. Die Familie gab ihm die Kraft für seine Zuversicht und Zufriedenheit.

Nicht nur privat mit seiner Frau Toni, sondern – und hier schließt sich der Kreis zum Beruf – auch als Fotograf und Chronist stellte er sich in den Dienst der Vereine und der Gemeinde Haßloch. Wir haben ihm einen großen Bilderfundus über Jahrzehnte entstandener Aufnahmen zu verdanken.

Für die Gemeinde war Gustav Flott vor allem aber auch in der Anfang der 60iger Jahre gegründeten Partnerschaft „Viroflay“ aktiv. Es war ihm ein Anliegen hier seinen Freund, Altbürgermeister Kurt Flockert, zu unterstützen.

Unvergessen seine Radtour nach Viroflay gemeinsam mit Kurt Flockert in den 70iger Jahren.

Seine Teilnahme und seine Aufnahmen bei der jährlichen Begegnung mit unseren Freunden aus Viroflay am Volkstrauertag waren für ihn Ehrensache. An all diesen Aktivitäten nahm Gustav Flott bis zu seiner Erkrankung teil.

Für Sie, liebe Frau Flott und liebe Familie Flott , wie für uns alle hinterlässt Gustav Flott eine schmerzliche Lücke, die wir nicht schließen können. Doch wir erinnern uns dankbar und voller Freude an viele Begebenheiten mit ihm und sind sicher, dass für ihn ein hocherfülltes Leben seine Vollendung fand.

In das Dunkel des Todes leuchtet das Licht der Ewigkeit. In das Dunkel der Trauer leuchtet das Licht der Erinnerung.

Ich darf Ihnen – liebe Frau Flott, sehr verehrte Angehörige – im Namen der Beigeordneten, des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung unsere tiefempfundene Anteilnahme aussprechen.

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Verabschiedung Herr Wolf, Rektor der Kurpfalzschule

Sehr geehrter Herr Wolf,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

nach 24 Jahren als Schulleiter der Kurpfalzschule wechseln Sie nun in den wohlverdienten Ruhestand. Sie verlassen - man kann sagen -"ihre Schule", die Sie in dieser langen Zeit geführt und geprägt haben.

Als ich jetzt ihren beruflichen Werdegang gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass Ihr pädagogisches Wirken schon früh auf Haßloch ausgerichtet war. Bereits von 1975 bis 1978 waren Sie Konrektor der damals neu errichteten Kurpfalzschule, damals noch unter Leitung von Rektor Kreitner. Die anschließende Ehrenrunde zur Vorbereitung auf eine Schulleitungsfunktion am Neustadter Schulzentrum könnte ich unerwähnt lassen, wenn Sie mir damals nicht schon einmal begegnet wären. Ich war 1979/80 als Schülervertreter des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums Mitglied des "Regionalen Schulbuchausschusses". Sie vertraten als Konrektor die Hauptschule im Schulzentrum.

Dieses kleine Beispiel zeigt, wie sich vor allem im Bereich der Schule und ihrem Umfeld Menschen, nachdem Sie Entwicklungen durchlaufen haben, wieder begegnen.

In den Beiträgen in der Presse haben Sie in diesen Tagen eindrucksvoll hervorgehoben, wie viel Ihnen an den Entwicklungen Ihrer Kinder und an solchen Begegnungen liegt. Sie haben Ihre Schule über einen sehr langen Zeitraum sehr erfolgreich geführt und die Ihnen anvertrauten Schüler immer ganzheitlich gesehen. Da ist zum einen die konkrete Unterrichtsstunde, an deren Qualität Ihnen als früherer Hauptseminarleiter gelegen war, aber auch Erziehung und Orientierungshilfen für Ihre Schüler über den Fachunterricht hinaus waren Ihnen immer sehr wichtig.

Sie haben damit bei Schülern, Eltern und Kollegen eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen, die für die Kurpfalzschule wichtig war. Aber auch die Kontinuität Ihrer Arbeit und ihr Gestaltungswillen waren Voraussetzung für viele Erfolge, welche die Kurpfalzschule erzielen konnte.

Als Schulträger erwähne ich die Einführung der Hausaufgabenhilfe und ihre Bereitschaft zur Einrichtung einer Ganztagesschule, aber auch die vorbildliche Kooperation mit dem Jugendzentrum Blaubär in der präventiven Schulsozialarbeit. Als Vorsitzender der Volkshochschule denke ich aber auch an die reibungslose Kooperation bei der Überlassung von Kursräumen und den Computerkabinetts. Ich darf von Herzen Dank sagen für die gute und problemlose Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung.

Dabei waren die Zeiten nicht immer einfach angesichts verschiedener Umbaumaßnahmen und Wiederherstellungsmaßnahmen und den Umzügen von Realschule und Gymnasium. Ohne diesen Einrichtungen zu nahe zu treten muss man sagen: Ohne den ruhenden Pol Erich Wolf hätte dies nicht so geklappt.

Sie haben durch Ihr offenes Wirken dem Lehrerberuf Ehre gemacht, mehr noch: Sie haben in Haßloch wesentlich dazu beigetragen, dass wir hier bis heute über eine intakte dreigliedrige Schullandschaft verfügen. Die Hauptschule ist in Haßloch eben nicht zu einer Restschule geworden, sondern zu einer Einrichtung mit einem eigenständigen Profil und Absolventen, die in vielen Fällen einen bemerkenswerten beruflichen Weg eingeschlagen haben.

Ich darf Ihnen heute den Dank der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates für Ihre segensreiche Tätigkeit als Schulleiter übermitteln. Vor allem spreche ich diesen Dank im Namen des Schuldezernenten der Gemeinde, Herrn 1. Bgo. Hurrle, aus. Sie haben uns in unserem Vertrauen zu keinem Zeitpunkt enttäuscht.

Ich möchte Ihnen diesen Dank vor allem auch im Namen Wir wünschen Ihnen für den Ruhestand alles erdenklich Gute.

**Sehr geehrte Frau Hübner,**

ich darf Ihnen heute sagen, dass unsere Zustimmung zu Ihrer Ernennung als Schulleiterin ein Tagesordnungspunkt in unseren Gremien war, von dem wir noch mehr haben könnten. Die Entscheidung fiel einstimmig und ist uns leicht gefallen, zumal Sie für die Gemeinde in bestem Sinne des Wortes kein unbeschriebenes Blatt waren. Wir wünschen Ihnen eine lange, ebenso erfolgreiche Tätigkeit als Schulleiterin und ein gute Zusammenarbeit!

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Einweihung der Schulturnhalle der Ernst-Reuter-Schule

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

heute ist ein schöner Tag für Haßloch, wir können nicht ohne Stolz die Einweihung der neu errichteten Schulsporthalle der Ernst-Reuter-Schule feiern.

Der Bau der Turnhalle ist der erste Bauabschnitt der Generalsanierung der ERS, die mit einem Gesamtvolumen von rund 6,4 Mio. Euro, dies kann man heute mit einiger Sicherheit sagen, die größte Baumaßnahme in Haßloch in diesem Jahrzehnt darstellt. Wir haben bei der Fertigstellung, was den Kostenrahmen und die zeitliche Realisierung anbelangt, nach der anfänglichen Verzögerung bei den Abrissarbeiten, nach 1 œ Jahren eine Punktlandung geschafft und damit das erste große Etappenziel erreicht. Die Turnhalle wurde bereits nach den Osterferien von den Schülerinnen und Schülern der ERS in Dienst genommen und ich glaube im Namen aller hier Anwesenden sagen zu können, dass wir heute ein in Funktion und Optik sehr ansprechendes Gebäude offiziell seiner Bestimmung übergeben können.

Ich freue mich dass heute - diesem wichtigen Anlass angemessen - eine so große Zahl von Personen an dieser Einweihungsfeier teilnimmt. Mein besonderer Gruß gilt an erster Stelle den am Schulleben der ERS beteiligten: der Schulleitung, den Lehrkräften, den Elternvertretern und vor allem den Schülerinnen und Schülern der Schule.

Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler bei der heutigen Feier zeigen ganz deutlich, dass wir hier kein Gebäude zur Repräsentation errichten wollten, sondern ein Gebäude das in seiner täglichen Nutzung mit Leben erfüllt sein wird. Alles was hier geplant und gebaut wurde, wurde in aller erster Linie im Blick auf seine Nutzung bedacht und es ist um so erfreulicher, dass die Ästhetik dennoch keineswegs zurückstehen musste. Ich begrüße deshalb sehr herzlich - und verbinde dies mit besonderem Dank - die Vertreter aller an dem Bau beteiligten Firmen und Büros, ganz besonders Herrn Architekten Götz Eckert und die Vertreter des Architekturbüros Eckert und Rosenberger sowie die Vertreter der Firma Kommunalbau Rheinland-Pfalz, der die Projektsteuerung oblag, Herr Kastl und Herr Syring.

Der Bau dieser Turnhalle wäre nicht ohne die Unterstützung von Bund und Land sowie des Landkreises Bad Dürkheim möglich gewesen. Von dem Bauvolumen für diese Halle von insgesamt 1,8 Mio. Euro wurden 70 % über Landes- und Bundesmittel finanziert, dies sind 880.000 €, der Landkreis Bad Dürkheim war mit 10 %, das sind 125.000 € beteiligt.

Ich begrüße Frau Regierungsschuldirektorin Ruth Kerth von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Außenstelle Neustadt, der für die Vergabe der Fördermittel zuständigen Schulaufsichtsbehörde und Herrn 1. Kreisbeigeordneten Erhard Freunscht vom Landkreis Bad Dürkheim. Mein Gruß gilt den Entscheidungsträgern, den zahlreich anwesenden derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern des Gemeinderates, der am 27. Juni 2001, also vor 4 Jahren, den Grundsatzbeschluss zur Generalsanierung der ERS gefasst und sich in der Folgezeit in einer Vielzahl von Ausschuss- und Ratssitzungen mit der Maßnahme befasst hatte.

Bereits seit Ende der 90er Jahre wurden in den Gremien Überlegungen über die Zukunft der Gebäude der ERS angestellt. Zunächst war zu klären, ob man einen völligen Neubau oder eine Sanierung anstrebt. Ein Neubau, womöglich im Süden der Gemeinde, hätte bauplanungsrechtlichen Aufwand und wahrscheinlich auch eine höhere Investition bedeutet. Ich bin sicher, dass bei der Entscheidung für die Sanierung in hohem Maße aber auch die Emotion, die Verbundenheit der Hasslocher mit ihrer ERS eine Rolle gespielt hat.

Es freut mich sehr, dass auch mein Amtsvorgänger Herr Bürgermeister Hanns-Uwe Gebhardt mit seiner Frau zu der heutigen Feierstunde gekommen ist, der maßgeblichen Anteil an den Überlegungen und Entscheidungen für das heute vollendete Werk hat. Wie wichtig die Entwicklung des Schulwesens für eine Kommune ist zeigt nicht zuletzt die Anwesenheit weiterer Repräsentanten des öffentlichen Lebens, von Schulen, Behörden, der Kirchen und der Presse, die ich ebenso herzlich begrüße wie unseren Ehrenbürger, Herrn Altbürgermeister Kurt Flockert und die Träger der Goldenen Verdienstmedaille unserer Gemeinde, die dieses Ereignis sicher unter dem Blickwinkel längerfristiger Entwicklungen in Haßloch betrachten.

In der Tat, die Entwicklung der Schulen und der Schulgebäude in Haßloch steht einmal spiegelbildlich für das massive Wachstum unserer Gemeinde im 20. Jahrhundert aber auch für geradezu revolutionäre Veränderungen im Schulwesen. Grob gesprochen kann man sagen, dass im 18. und 19. Jahrhundert Veränderungen in den Schulstandorten in Haßloch sich in Intervallen von rund 100 Jahren vollzogen, mit verschiedenen kleinen Schulgebäuden in der Langgasse, die heute verschwunden sind. Es folgte eine Phase von etwa 50 Jahren, in der durch Kriege und Politik bewegten ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In dieser Phase wurde der Schulstandort in der Schillerstraße durch die Errichtung des Südschulhauses 1911 und die Erweiterung des Westschulhauses 1936 ausgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg haben sich die Veränderungen - wie in vielen anderen Bereichen auch - in den Schulstandorten in sehr viel kürzeren Abschnitten von etwa 25 Jahren ereignet. In die erste Phase -der Aufbauphase- fielen insbesondere der Bau der ERS, die 1963 eingeweiht wurde, dann der Neubau der Realschule 1967 und der Bau der Schulturnhalle an der Schillerschule 1968. Diese Phase wurde abgeschlossen mit der Indienstnahme der neuen Kurpfalzschule 1973, die als Hauptschule die bisherigen Hauptschulen in der ERS und Schillerschule vereinigte. Der Bau der ERS läutete die endgültige Abkehr von der Konfessionsschule ein, mit der Kurpfalzschule verschwand das Bild der alten Volksschule mit der 1. bis zur 9. Klassenstufe unter einem Dach. Der damalige Bürgermeister und Ehrenbürger unserer Gemeinde Kurt Flockert hat deshalb zurecht einmal darauf verwiesen dass die wichtigsten Maßnahmen in seiner Amtszeit der Bau der Kanalisation und der Schulen in Haßloch waren.

Eine neue Ära des Schulbaues setzte in Haßloch unter meinem Vorgänger Hanns-Uwe Gebhardt ein mit der Einrichtung eines gymnasialen Standortes in Haßloch und den daraus resultierenden Neu- und Umbaumaßnahmen an den beiden Schulstandorten im Norden der Gemeinde. Es folgte die Generalsanierung der Schillerschule in der 2. Hälfte der 90iger Jahre und schließlich jetzt die Sanierung der ERS. Nicht vergessen werden soll in diesem Zusammenhang die Gottlieb-Wenz-Schule, die sich am Standort der in Haßloch nicht mehr benötigten Landwirtschaftsschule kontinuierlich fortentwickeln konnte.

Meine Damen und Herrn, sobald der Bau der ERS abgeschlossen sein wird, werden wir in Haßloch über ein in nahezu allen Belangen topsaniertes Schulwesen verfügen, wofür wir dankbar sind. Im Sportbereich verfügen wir dann mit der neuen Zweifeldsporthalle der ERS und der Dreifeldsporthalle am Böhler Bogen über hervorragende Hallenbedingungen. Es verbleibt dann nur noch die Sanierung der Freisportanlage an der Kurpfalzschule, die wir aber bereits fest ins Visier unserer weiteren Überlegungen genommen haben.

Bei dem heute in Dienst zu nehmenden Gebäude haben wir insbesondere auf eine gute Funktionalität geachtet. Wir haben auf Luxus verzichtet, jedoch nicht zu Lasten der Funktionalität. So verfügt die Halle beispielsweise über ein versenkbares Reck, was heute in Turnhallen Standard ist. Die Halle wurde in einer optimalen Weise auf die schulischen Anforderungen hin ausgerichtet und ich darf an dieser Stelle insbesondere der Schulleitung und den Eltern danken, die sich durchaus kritisch aber gerade deshalb konstruktiv in die Bauplanung und Ausführung eingemischt haben. Mein Dank gilt vor allem Herrn Schulleiter Witthöft sowie dem Hausmeister der Schule Herrn Eichner für ihr nachhaltiges Insistieren auch in Detailfragen, was dem Ergebnis sehr zugute kam. Dies zeigt, wie sehr beide mit ihrer Schule verwurzelt sind. Mein Dank gilt aber auch dem Schuldezernenten, Herrn BGO Hurrle und den Mitarbeitern unserer Bauabteilung in der Gemeinde unter Leitung von Herrn Lorch, die in der Bauphase besonders belastet waren. Die Halle wurde jedoch auch auf eine außerschulische Nutzung ausgerichtet, was sie an vielen Details sehen können.

Speziell für die Grundschüler haben wir entgegen der ursprünglichen Planung eine besondere Schließanlage bei den Toiletten eingebaut. Die Sanitäranlagen haben vor allem - im Blick auf die Beanspruchung durch die Sportvereine - eine Be- und Entlüftung erhalten und schließlich haben wir uns noch zur Anschaffung dieser Teppichauflage zum Schutz des Hallenbodens entschlossen. Diese Mehrkosten im Umfang von rund 160.000 € sind aus unserer Sicht gut angelegt. Wir haben mit der Errichtung des Pavillons und bei der auch bei der Gestaltung der Pausenhofgänge darauf geachtet, dass die Anlage vielfältig genutzt werden kann. Sie können sich heute selbst ein Bild davon verschaffen. Ich freue mich, dass ich zu der heutigen Gelegenheit auch verschiedene Vertreter der Vereine begrüßen kann, insbesondere den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Sportvereine, Herrn Emil Steidel.

Meine Damen und Herrn, auch die alte Turnhalle wurde sehr stark außerschulisch genutzt, was uns vor allem in der Bauphase, als sie fehlte, deutlich wurde. Diese außerschulische Nutzung kommt keineswegs nur den Vereinen zu Gute, sie ist vielmehr auch als Teil des modernen pädagogischen Konzeptes zu sehen. Der Bau der Turnhalle wurde unter anderem aus Fördermitteln zur Errichtung von Ganztageseinrichtungen in Schulen , dem Investitionsprogramm des Bundes "Zukunft, Bildung und Betreuung" finanziert. Die Entwicklung zu Ganztagesangeboten für Schüler wird unterstützt von dem Konzept der Öffnung der Schulen hin zu Angeboten von außerschulischen Einrichtungen. Wir sind froh, dass sich die Schulgemeinschaft der ERS zu dem Schritt der Einrichtung einer Ganztagesschule entschlossen hat. Ich persönlich bin sicher, dass in der Bundesrepublik die Entwicklung zu ganztägigen Angeboten für Schüler sich verstärken wird. Internationale Qualitätsuntersuchungen an Schulen belegen, dass damit ein höherer Bildungserfolg zu erreichen ist. Diese Entwicklung kann jedoch erst dann nachhaltig Fuß fassen, wenn es nicht nur um eine freiwillige Ganztagesbetreuung für nur wenige Schüler geht, sondern wenn insgesamt die schulischen Angebote sich auf ein Ganztagesangebot verlagern. Bis dahin ist jedoch noch ein weiter Weg zurückzulegen, wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Als Schulträger kann ich sagen, am Standort ERS werden wir mit dem Abschluss der Generalsanierung die Möglichkeiten dafür geschaffen haben und können sagen, dass die ERS eine moderne und zukunftsfähige Schule sein wird.

Ich möchte es heute nicht versäumen, den Schülern und Lehrern dafür zu danken, dass sie in der Bauphase einige Strapazen geduldig ertragen haben. Mein Dank gilt auch den benachbarten Kirchen und der TSG, die uns Räumlichkeiten zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebes zur Verfügung gestellt haben.

Das nachhaltige Insistieren und Aufmerksam machen der am Schulleben beteiligten während des Baues habe ich bereits erwähnt. Mit gewisser Genugtuung stelle ich fest, dass seit der Benutzung der Halle doch ein starkes Gefühl der Zufriedenheit eingekehrt ist. Ungeschützt möchte ich Ihnen sagen: Bleiben sie uns auch bei der weiteren Baumaßnahme kritisch und konstruktiv verbunden.

Die weitere Baumaßnahme wird nicht einfach sein, weil sie im Schulgebäude mit dem Schulbetrieb in Einklang gebracht werden muss. Wir haben für die Eltern vor wenigen Tagen einen Brief formuliert, in welchem wir über den 2. Bauabschnitt im Einzelnen informieren. Es liegt - auch dafür bin ich dankbar - nach einem konstruktiven Zusammenwirken zwischen Architekt, Projektsteuerung und Schule nunmehr ein Bauablaufplan vor, der die weitere Bautätigkeit regelt. Ich kann ihnen heute zusichern, dass sämtliche Abrissarbeiten außerhalb der Schulzeit stattfinden werden. Wir haben - wie wir dies bereits in Aussicht gestellt haben - in diesen Tagen von der Aufsichtsbehörde die Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns, d. h. der Durchführung der Abrissarbeiten unmittelbar nach Schuljahresende in den Sommerferien erhalten. Gestern Abend hat der Bauausschuss über die Vergabe der Abrissarbeiten entschieden. Ich sehe daher der weiteren Baumaßnahme sehr optimistisch entgegen. Wir erwaren, dass die Generalsanierung und die Einrichtung der Ganztagesschule insgesamt im April 2007 abgeschlossen sein wird.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir befinden uns in unsicheren Zeiten. Wir wissen nicht, wohin in Deutschland wirtschaftlich die Reise geht. Wir wissen nicht, welche Handlungsspielräume die Kommunen zukünftig überhaupt noch haben werden und was wir uns überhaupt noch leisten können.

Doch mit Pessimismus und übertriebenem Sicherheitsdenken kommen wir nicht weiter. Ich bin sicher, dass uns die nachfolgenden Generationen für den Mut bei der Entscheidung für die Sanierung der ERS dankbar sein werden. Denn Investitionen in die Jugend und in die Bildung sind Investitionen in die Zukunft.

Vielen Dank !

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Nachruf General Jean Godde

Totenkreuz

Mit Betroffenheit und großer Trauer haben wir in Haßloch die Nachricht vom Tode von General Jean Godde aufgenommen, der am 31. Mai 2005 verstarb.

General Jean Godde hat sich um unsere Partnerschaft und um die deutsch-französische Aussöhnung herausragende Verdienste erworben. Unvergessen ist die Begegnung ehemaliger Kriegsteilnehmer aus Haßloch und Viroflay am 23. März 1985 in Verdun. Mit diesem symbolischen Zeichen der Erinnerung an die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges wurde ein Freundschaftsbund ehemaliger Kriegsgegner besiegelt, der bis heute den Wunsch nach Frieden und Versöhnung bei den gemeinsamen Treffen in Viroflay und Haßloch bekräftigt. Für General Jean Godde war die Versöhnung der Franzosen und Deutschen eine Herzensangelegenheit, die er durch seine regelmäßigen Ansprachen in deutscher Sprache auf dem Haßlocher Friedhof am Volkstrauertag eindrucksvoll zum Ausdruck brachte.

  1. hielt General Godde zum letzten Mal in Haßloch eine Gedenkrede, doch bis heute wird diese Tradition zwischen unseren Partnerstädten fortgesetzt. Die Gemeinde Haßloch hat 1997 die großen Verdienste mit der Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille an General Jean Godde gewürdigt. Noch heute erinnern wir uns wie sehr ihn diese persönliche Auszeichnung berührte und tief bewegte. Vor wenigen Wochen haben wir seinen Freund Otto Freudenberger zu Grabe getragen, der mit ihm gemeinsam die Freundschaft zwischen den Kriegsheimkehrern in Haßloch und der Groupe Entente aufbaute.

Nicht zuletzt im Gedenken an das überzeugte Eintreten dieser beiden Männer wollen wir die Tradition des gemeinsamen Gedenkens an die Opfer der Kriege und an die Versöhnung zwischen Franzosen und Deutschen aufrecht erhalten.

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125 Jahre Turn- und SportGemeinde

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Einholz,
sehr geehrter Herr MdB Schindler,
sehr geehrte Frau Landtagsabgeordnete Siegrist,
sehr geehrte Frau Landtagsabgeordnete Hayn,
sehr geehrter Herr Kreisbeigeordneter Potje,
sehr geehrte Vertreter der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates Haßloch,
sehr geehrte Repräsentanten der Sportverbände,
stellvertretend begrüße ich den Präsidenten des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Herrn Heberger,
sehr geehrter Herr Vollweiler als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Sportvereine,
sehr geehrte Vertreter Haßlocher Vereine

aber vor allem: Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Turn- und Sportgemeinde Haßloch,



bereits der Umfang dieser Begrüßung verdeutlicht den Stellenwert der TSG Haßloch im Kanon der Haßlocher Vereine aber auch im Bereich des Sports weit über die Grenzen unseres Großdorfes hinaus.

Der Name Turn- und Sportgemeinde existiert erst seit 1951, als unter dem Dach dieser nach dem Krieg neugebildeten Gemeinschaft der Sportvereine und Sportarten der formale Zusammenschluss erfolgte. Der älteste Verein darunter war der "Turnverein 1880", auf dessen Gründung - "im vorletzten Jahrhundert" - das heutige Jubiläum zurückgreift.

Der Name Gemeinde verdeutlichte schon vor über 50 Jahren die Dimension dieses Zusammenschlusses, der heute rund 1 700 Mitglieder aufweist - zweifellos das Flakschiff des Sports in Haßloch.

Dieser Zusammenschluss von Sportvereinen war allerdings bereits vor dem Kriege in der Zeit des Nationalsozialismus unter dem unguten Zeichen der Gleichschaltung zur "Ortsgruppe Haßloch/Pfalz des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen" angelegt.

In dieser Dachorganisation sah man nach dem Zusammenbruch und sieht man bis heute die Chance neben den großen Sportarten auch exotischen Disziplinen eine Entfaltungsmöglichkeit zu geben. So haben z.B. bis heute auch Radballer, Badminton-Mannschaften oder Aikido-Kämpfer ihren Platz.

Die TSG kann in ihrer Geschichte auf große sportliche Erfolge zurückblicken. Ich erinnere an die legendären Handball-Mannschaften, die unter der Ägide von Siegfried Perrey und Arno Scheurer bereits in den 60er Jahren in alle Welt reisten, an die Deutsche Feldhandballmeisterschaft 1975 und schließlich die bis in die Gegenwart sich abzeichnenden Ligaerfolge.

Das gleiche gilt für die Erfolge der Gewichthebermannschaften, die mit aber auch ohne Ronny Weller einen großen Namen haben.

Schließlich sind zu nennen die Erfolge der Rock'n-Roll-Abteilung bei weltweiten Austragungen.

Dies sind nur 3 Säulen, die ich genannt habe und ich müsste eigentlich die anderen Abteilungen mit ihren herausragenden Ergebnissen genauso nennen.

Was wäre die TSG ohne die Turner, die Leichtathleten, die Kegler, die Ringer oder die Tischtennisspieler.

Diese Erfolge ließen sich nur verwirklichen, da mit sportlicher Ausdauer und mit gesundem Ehrgeiz über Jahre und Jahrzehnte in den Abteilungen gearbeitet wurde, was die Festschrift eindrucksvoll dokumentiert.

Auch hatte die TSG in wichtigen Phasen ihrer Vereinsgeschichte immer starke Vorsitzende mit langem zeitlichen Atem für Entwicklungen.

Georg Scheurer, Ludwig Eichel, Ludwig Gramlich, Kurt Kohlmayer, Hansjörg Haege und schließlich Rudi Einholz stehen für den Erfolg, hatten aber nach innen und außen auch einiges auszuhalten.

Da ist zum einen der interne Wettstreit der Abteilungen innerhalb eines solchen Großvereins um die Unterstützung ihrer Belange. Da sind aber vor allem auch hohe finanzielle Aufwendungen, die der Verein bis heute zu schultern hat und dafür auch die Unterstützung der öffentlichen Hand benötigt. Dennoch bin ich sicher heute sagen zu können, dass der Verein dabei in der großen Linie stets die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Mit dem Bau dieses Sportzentrums ist man in den 80er Jahren hart an die Grenzen des Verkraftbaren gegangen. Doch ohne dieses wäre der Sport in Haßloch verkümmert. Die Jahnhalle und die Friesenhalle waren schon vor ihrem Abriss von den Entwicklungen überholt.

Auch stellt sich die Frage, ob man nicht auf den großen finanziellen Einsatz für die genannten großen Erfolge hätte zugunsten der Mitglieder und des Sportes in der Breite verzichten können. Doch auch hier gilt die Feststellung, dass der Sport Leuchttürme und Erfolge braucht, die Ansporn für Nachwuchskräfte sind. Der TSG ist es stets gelungen die Balance zwischen Spitzensport und Breitensport zu halten.

Meine Damen und Herren,

seit einigen Monaten wird in Haßloch über die Unterstützung der Vereine durch die Kommune kräftig gestritten. Ich darf Ihnen versichern, dass die Gemeinde den Vereinen auch zukünftig Unterstützung zukommen lassen wird, wo dies notwendig ist. Der Schwerpunkt wird dabei in der Jugendarbeit liegen. Wir dürfen allerdings nicht übersehen, dass die Vereinsförderung kein Kernbereich gemeindlicher Aufgaben ist und wir einfach nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten des großzügigen Verteilens haben.

Haßloch wird dabei auch nach der Überarbeitung der Förderrichtlinien, die unter Einbeziehung des Sachverstandes auch der Arge erfolgt, im Vergleich zu vielen anderen Kommunen, die schlichtweg nichts geben können, gut dastehen

Damit bin ich auch fast schon am Schluss meiner Rede. Ich möchte an dieser Stelle allen aktiven Sportlern und Mitgliedern danken, die sich in unermüdlichem Einsatz ehrenamtlich für ihre TSG engagiert haben und engagieren. Diesen Dank möchte ich ihnen auch im Namen des Sportdezernenten und 1. Beigeordneten, Herrn Hurrle, aussprechen.
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Grußwort Deutsch-Polnische-Schulpartnerschaft

Sehr geehrter Herr Dr. Gilles,
sehr geehrte Frau Landrätin,
sehr geehrte Damen und Herren Schulleiter und Lehrkräfte des HAG Haßloch und der Schulen in Kluczbork und Polanowice,
sehr geehrte Damen und Herren,
aber vor allem: Liebe Schülerinnen und Schüler.

Die Gemeinde Haßloch freut sich, dass mit der Begründung der Schulpartnerschaft zwischen dem HAG Haßloch und den Schulen in Kluczbork und Polanowice, ein weiterer Baustein der Partnerschaften zwischen den Landkreisen Bad Dürkheim und Kluczbork gesetzt wird. Gerade die Beziehungen zwischen Schulen sind wichtige Schritte zur gegenseitigen Verständigung und zur Begründung tragfähiger Freundschaften.

Noch vor 25 Jahren - in meiner eigenen Schulzeit - dachte in der damaligen Bundesrepublik niemand an derartige Partnerschaften. Wir beobachteten damals voller Spannung die Proteste auf der Danziger Leninwerft, die zur Solidarnozbewegung führten und schließlich die Keimzelle der Öffnung der osteuropäischen Länder nach Westen waren. In Polen wurden damit auch die Grundlagen für die spätere Wiedervereinigung gelegt.

Heute ist Polen wie die Bundesrepublik Deutschland Teil des gemeinsamen Europa. Diese Errungenschaft sollte immer wieder herausgestellt werden. Die jungen Menschen von heute, die in dieser neuen, freien politischen Gemeinschaft aufwachsen, sind die tragenden Säulen der Einheit Europas.

Es ist sehr erfreulich, dass die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen dem Landkreis Bad Dürkheim und dem Landkreis Kluczbork inzwischen zu einer Partnerschaft der Menschen geworden sind, die sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen der Bevölkerung vollziehen.

In diesem Jahr sind es 5 Jahre, seit dem auch die Partnerschaft der Gemeinde Haßloch mit der Gemeinde Wolczyn unterzeichnet wurde. Vor wenigen Wochen konnte ich mit meinem Kollegen und Freund Jan Leszek Wiaczek bei einem Besuch in unserer Partnergemeinde Wolczyn eine beeindruckende Bilanz dieser Freundschaft ziehen. Die freundschaftlichen Kontakte werden von Einrichtungen wie der Feuerwehr, der Polizei, den Kindergärten, den Seniorengruppen sowie den Kirchen gepflegt. Nicht zu vergessen die verschiedenen Vereine, die diese Partnerschaft mit Leben erfüllen.

Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass in dieser kommunalen Partnerschaft stets auch die Beziehungen zwischen der Sophie-Scholl-Realschule Haßloch und dem Gymnasium Wolczyn ein wichtiger und wertvoller Grundstein für das partnerschaftliche Zusammenwachsen zweier Nationen waren und sind.

Die nunmehr zwischen den Gymnasien begründete Partnerschaft ist ein hoffnungsvolles Zeichen, aber zugleich auch eine Verpflichtung, die Freundschaft auch unter dem Gesichtspunkt der Bildung wachsen zu lassen. Nur wo sich Menschen intensiv kennen lernen können, kann auch ein Verständnis füreinander und eine Freundschaft entstehen. Vor allem die Geschichte unserer Regionen, das Bild unserer Landschaften und die Kultur müssen vermittelt werden. Aber auch das Finden einer gemeinsamen Sprache ist ein entscheidender Punkt. Das Deutsche Schulwesen war bisher nicht auf slawische Sprachen ausgerichtet.

Es war in diesen Tagen sehr eindrucksvoll zu erleben, dass in einem ersten Schritt gemeinsam mit Gästen aus Cambridge in England, die englische Sprache zu einer gemeinsamen Basis wurde. Die Öffnung der Märkte wird jedoch auch dazu führen, dass auf deutscher Seite polnisch und auf polnischer Seite verstärkt deutsch gelehrt und gelernt werden wird.
Ich bin zuversichtlich, dass das HAG mit seinen reichen Erfahrungen in Auslandsbeziehungen die Aufgaben der neuen Partnerschaft ebenso meistern wird wie die Gymnasien in Kluczbork und Polanowice. Ich darf bei dieser Gelegenheit auch den anwesenden Eltern für ihr Engagement und ihre Gastfreundschaft herzlich danken. Gerade das Gespräch und die Aufnahme in den Familien ist für die Verständigung sehr wichtig.

Ich hoffe, dass die nunmehr auch in Haßloch besiegelte Partnerschaft eine lebendige Verbindung sein wird und die Schülerinnen und Schüler die Eindrücke und Erfahrungen für sich, aber auch für ihr persönliches Umfeld nutzen können. Die Gemeinde Haßloch wird dazu gerne ihren Beitrag leisten.

Als Zeichen des Grußes der Gemeinde Haßloch darf ich den Schulleitern ein kleines Präsent überreichen.

Herzlich willkommen - serdecznie witamy

Vielen Dank

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54. Landesmusiktag der NaturFreunde Rheinland-Pfalz

Verehrte Musiker,
liebe NaturFreunde,
sehr geehrte Gäste

des Festkonzertes zum 54. Landesmusiktag hier in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasiums Haßloch.

Ich freue mich, dass gerade im Jubiläumsjahr der NaturFreunde der Landesmusiktag in Haßloch ausgetragen wird.

Die Zahl 54 vor dem Landesmusiktag zeigt die lange Tradition der Musik in der NaturFreundebewegung. Ging es in dieser Bewegung vor 100 Jahren in hohem Maße noch darum, den arbeitenden Menschen den freien Zugang zur Natur zu ermöglichen, haben sich die NaturFreunde heute zu einem modernen Verband entwickelt, seit 2001 "Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur."

  1. wurde als 42. Gruppe im Gesamtverein in München die erste deutsche Ortsgruppe gegründet. Die Anfänge der NaturFreunde gehen auf Wien und Österreich zurück, wo der erste Ortsverein bereits zehn Jahre zuvor, hervorgegangen aus der sozialistischen Bewegung, gegründet wurde.

Unser Ort - Haßloch - war ebenfalls schon früh mit dabei: Der Ortsverein wurde 1913 gegründet, allerdings - nach Krieg und schlechter Zeit - dauerte es bis 1950, bis das NaturFreundehaus am Waldrand eingeweiht werden konnte.

In der Geschichte der NaturFreunde hat das gemeinsame Erleben der Natur, überhaupt, das Gemeinschaftserlebnis, eine große Rolle gespielt. Der Brückenschlag zur Musik, die Menschen verbindet, ist dabei nicht weit: "Wo Musik ist, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder."

Ich freue mich deshalb sehr, dass sie ihre Zusammengehörigkeit in Haßloch mit diesem Festkonzert dokumentieren und bin überzeugt, dass der Funke auch auf unser Publikum überspringen wird.

Ich hoffe (es freut mich besonders), dass sie über die Musik gerade viele junge Menschen für die Schonung der Natur und damit letztendlich auch für ein friedliches Miteinander der Menschen begeistern können. - Der Blick in die bewegte Geschichte der NaturFreunde zeigt, wie wichtig diese Begeisterung ist.

Als Bürgermeister der Gemeinde Haßloch darf ich Sie alle herzlich willkommen heißen:

  • das Landesorchester Rheinland-Pfalz
    - das Mandolinenorchester Pirmasens
    - das Mandolinenorchester Frankenthal
    - die Musik- und Singgruppe Mainz
    - der NaturFreunde-Chor Hochstadt und die
    - Gitarrengruppe Bezirk II

Für alle, die Haßloch nicht oder nur wenig kennen:

Wir sind die größte Gemeinde in Rheinland-Pfalz mit 21 000 Einwohnern und können uns auch als das größte gewachsene Einzeldorf Deutschlands bezeichnen.

Die immer noch dörfliche Gemeinschaft spiegelt sich in nicht weniger als 108 Vereinen wieder. Wir haben ein sehr schönes Naherholungsgebiet am Waldrand und wollen uns als Gemeinde - i.S. der NaturFreundebewegung - die Natur für unsere Bürger erhalten.

Ich wünsche dem heutigen Festkonzert und dem Landesmusiktag einen guten Verlauf!

Herzlichen Dank und ein Dankeschön allen Mitwirkenden und Organisatoren dieser Veranstaltung.

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10 Jahre Wertstoffhof

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf den Tag genau vor 10 Jahren wurde der Wertstoffhof Haßloch, damals am ersten Tag bereits mit 120 Anlieferungen, in Dienst genommen.

Wir wollen am heutigen Tage an das 10-jährige Bestehen der Einrichtung erinnern, aber vor allem auch den Erfolg der Einrichtung feiern.

Wir betreiben den Wertstoffhof in Kooperation mit dem für die Abfallbeseitigung zuständigen Landkreis Bad Dürkheim und man kann unumwunden sagen, dass sich die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Kreisverwaltung bewährt hat.

Ich freue mich, heute insbesondere die Kollegen von der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, an ihrer Spitze Herr Erster Kreisbeigeordneter Erhard Freunscht, begrüßen zu dürfen.

Ich begrüße
die anwesenden Mitglieder des Kreistages und des Gemeinderates Haßloch, die diese Einrichtung stets befürwortet und mitgetragen haben. Kurz gesagt, für die Einrichtung des Wertstoffhofes stellt die Gemeinde Haßloch das Personal und das Gelände mit seinen Anlagen zur Verfügung, der Landkreis das fachliche Know-how seiner Mitarbeiter und natürlich die finanziellen Mittel für den Betrieb.

Mein Dank gilt heute allen Mitarbeitern, die für den Wertstoffhof zuständig sind.

Auf Haßlocher Seite

Herrn Beigeordneter Ewald Frank, seit sechs Jahren Umweltdezernent der Gemeinde,
Herrn Umweltberater Michael Müller, sozusagen der Leiter des Wertstoffhofes und
Frau Sabine Nolting als weitere Mitarbeiterin.

Stellvertretend für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter auf dem Wertstoffhof begrüße ich Herrn Heinz Krämer, der zusammen mit Kurt Löwer von Anfang an mit dabei war.

Ich danke den Mitarbeitern der Kreisverwaltung Bad Dürkheim für die gute Zusammenarbeit und nenne stellvertretend

Herrn Hoppe,
Herrn Lache,
Herrn Halbfaß und
Abfallberater Herrn Hohenbrink.


Der Wertstoffhof wurde am 22. April 1995 vom damaligen Landrat Georg Kalbfuß eröffnet und war der zweite im Landkreis nach Grünstadt.

Der Wertstoffhof sollte eine wichtige Ergänzung im Rahmen des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises sein, der das Holsystem um ein Bringsystem erweitert.

Die Vorbereitungen dazu liefen bereits seit 1990.

Mülltrennung und die aktive Entsorgung der Privathaushalte in Wertstoffeinrichtungen sind heute eine Selbstverständlichkeit. Nach Jubiläen, die ich als Bürgermeister bereits im Bereich der Energieversorgung und der Wasserversorgung begleiten durfte, gilt auch hier die Aussage, dass sich unsere Welt in der Abfallentsorgung stark verändert hat.

Das Umweltbewusstsein unserer Bürger ist in den letzten 15 Jahren enorm gestiegen,

Abfallvermeidung und Abfallverwertung

stehen heute im Mittelpunkt.

Für den Probelauf von einem Jahr erklärten die damals Verantwortlichen

Landrat Georg Kalbfuß und Bürgermeister Hanns-Uwe Gebhardt,

dass der dauerhafte Bestand des Wertstoffhofes im wesentlichen davon abhängt, ob die Bevölkerung das Bringsystem annehme.

Dies kann man heute und rückblickend mit Fug und Recht behaupten.

Nach Spitzenwerten in der Anfangszeit von über 1600 Anlieferungen pro Woche, hat sich heute die Zahl bei rund 800 Anlieferungen haushaltsüblicher Mengen eingependelt.

Für den Bürger stellt das Bringsystem nicht eine Belastung dar, vielmehr wird die Entsorgungsmöglichkeit vor Ort für insgesamt 26 verschiedene Wertstoffe als bürgerfreundlicher Service empfunden - man kann sagen, der Wertstoffhof Haßloch wurde im Vergleich zu den weiteren Kreiswertstoffeinrichtungen überdurchschnittlich angenommen. Gerade als Alternative zu den Sperrmüllsammlungen nutzen die Menschen die Möglichkeit der Anlieferung.


In Zahlen ausgedrückt:
bis einschließlich 2003 wurden hier rund

10 000 Tonnen Bauschutt
  2 100 Tonnen Sperrabfall
  1 700 Tonnen Schrott
  4 400 Tonnen Altholz
  6 300 Kühlschränke
  3 800 Kfz-Batterien und
15 500 Leuchtstoffröhren

um nur die wichtigsten Dinge zu nennen, angeliefert.

Allen Kooperationsfirmen darf ich heute für die Zusammenarbeit ebenfalls danken

Firma Sulo (Kühlschränke, Altholz)
Firma Göbel (Bauschutt)
Firma Becker (Sperrmüll).

Der Wertstoffhof hat sich zwischenzeitlich weiterentwickelt:

die Anlage wurde an verschiedenen Stellen befestigt,
die Zufahrtsmöglichkeiten wurden verbessert, um die Belastung des Weißdornweges zu reduzieren,
die benachbarte Grünsammelstelle wurde in bewährter Kooperation mit der Firma Wagner erst vor kurzem "outgesourct"
die Öffnungszeiten für Wertstoffe und Grünabfälle wurden separiert.

Das Ziel, die Reduzierung der Restabfälle, wurde in hohem Maße erweitert, wenn gleich wir Müllvandalismus nicht völlig verhindern können.

Der Wertstoffhof steht den Bürgern unserer Gemeinde, aber auch denen aus anderen Kommunen des Kreises, offen; anderen Bürgern (aus benachbarten Kreisen) gegen Entgelt.

Für Ordnung sorgen dabei unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter, was sich natürlich nicht in allen Fällen konfliktfrei gestalten lässt. Ich selbst konnte mich von der Bürgerfreundlichkeit unserer Helfer im September letzten Jahres überzeugen, als ich mit Dresdener Kennzeichen am Weißdornweg vorfuhr.

In diesem Sinne wünsche ich dem Wertstoffhof eine gute Zukunft und hoffe auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Bad Dürkheim.

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Trauerrede Otto Freudenberger

Totenkreuz Sehr geehrte Frau Klingenmaier,
sehr geehrte Familie Klingenmaier,
sehr geehrte Angehörige,
sehr geehrte Trauergemeinde


im gesegneten Alter von 87 Jahren ist Otto Freudenberger von uns gegangen. Mit seinem Tode ist zugleich eine Epoche zu Ende gegangen. 1951 war Otto Freudenberger bei der Gründung des Ortsverbandes der Heimkehrer in Haßloch zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Das Amt versah er bis zu seinem Tode. Noch im Herbst letzten Jahres führte er die Jahreshauptversammlung durch. Er war damit in Haßloch der Vereinsvorsitzende mit der längsten Amtszeit. Doch hinter dieser nüchternen Feststellung steckt sehr viel mehr:

Otto Freudenberger selbst kam mit 18 Jahren zum Militärdienst und wurde zur Offizierslaufbahn verpflichtet. Als Kommandeur einer Panzernachrichtenabteilung geriet er an der Ostfront in Gefangenschaft und war Lagerältester eines Gefangenenlagers in Rußland. 1949 kam er von der Kriegsgefangenschaft nach Hause und gründete als Spätheimkehrer seinen Verein, der in den Nachkriegsjahren dafür sorgte, dass Heimkehrer gesundheitlich betreut werden konnten, dass Arbeitsplätze für sie gefunden wurden und vor allem, dass sie ein Dach über den Kopf bekamen. 21 Einfamilienhäuser wurden mit Hilfe der Mitglieder in den ersten Jahren gebaut oder erworben und umgestaltet. Ein weiterer Schwerpunkt war die Durchsetzung von Ansprüchen an Versorgungsleistungen für die Heimkehrer. Trotz einer eigenen entbehrungsreichen Gefangenschaft nahm sich Otto Freudenberger dieser Aufgabe voller Zuversicht und ohne Bitterkeit über die Kriegserfahrungen an. Er selbst konnte beruflich an seine Lehrzeit auf dem Bürgermeisteramt Haßloch unter Bürgermeister Brauch anknüpfen und erhielt eine Anstellung bei der LVA in Speyer später als Verwaltungsleiter der LVA eigenen Klinik Sonnenwende in Bad Dürkheim. Hatte sich Otto Freudenberger bereits durch das Engagement im Heimkehrerverband nachhaltige Verdienste um unser Gemeinwesen erworben, so sollte sein Eintreten für Versöhnung und Völkerverständigung noch eine weitere wichtige Funktion erhalten. Haßloch war eine der ersten Gemeinden, die bereits 1961 eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Viroflay begründete. 1983 wurde von den französischen Freunden angeregt, einmal ein Treffen ehemaliger Kriegsteilnehmer zu organisieren. Der Vorsitzende der Groupe Entente, einem Verband verschiedener Frontkämpfervereinigungen auf Viroflayer Seite wandte sich an Otto Freudenberger und beide vereinbarten eine Kooperation. 1985 wurden Frontsoldaten beider Partnergemeinden zu einem Treffen nach Verdun eingeladen, wo am 23. März 1985 40 Jahre nach Kriegsende die ehemaligen Gegner in Anwesenheit der damaligen Bürgermeister Martin und Flockert gemeinsam auf einem französischen und auf einem deutschen Soldatenfriedhof je einen Kranz niederlegten. Mit dieser Verbindung entstand zugleich auch eine persönliche Freundschaft zwischen dem ehemaligen Fliegergeneral Jean Godde und dem ehemaligen Kommandeur einer Panzernachrichtenabteilung Otto Freudenberger. Am Volkstrauertag 1985 hielt General Jean Godde eine Versöhnungsrede in deutscher Sprache auf dem Haßlocher Friedhof. Diese Geste darf in der Tat als ein Wunder der Versöhnung bezeichnet werden, an der Otto Freudenberger maßgeblichen Anteil hatte. Diese in Deutschland einmalige Begebenheit wurde zunächst von Jean Godde und seit einigen Jahren von General Lebrun am Ehrenmal hier auf diesem Friedhof fortgeführt.

Heute, 60 Jahre nach Kriegsende können wir ohne Zweifel die Bilanz ziehen, dass Dank des großartigen Eintretens von Menschen wie Otto Freudenberger aus ehemaligen Erbfeinden Freunde geworden sind. Die Stadt Viroflay hat sein Wirken mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt. Für seine Verdienste erhielt Otto Freudenberger von der Gemeinde Haßloch die Silberne und Goldene Verdienstmedaille.

An der Feier des letzten Volkstrauertages konnte Otto Freudenberger aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr teilnehmen, was für ihn eigentlich unvorstellbar war. Ich persönlich, der ich ihn nur aus wenigen Begegnungen kannte, traf ihn noch einmal bei einer Geburtstagsfeier im November des letzten Jahres. In seiner ruhigen und liebenswürdigen Art wirkte er auf mich geistig spontan und jung geblieben. Doch das Nachlassen der körperlichen Kräfte war ihm anzumerken.

So traurig Sie, verehrte Frau Klingenmaier und Sie verehrte Angehörige heute über den Verlust eines lieben Menschen sein mögen, so können Sie auch gewiss sein, dass Otto Freudenberger seinen Auftrag und sein Anliegen der Versöhnung erfüllt hat. Wir werden ihn nicht vergessen, denn sein Werk wird in unserer Partnerschaft zu Viroflay weiter Früchte tragen.

Ich darf Ihnen verehrte Angehörige auch im Namen der Beigeordneten, des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung unsere tiefempfundene Anteilname aussprechen.

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Neujahrsempfang 2005 mit Verdienstmedaillenverleihung

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum ersten Mal hat die Gemeinde Haßloch zu einem Neujahrsempfang eingeladen. Wir wollen gerade den Jahresbeginn nutzen, um als Gemeinde Bilanz zu ziehen, aber vor allem, um diese Veranstaltung als eine Möglichkeit zur Begegnung und zum Gespräch zu nutzen.
Ich freue mich sehr, dass der Einladung zu diesem Empfang so viele gefolgt sind und heiße Sie alle willkommen.

Besonders begrüße ich

die Landrätin des Landkreises Bad Dürkheim - Frau Sabine Röhl,
die Abgeordneten der Region Frau Hildrun Siegrist, MdL,
Herrn Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler sowie
Herrn Landtagsabgeordneten Lutz Frisch.
Besonders begrüße ich die frühere Vizepräsidentin des Landtages Frau Ökonomierätin Helma Schmitt.
Ebenso gilt mein herzliches Willkommen an dieser Stelle der designierten Abgeordneten Frau Brigitte Hayn aus Neustadt.
Auch eine ganze Reihe von Bürgermeistern aus der Umgebung sind unserer Einladung gefolgt. Dies zeigt, dass wir in guter Nachbarschaft leben und auch hier das Gespräch miteinander pflegen sollten.
Ich begrüße sehr herzlich aus Neustadt Herrn Oberbürgermeister Hans-Georg Löffler mit Gattin,
Frau Verbandsbürgermeisterin Marion Magin aus Deidesheim und
Herrn Bürgermeister Roos mit Gattin aus Böhl-Iggelheim.
ferner die Ortsvorsteherin von Geinsheim, Frau Regina Röther und
Herrn Ortsbürgermeister Lothar Anton aus Gommersheim.

Es ist mir eine besondere Freude, dass uns heute auch ein Bürgermeister von der anderen Rheinseite mit seiner Anwesenheit ehrt. Ich begrüße den Oberbürgermeister der Stadt Hockenheim Herrn Dieter Gummer mit Gattin. Herr Gummer war in Haßloch viele Jahre an verantwortlicher Stelle als Geschäftsführender Beamter tätig.
Ihre Verbundenheit mit Haßloch dokumentieren auch zahlreiche Vertreter von Behörden der Region, die ich begrüße.
Persönlich freut es mich sehr, heute den Ehrenbürger der Gemeinde Haßloch, Herrn Altbürgermeister Kurt Flockert zu begrüßen,
sowie meinen Vorgänger im Amt Herrn Hanns-Uwe Gebhardt mit seiner Gattin.
Mein Gruß gilt schließlich weiteren verdienten Bürgern unserer Gemeinde, den Trägern der Goldenen und Silbernen Verdienstmedaille
Wir haben die heutige Gelegenheit sehr gerne genutzt, unsere ältesten Mitbürgerinnen und Mitbürger einzuladen sowie die Eltern der jüngsten Haßlocher. Auch für die Neubürger unserer Gemeinde ist es heute eine schöne Gelegenheit des Kennenlernens.
Ihnen allen gilt mein herzliches Willkommen.
Ich begrüße die Vertreter der Presse, die das Geschehen in unserer Gemeinde stets mit Wohlwollen begleiten.
Ich begrüße meine Kollegen Beigeordneten, Herrn Hurrle, Herrn Vogt und Herrn Frank mit ihren Gattinnen.
Mein Gruß gilt den Mitgliedern des Gemeinderates sowie des Kreistages Bad Dürkheim.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
verehrte Gäste,
Ihnen allen darf ich namens der Gemeindeverwaltung, ihren Beigeordneten und des Gemeinderates sowie persönlich
für das Jahr 2005 Glück und Wohlergehen wünschen.
Lassen Sie uns gemeinsam auf das Neue Jahr anstoßen.




Ansprache

Liebe Bürgerinnen,
liebe Bürger,
sehr geehrte Gäste,

"Eigentlich geht es Ihnen in Haßloch sehr gut!"

Dieses Zitat stammt von zwei jungen Männern, die im Rahmen eines Filmprojektes über die in Haßloch durchgeführten Marktuntersuchungen der GfK sich einen ersten Überblick über unser Großdorf verschafft hatten.
Durch Berichte in den deutschen Medien sind wir mittlerweile bundesweit als "Durchschnittsgemeinde" bekannt geworden. Was für das Konsumverhalten gilt, gilt jedoch nicht für das, was unsere Gemeinde an öffentlichen Einrichtungen und Lebensqualität zu bieten hat. Wir sind überdurchschnittlich und leben in einer infrastrukturell pulsierenden Region. Das Rhein-Neckar-Dreieck rangiert an Nummer 7 der Zentren in Deutschland und sucht den Anschluss an die EUweit geförderten deutschen Ballungsräume. Unsere Region rangiert in der Wirtschaftskraft deutlich vor der führenden ostdeutschen Region mit den Großstädten Dresden und Leipzig.
Es geht uns in Deutschland gut und wir fühlen uns beschämt, wenn wir unsere Lebenssituation vergleichen mit Menschen, die in Ländern leben, die von Hunger und Armut betroffen sind. Diese Erkenntnis hat uns zwischen den Feiertagen unvermittelt eingeholt, als wir die Nachrichten von der gewaltigen Naturkatastrophe in Südostasien erfahren haben.
Die Zeichen der Hilfsbereitschaft weltweit und vor allem in Deutschland, die auf diese Naturkatastrophe gefolgt sind, sind beeindruckend. Die Globalisierung, so scheint es, hat eben nicht nur negative Auswirkungen, sondern führt immer mehr dazu, dass sich Menschen nicht nur für Ereignisse in ihrem eigenen Gesichtsfeld verantwortlich fühlen, sondern zu internationaler Solidarität bereit sind. Sehr schnell waren aus unseren eigenen Nachrichten Meldungen verschwunden, die lediglich auf das Schicksal deutscher Flutopfer abhoben. Bund und Länder haben inzwischen zu Projekten wirkungsvoller Hilfe aufgerufen und sind dabei, Hilfsmassnahmen bundesweit zu strukturieren und zu organisieren. Als ein erstes Zeichen der Hilfe hat sich die Gemeinde Haßloch auf eine Initiative unserer beiden Ausländerbeauftragten entschlossen, spontan im Januar ein Benefizkonzert Haßlocher Musikgruppen am 23. Januar um 16.00 Uhr in der Aula des Gymnasiums und einen Benefiztreff am 29. Januar, ab 10.00 Uhr auf dem Rathausplatz zu organisieren. Zu beiden Veranstaltungen und damit verbunden zu Spenden auf unser Fluthilfekonto darf ich Sie herzlich einladen. Dies ist eine erste Reaktion und ich darf mich schon jetzt bei allen beteiligten Gruppen für ihr spontanes Engagement bedanken. Wir haben uns entschlossen, die gesammelten Spenden zunächst dem Bündnis für Katastrophenhilfe zukommen zu lassen, da wir überzeugt sind, dass die Spenden an dieser Stelle richtig aufgehoben sind.

Der heutige Empfang wird ausgerichtet von der Gemeinde Haßloch. Auch die beiden beteiligten Künstler, das Ehepaar Rosianu, haben sich spontan bereit erklärt, mit ihrer Umrahmung einen Beitrag zur Unterstützung der Flutopfer zu leisten. Ich darf sie bitten, auch heute einen Obolus für diesen Empfang in Form einer Spende für die Flutopfer zu geben.
Der Gemeinderat wird sich in der nächsten Zeit darauf verständigen, in welcher Weise wir ein Projekt in den Krisenregionen unterstützen werden. Wir denken an eine konkrete Hilfeleistung - möglicherweise auch im Verbund mit anderen Kommunen und Einrichtungen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es kommt angesichts des Ausmaßes der Katastrophe darauf an, dass wir nachhaltig und längerfristig Hilfe leisten, vor allem auch dann noch, wenn die Meldungen über Zerstörungen in einigen Wochen wieder aus unseren Medien verschwunden sind. Die Dauerhaftigkeit der Hilfe ist viel wichtiger, als ein euphorischer Wettbewerb an Aktionen. Wir alle sind zur Hilfe bereit und brauchen uns dies in einem unkoordinierten Wettbewerb nicht zu beweisen.


"Eigentlich geht es Ihnen in Haßloch sehr gut!"
sagten die beiden jungen Männer und natürlich stellen wir uns die Frage, ob wir unseren hohen Lebensstandard angesichts der Ungleichheit auf der Welt überhaupt verantworten können. Doch, wir sollten uns immer auch bewusst machen, dass nur hochtechnisierte und intellektuell hoch entwickelte Länder auch in der Lage zur Hilfe sind. Ein Land wie Deutschland muss weltweit Vorreiter sein in der Entwicklung sozialer Sicherungssysteme, wie von Maßnahmen des Umweltschutzes. Wir können auf den ein oder anderen Luxus verzichten, nicht jedoch auf unser hochentwickeltes Gemeinwesen, auf unsere Bildungseinrichtungen und auf unseren technologischen Fortschritt. Damit leisten wir der Welt keinen Gefallen.

Erstmals gab es vor einigen Jahren unter dem Schlagwort "PISA" eine weltweite Vergleichsstudie zu den Erfolgen der verschiedenen Bildungssysteme. Wie sie alle wissen, hat die Bundesrepublik im Vergleich zu sehr viel weniger entwickelten Ländern auf der Erde dabei nur einen durchschnittlichen Platz eingenommen. In Konsequenz der PISA-Studie und der nachfolgenden Untersuchungen besteht bei den Experten jedenfalls in soweit Einigkeit, dass die vorschulische Bildung sowie die ganzheitliche Sichtweise unseres Schulsystems verstärkt werden müssen. Gerade an dieser Stelle sind auch die Kommunen gefragt, die Voraussetzungen für Ganztagesbetreuungen an den Schulen aufzubauen. Wir sind stolz darauf, dass die Gemeinde Haßloch mit der Ernst-Reuter-Schule in die Förderung der Ganztageseinrichtungen aufgenommen wurde. Durch eine günstige Fügung konnte diese Förderung mit der notwendigen Generalsanierung der Schule und ihrer Turnhalle verbunden werden. Das größte Investitionsvorhaben im Jahre 2004, wie in den kommenden Jahren, ist deshalb für uns die Ernst-Reuter-Schule mit einem Gesamtvolumen für Schulgebäude und Turnhalle von 6,4 Mio. Euro. Wir rechnen hier mit erheblichen Zuschüssen von Bund und Land, so dass die Gemeinde insgesamt eine Deckungslücke von 3,4 Mio. Euro selbst zu tragen hat.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Investitionen in Bildungseinrichtungen sind Investitionen in die Zukunft. Man kann heute sagen, dass in wenigen Jahren Haßloch über durchweg topsanierte Schulen verfügen wird und eine Spitzenstellung einnimmt. Maßgeblich dafür sind auch eine Reihe von Baumaßnahmen, die der Landkreis Bad Dürkheim in den letzten Jahren durchgeführt bzw. bezuschusst hat. Nach der Sanierung des Gymnasiums nenne ich insbesondere den Bau der Dreifeldsporthalle wie die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen im Bereich der Kurpfalzschule und der Realschule. Für die seitens des Landkreises geleisteten erheblichen Unterstützungsmittel darf ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank sagen. Haßloch hat damit im zurückliegenden Jahrzehnt - nicht zuletzt Dank des Einsatzes der Haßlocher Mitglieder des Kreistages - Anschluss gefunden an Investitionen, wie sie auch in andere Teile des Landkreises geflossen sind.
Es verbleibt die Sanierung der Freisportanlage, die von allen Schulen sowie von verschiedenen Sportvereinen intensiv genutzt wird. Andere Kommunen in der Region haben ihre Anlagen bereits saniert, über die Notwendigkeit der Sanierung der über 30 Jahre alten Haßlocher Anlage besteht seitens der Gemeinderatsfraktionen Einigkeit.
Um es klar zu sagen: Die Sanierung dieser Anlage ist für uns nicht lebensnotwendig, aber wir werden ohne sie Schulsport und Leichtathletik in der Sporthochburg Haßloch nicht mehr in akzeptabler Weise betreiben können. Wir haben deshalb die Sanierung in die künftigen Finanzplanungen der Gemeinde aufgenommen und führen Gespräche zur Erzielung von Zuschüssen des Landkreises und des Landes.

Die Gemeinde Haßloch hat im zurückliegenden Jahr jedoch auch an anderer Stelle Geld in die Hand genommen. Wir sind bestrebt, unser Straßennetz in einem guten Zustand zu erhalten und kontinuierlich Maßnahmen durchzuführen. Zu diesem Zwecke sind bereits vor einiger Zeit für alle Grundstückseigentümer sogenannte Wiederkehrende Ausbaubeiträge in einem Fünfjahresprogramm eingeführt worden. Die Politik hat sich dabei vom dem Gedanken leiten lassen, dass es gerechter ist, die Last für notwendige Straßenbaumaßnahmen auf die Bevölkerung gleichmäßig zu verteilen, als jeweils die betroffenen Grundstücksanlieger der unterschiedlich stark genutzten Straßen in Anspruch zu nehmen. Nach der Durchführung mehrerer kleiner Maßnahmen wird die Gemeinde im Jahr 2005 den Ausbau der Moltke- und Bismarckstraße vornehmen und den lange geforderten Kreisel im Bereich der Moltke-/Richard-Wagner-Straße bauen. Die Prioritätenliste sieht ferner den inzwischen beschlossenen Ausbau des Kreisels Schillerstraße/Kirchgasse und die notwendige Sanierung der Rennbahnstraße mit dem Bau von Radwegen vor. Die von den Bürgern erhobenen Ausbaubeiträge sind im Gemeindehaushalt mit einer entsprechenden Zweckbindung verbucht. Wir rechnen damit, dass zum Ende des Programmes rund 85 % der Mittel ausgegeben sein werden. Der Gemeinderat wird sich in den nächsten Monaten mit der Frage beschäftigen, wie es danach mit den wiederkehrenden Ausbaubeiträgen weitergeht.


Die Verkehrsführung und die Verkehrsregelungen haben die Haßlocher Bürger lange Zeit beschäftigt. Das ursprüngliche Anliegen war, nach dem Bau der Ostumgehung und der Westrandstraße im Ort mehr Lebensqualität und mehr Sicherheit durch verkehrsberuhigte Straßen zu schaffen. Doch Regelungen, die noch nach 2 Jahren von den Verkehrsteilnehmern nicht akzeptiert werden, sind letztendlich Regelungen, nicht für sondern gegen die Bürger. Inzwischen zeigt sich, dass die korrigierenden Entscheidungen

zum Verzicht auf rechts-vor-links auf den zielführenden Straßen,
die Wegnahme des Minikreisels im Bereich Schießmauer /Kirchgasse
und die teilweise Umkehrung der Verkehrsführung auf dem Rathausplatz
richtige Entscheidungen waren. Die Diskussionen in der Bevölkerung haben sich beruhigt, das Ziel geringerer Geschwindigkeiten wurde dennoch erreicht.
Wir werden weiter an unserer Verkehrsführung arbeiten. Ein wichtiges Ziel ist dabei die Ordnung der Beschilderung. Wir benötigen ein Park-Leit-System und Orientierungshilfen, die Auswärtigen den Weg zu öffentlichen Einrichtungen, aber auch zu Betrieben zeigen.
Wer von der Verkehrsführung spricht, denkt auch an unser Ortszentrum und die Belebung der Geschäfte. Ohne Zweifel hat die teilweise Verlagerung von Arztpraxen aus dem Ärztehaus am Rathausplatz in das MEDI-Zentrum die Ortsmitte geschwächt. Mit Sorge beobachten wir die wirtschaftliche Situation vieler Gewerbetreibenden in Haßloch. Kaum einer - selbst der angestammten Betriebe - musste im zurückliegenden Jahr nicht ernsthafte Überlegungen anstellen, wie es weitergehen soll. Kaufkraft ist da - dies hat nicht zuletzt das Weihnachtsgeschäft gezeigt - doch die Menschen fahren zum Einkaufen in die großen Städte oder in Einkaufsparks. Ich appelliere in aller Ernsthaftigkeit an die Bevölkerung:

Wer einen attraktiven Ortskern möchte, muss konsequenterweise auch selbst in Haßloch einkaufen.

Die Gemeinde betreibt Wirtschaftsförderung im Sinne einer intensiven Bestandspflege und es zeigt sich eben doch, dass auch kleine - mitunter belächelte Maßnahmen - Erfolge bringen. So haben die intensiven Bemühungen um einen Lebensmittelmarkt im Ortszentrum am Standort des früheren LIDL-Marktes nicht nur viele Kontakte und Erfahrungswerte gebracht, sondern tatsächlich zu einer Neuansiedlung geführt. Unterstützen Sie diese Bemühungen, indem Sie künftig auch im Zentrum Lebensmittel einkaufen.

Existenzgründungen sind heute sehr schwierig geworden. Wir mussten in mehren Fällen erleben, dass unsere Zentrumslage teilweise von den Banken schon abgeschrieben wurde. Die Bedingungen für Kreditvergaben sind allgemein nach den EU weit geltenden Eigenkapitalempfehlungen für Kreditinstitute (Basel II) härter geworden. Dies trifft vor allem den Mittelstand. Gerade in konjunkturschwachen Zeiten ist das Abverlangen hoher Sicherheiten für den Aufschwung Gift. Ohne Risiken können in Deutschland aber keine Veränderungen erreicht werden. Die Banken scheinen vergessen zu haben, welche immensen Zinsleistungen sie in guten Zeiten von "Häuslebauern" wie Unternehmen einnehmen konnten.
Unternehmen, die langfristig denken, bilden in ertragreichen Jahren Rücklagen, die bei schlechter Auftragslage herangezogen werden können. Die Firma Ball Packeging, auch unser größter Energieabnehmer, hat infolge der Einführung des Dosenpfandes erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Es ist dem Konzern hoch anzurechnen, dass er in schwieriger Zeit seine Mitarbeiter nicht im Stich gelassen hat. Wir alle hoffen, dass nach der kürzlich getroffenen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes in Deutschland wieder langfristig eine Perspektive für die Getränkedosenproduktion entsteht.
Der Deutsche Industrie- und Handelstag prognostiziert für 2005 eine Aufwärtsentwicklung. Bereits zum Jahresende 2004 waren erste Anzeichen für einen konjunkturellen Aufschwung erkennbar. Die tatsächliche Entwicklung bleibt abzuwarten.
Wir werden in Haßloch weiter intensiv an der Vermarktung des Gewerbegebietes nördlich der Bahnlinie arbeiten. Nach Abschluss der Umlegung stehen wir kurz vor dem Abschluss eines Vertrages zur Durchführung einer privaten Erschließung. Wir beabsichtigen eine schrittweise Erschließung und werden auf die vorhandenen Interessenten zugehen.
Wichtiges Instrument zur langfristigen Steuerung der weiteren Entwicklung unseres Großdorfes ist die Aufstellung des Flächennutzungsplanes. Mit der Vorlage des Entwurfes des neuen Flächennutzungsplanes unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sind wir einen guten Schritt weiter gekommen. Haßloch ist im Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum im Ergänzungsnetz ausgewiesen. Unserer Gemeinde ist dabei die besondere Funktion des Wohnens zugewiesen, daneben gilt Haßloch auf Landesebene als bedeutender, auszubauender Wirtschaftsstandort. Die entworfene Flächennutzungsplanung sieht den Ausbau von Gewerbe und Industrie vor, ohne die Wohnqualität unserer Gemeinde zu beeinträchtigen.
Die Regionalplanung weist unserer Gemeinde einen Wohnbauflächenbedarf von ca. 64 ha, bezogen auf das Zieljahr 2020 sogar von 66,7 ha vor dem Hintergrund eines Bevölkerungszuwachses von über 2000 Einwohnern zu. Der Rheingraben gilt nach wie vor als Zuzugsgebiet. Haßloch muss dabei insbesondere die stark verdichteten Oberzentren im Rhein-Neckar-Dreieck entlasten. Ob sich letztendlich der prognostizierte Bevölkerungszuwachs bewahrheitet, bleibt abzuwarten. Die Regionalplanung empfiehlt, ein Viertel der erforderlichen Wohnbauflächen, d. h. rund 16,5 ha durch die Innenentwicklung, d. h. durch die Nutzung von Baulücken, von Scheunenzonen und Blockinnenbereichen zu schaffen.
Dies war für die Gemeinde ein wichtiger Grund im Rahmen des Wettbewerbes "Werkstatt Innenstadt" gerade dies an einer geeigneten Stelle auszutesten. Eine aktuelle Befragung der Bewohner im Bereich Gillergasse/Forstgasse hat die Möglichkeit einer Erschließung dieses Bereiches bestätigt. Die Rückkehr zum amtlichen Erschließungsverfahren bedeutet für die Gemeinde an dieser Stelle keinen wesentlichen Kostenaufwand und soll das Verfahren effektiveren. Unser Ziel ist es, durch neue Bauformen den Charakter des Blockinnenbereiches nicht zu zerstören und eine hohe Wohnqualität für Menschen aller Generationen zu ermöglichen. Allein die Modernisierung alter Gebäude im Innenbereich reicht nicht aus, um den künftigen Wohnbedarf zu decken und den Anforderungen der Nachfrager gerecht zu werden.
Wir wollen durch eine Erschließung des Blockinnenbereiches Gillergasse/Forstgasse auch das Zentrum stärken. Das Älteste Haus steht vor einer Erweiterung. Sie ist zum einen notwendig um den Bedarf an Veranstaltungsräumen in Haßloch für 200 bis 300 Besucher zu decken, sie ist aber auch notwendig um die Nutzung des Ältesten Hauses als Museums- und Kulturzentrum zu vervollständigen. Es ist erfreulich, dass es im Gemeinderat inzwischen für dieses Vorhaben einen breiten Konsens gibt. Die Gemeinde wird den Gremien in den nächsten Monaten Planungen vorstellen, die die Errichtung eines Veranstaltungsbaues auf dem Grundstück der Gillergasse 14 innerhalb der bestehenden Baugrenzen aufzeigt. Auch für die im Moment bereits nicht mehr für Großveranstaltungen zu akzeptierende Parksituation in der Gillergasse deuten sich Lösungen an.
In den geplanten weiteren Wohngebieten südlich der Rosenstraße und verlängerte Friedhofstraße stellt sich für die Verwaltung für 2005 die Hauptaufgabe, die Bebauungspläne fortzuentwickeln. Südlich der Rosenstraße verbleibt es aller Voraussicht nach lediglich bei der beschlossenen Erschließung von 9,4 ha in der westlichen Hälfte. Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn die gegenwärtige Prüfung der Erschließung teilweise eine Anbindung an den Harzofen verlangt.
Der Umweltschutz spielt bei diesen Entwicklungen heute eine wichtige Rolle und ist nicht zuletzt Dank der Agenda-Bewegung auch in den Köpfen.
Einen guten Schritt weiter gekommen sind wir bei der Grünsammelstelle, die einem privaten Betreiber übertragen werden konnte. Für die Nike-Station steht ein Nutzungskonzept. Der Ankauf als Ausgleichsfläche zu einem günstigen Preis hängt jetzt noch von den Altlasten ab.
Ähnlich wie beim Ältesten Haus deutet sich im Gemeinderat auch ein Konsens über die notwendige Erweiterung der Feuerwehr an. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage der Gemeinde verbietet sich eine große Investition mit dem Ziel eines Neubaues der Feuerwehr. Im Rahmen der Haushaltsberatungen müssen wir schließlich entscheiden, ob die Gemeinde das Anwesen Heyd erwirbt. Die Tatsache, dass uns noch Landesmittel aus dem Sanierungsprogramm zur Verfügung stehen, ermöglicht uns dies. Hier geht es nicht um eine künftige Nutzung des Objektes durch die Gemeinde, sondern darum, die Entwicklung dieses für die Öffentlichkeit wichtigen Gebäudes im Zentrum steuern zu können.

Diese Beispiele zeigen, dass wichtige Entscheidungen auch getroffen werden müssen. Es steht uns allen gut an, für Haßloch einen breiten Konsens zu suchen. Die Mitglieder des Gemeinderates müssen dabei nicht nur den Mut zur Diskussion sondern auch zu richtungsweisenden Beschlüssen aufbringen. Die schwierigste Entscheidung steht uns im Blick auf die Zukunft des Badeparkes bevor. Hier ringen die Verantwortlichen seit mittlerweile 6 Jahren um den richtigen Weg. Tatsache ist, dass der Badepark, in den seit seiner Errichtung 1990 keine nennenswerten Investitionen mehr geflossen sind, aufgrund gestiegener Folgekosten und zurückgehender Besucherzahlen ein ansteigendes Defizit aufweist, das im Jahr 2004 auf über 1,7 Mio. Euro gestiegen ist. Zweifellos Geld, das wir an anderer Stelle dringend gebrauchen könnten.
Eine Schließung des Badeparks kostet ebenfalls Geld und wird vom überwiegenden Teil der Bevölkerung abgelehnt. Eine Reihe von Verbesserungen am vorhandenen Bestand, wie er intensiv in den letzten beiden Jahren von den Parteien gefordert wurde, ist sinnvoll, aber nicht geeignet die Besucherzahlen nachhaltig zu steigern. Zu dieser Erkenntnis musste auch ich auf Grund zahlreicher Untersuchungen kommen. Das Ziel einer deutlichen Senkung des Defizits kann nur erreicht werden, wenn neue Besucher angelockt werden können. Dies bedeutet Investitionen insbesondere im gewinnbringenden Saunabereich. Hier gilt das, was ich bereits an anderer Stelle gesagt habe: Ohne Risiko werden wir auch keine Erfolge erzielen.


"Eigentlich geht es Ihnen in Haßloch sehr gut!"
Dieser Satz gilt, was den gemeindlichen Haushalt anbelangt, uneingeschränkt noch für das Jahr 2004. Wir konnten - Dank der Zurückstellung der angekündigten Investitionsmaßnahmen und gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen - im Haushalt 2004 mit einem Überschuss abschließen. Wenn sie sich erinnern, der Gemeinde war dies auch im Jahr 2003 infolge einer massiven Kapitalentnahme bei den Gemeindewerken gelungen. Mit dem Überschuss werden wir einen Teil der vorgesehenen Investitionen in der Zukunft abdecken können. Der geplante Doppelhaushalt 2005/2006 sieht im Verwaltungshaushalt jeweils ein jährliches Defizit von 1.8 Mio. Euro vor. Dieses Defizit ist strukturell angelegt und auch hier stellt sich die Frage nach Einschnitten bei unseren Leistungen. Wir können nicht so weiter machen wie bisher und müssen alles auf den Prüfstand stellen.

Im Kindertagesstättenbereich wurden im zurückliegenden Planungsjahr infolge des Geburtenrückgangs bereits 3 Gruppen geschlossen. Im bevorstehenden Jahr ist mit weiteren Schließungen zu rechnen. Die frei werdenden Personalreserven sollen jedoch für qualitätsverbessernde Maßnahmen und im Sinne des PISA-Gedankens teilweise für zusätzliche Hort- und Krippenangebote genutzt werden.

Wir werden die Überlegung anstellen müssen, ob wir Aufgaben, welche die Gemeinde freiwillig übernommen hat, die aber in die Zuständigkeit anderer Behörden gehören - noch in diesem Maße aufrecht erhalten.
Wir haben daneben auch Ihnen höhere Lasten abverlangt. Bei den Pachten und bei den Friedhofsgebühren wurden Erhöhungen vorgenommen. Wir haben dies in Verantwortung für unseren Haushalt getan, auch wenn wir dafür wenig Beifall erhalten werden.
Wir leben in einer lebens- und liebenswerten Gemeinde. Im Jahr 2004 konnte unsere Musikschule in ihrem 35. Bestehensjahr eindrucksvolle Leistungen aufweisen, das Jungendzentrum Blaubär feiert in wenigen Tagen 15-jähriges Bestehen, die Gemeindebücherei verzeichnet bei den Ausleihen Rekordzahlen.
Im Schnitt gehört jeder unserer Bürger einem der 110 Vereine in Haßloch an. Auch dafür leisten wir finanzielle Unterstützung.
Ein Andechser Bierfest oder auch der Weihnachtsmarkt sind nicht zum Nulltarif zu haben. Wer diese Feste im Rahmen unserer touristischen Aktivitäten attraktiv erhalten möchte, muss auch Geld investieren. Gerade der jüngste Weihnachtsmarkt hat auch zahlreiche Besucher von auswärts nach Haßloch gebracht. Der Tourismus, der im Zuge der neuen Dezernatsverteilung einen stärkeren Stellenwert bekommen hat, erfährt durch eine Reihe von Initiativen Auftrieb. Wir verzeichnen inzwischen rund 34.000 Übernachtungen im Jahr. Ich darf gerade an dieser Stelle den Haßlocher Betrieben und dem Gewerbeverein für seine Kooperation Dank sagen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die aufgezählten Beispiele machen es deutlich. Wenn wir einzelne Positionen streichen, zerstören wir Lebensqualität und langjährige Aufbauleistungen. Unsere Gemeinde verliert an Attraktivität und wird in Zukunft um ein Vielfaches der eingesparten Summen Schaden nehmen. Dies kann nicht das Ziel unserer Politik sein. Vielmehr gilt es jetzt, weniger Geld gezielter einzusetzen.

Die Verwaltung selbst hat insbesondere im Sozialbereich zum Jahreswechsel eine Veränderung durch die Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe erfahren. Seit Januar werden die Leistungen nach HARTZ IV bei der neugebildeten Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Bad Dürkheim und der Stadt Neustadt bearbeitet. Mehrere Mitarbeiter unserer Verwaltung wurden dorthin abgeordnet.

Das Jahr 2004 stand aber auch im Zeichen unserer Partnerschaften. Im September feierten wir das fünfjährige Bestehen unserer Partnerschaft zur türkischen Stadt Silifke. Partnerschaftsbegegnungen haben aber auch mit den Städten Gebesee, Wolczyn und Viroflay stattgefunden. Die Partnerschaft zur türkischen Stadt Silifke findet, ich will dies offen ansprechen, ebenso wie der geplante Beitritt der Türkei zur Europäischen Union - nicht bei allen Bürgerinnen und Bürgern Anklang. Unsere Partnerschaft zu Silifke hat in den 5 Jahren jedoch viele Freundschaften geschaffen, die mit dem Verständnis für das Leben in einem anderen Kulturkreis und in einer anderen Religion gewachsen sind. Es steht uns gut an, im Sinne der Völkerverständigung uns diese Offenheit zu bewahren. Partnerschaften sind langfristige Verbindungen, die man pflegen muss. Gerade die seit über 4 Jahrzehnten bestehende Partnerschaft zu Viroflay beweist dies. 2005 werden wir gemeinsam an den 60. Jahrestag des Kriegsendes erinnern. Nach Wolczyn und Silifke werden Delegationen reisen, schließlich sind es in diesem Jahr 15 Jahre, die wir mit Gebesee verbunden sind. Am Tag der Deutschen Einheit wollen wir daran erinnern.

Die Rückbesinnung auf unsere Geschichte in Deutschland und in Europa bestätigt den aktuellen Eindruck der beiden jungen Männer:
"Eigentlich geht es Ihnen in Haßloch sehr gut!"
Lassen Sie uns deshalb stolz und dankbar sein für das, was wir in Haßloch erreicht haben und alles dafür tun, dass sich Haßloch weiter entwickelt. Stillstand und ein sich ausruhen bedeuten letztendlich einen Rückschritt. Die Errungenschaften sind den Leistungen vieler Hasslocher Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Ein Dank gilt am heutigen Tage der Verwaltung, dem Gemeinderat und den Beigeordneten der Gemeinde Haßloch, die unter schwieriger werdenden Bedingungen agieren müssen, allen Aktiven in Vereinen und Einrichtungen, die ehrenamtlich für unsere Gemeinde oder im sozialen Bereich für die Bürger tätig sind.

Es ist eine gute Tradition in Haßloch, Empfänge der Bürgerschaft zu nutzen um für besondere Leistungen die Anerkennung durch die Gemeinde Haßloch auszusprechen. Der Hauptausschuss des Gemeinderates hat beschlossen, 6 Personen die Silberne Verdienstmedaille der Gemeinde Haßloch und 6 weiteren Personen die Goldene Verdienstmedaille in Anerkennung und Würdigung besonderer Verdienste zu verleihen.


Verleihung der Verdienstmedaillen in Silber und Gold

Die Verdienstmedaillen in Silber oder in Gold werden an Personen verliehen, die sich um unsere Gemeinde in kommunaler Tätigkeit, in Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft oder im Sport verdient gemacht haben.

Die Verdienstmedaillen in Silber werden für besondere Verdienste verliehen oder für die Begleitung eines Ehrenamtes über insgesamt 15 Jahre.

Ich darf zunächst die Personen, die heute die Medaille in Silber erhalten auf die Bühne bitten:

Herrn Hubert Bohmüller
Herrn Ludwig Deege
Frau Uta Ihlenfeld
Herrn Friedel Manck
Frau Marga Postel sowie
Herrn Bernd Ruckdeschel
1.) Hubert Bohmüller
Herr Hubert Bohmüller blickt auf eine insgesamt 15jährige Mitgliedschaft im Gemeinderat zurück. Er gehörte diesem Gremium von 1979 bis 1989 und nach einer Unterbrechung noch einmal von 1999 bis 2004 an. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag im Bereich des Werkausschusses und im Aufsichtsrat der Gemeindewerke.

2. Ludwig Deege
Herr Ludwig Deege ist Bachpate der Gemeinde und Umweltreferent der Naturfreunde Haßloch. Den Verein "Die Naturfreunde" als anerkannter Landespflegeorganisation vertritt er auch als Sachverständiger im Feld-, Wald- und Umweltausschuss. Sein Engagement für Natur und Umwelt dokumentiert auch die aktive Mitarbeit am Konzept zum Touristischen Leitbild Hasslochs, in der Arbeitsgruppe Natur sowie am Tourismus-Stammstisch.

3. Uta Ihlenfeld
Frau Ihlenfeld gehörte 10 Jahre dem Gemeinderat in den beiden zurückliegenden Legislaturperioden sowie mehreren Ausschüssen und Gremien an. Der Schwerpunkt ihrer Ratstätigkeit lag im sozialen Bereich. Auf Kreisebene vertrat sie in verschiedenen Ausschüssen des Kreistages die kommunalen Belange im Kreistag und im CDU-Kreisverband. Sie führte 12 Jahre den Vorsitz in der Frauenunion der CDU und ist seit 1986 in Hilfsprojekten für Ruanda engagiert. Sie gehört dem Umweltforum zur Lokalen Agenda in der Gruppe "Frauen gestalten ihr Dorf" an.

Ich freue mich über die Auszeichnung für meine Mutter, wenn gleich ich mich nach der Durchführung der Ehrung in der eigenen Familie nicht gedrängt habe.

4.) Friedel Manck.
Friedel Manck ist so etwas wie die gute Seele der Gemeinde und das seit vielen Jahren. Er gehört dem Sommertagsteam an, er ist Ordner beim jährlichen Kerweumzug und bekannt für seine aktive Mithilfe beim Andechser Bier- und Straßenfest und beim Weihnachtsmarkt. Friedel Manck ist ein Allroundtalent, aktiv beim Bühnenaufbau, als Fahrer des "Weihnachtsmarktbähnels" oder beim Ausschank im Feuerwehrgeräte-haus. Er leistet in einem Umfang wie nur wenige andere ehrenamtliche Hilfe und es ist immer wieder eine Freude, ihn bei diesen Gelegenheiten zu treffen.

5.) Marga Postel
Marga Postel blieb auch nach ihrer aktiven Tätigkeit in der Verwaltung der Gemeinde verbunden. Sie ist Mitglied des Sommertagsteams, aber vor allem leitet sie seit 5 Jahren den Fachbereich "Studienreisen - Studienfahrten/ Vorträge der Volkshochschule, deren Schriftführerin sie auch seit über 10 Jahren ist. Mit großem Fleiß und unzähligen Stunden hat sie an der Erstellung der Chronik der Volkshochschule mitgewirkt.

6.) Bernd Ruckdeschel
Bernd Ruckdeschel leitet ehrenamtlich das Heimatmuseum seit dem 1. April 2001. Er ist Mitbegründer und Vorsitzender des im Jahre 2000 gegründeten Freundeskreises Heimatmuseum. Sein Einsatz für das Museum wird ergänzt durch den im vergangenen Jahr übernommenen Vorsitz des Kulturringes, dem Zusammenschluss der kulturtreibenden Vereine. Bernd Ruckdeschel war maßgeblich bei der Organisation der 1400-Jahrfeier beteiligt. Die Festschrift und verschiedene Publikationen wie das Festprogramm trugen seine Handschrift.


Wir kommen jetzt zur Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille

Sie wird verliehen für überragende Verdienste um unser Gemeinwesen oder für über 20 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit. Ich freue mich zu dieser Auszeichnung nun folgende Personen, soweit heute anwesend, auf die Bühne zu bitten:

Hugo Beckmann
Hans Grohe
Gerold Mehrmann
Rudi Otterstätter
Emil Schüle
Georg Völcker.
1.) Hugo Beckmann
Hugo Beckmann kann leider an der heutigen Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen und bat hierfür um Verständnis. Wir werden seine persönliche Ehrung in geeigneter Weise nachholen.
Hugo Beckmann ist Haßlocher Heimatforscher und seit vielen Jahren intensiv mit der Erforschung alter Dokumente, nicht zuletzt aus dem Archiv der Gemeindeverwaltung befasst. Bekannt ist unter anderem seine wissenschaftliche Abhandlung "Wie alt ist Haßloch wirklich?" Aufgrund dieser Abhandlung konnte der Gründungszeitpunkt von Haßloch offiziell neu festgelegt werden. Seine langjährigen Forschungen beschäftigen sich mit historischen Begebenheiten in Haßloch und sind in ihrer Kontinuität und wissenschaftlichen Tiefe von unschätzbarem Wert für unsere Gemeinde. Nebenbei sei erwähnt, dass Hugo Beckmann von 1974 bis 1979 dem Gemeinderat angehörte und damals Vorsitzender der SPD-Fraktion war.

2.) Hans Grohe
Hans Grohe gehört seit 1984, d. h. seit über 20 Jahren dem Haßlocher Gemeinderat, mehreren Ausschüssen und gemeindlichen Gremien an. Er ist langjähriger Fraktionsvorsitzender der CDU. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt im Bereich des Haupt- und des Sozialausschusses, sowie im Aufsichtsrat der Gemeindewerke. Hans Grohe vertritt seit vielen Jahren Haßlocher Belange im Kreistag Bad Dürkheim. Er ist seit einiger Zeit 2. Vorsitzender der VHS.


3.) Gerold Mehrmann
Gerold Mehrmann blickt ebenfalls auf eine zwanzigjährige Mitgliedschaft im Gemeinderat sowie in mehreren Ausschüssen und Gremien der Gemeinde zurück. Sein besonderes Engagement gilt dem Bereich der Gemeindewerke. Gerold Mehrmann übte daneben verschiedene Funktionen im SPD-Ortsverein aus. Besonders hervorzuheben sind sein Engagement für die Partnerschaften der Gemeinde, insbesondere für die Unterstützungsleistungen für Kolokani gemeinsam mit unseren Freunden in Viroflay.

4.) Rudi Otterstätter
Rudi Otterstätter blickt auf eine 9-jährige Mitgliedschaft im Gemeinderat zurück. Er gehörte dem Rat von 1991 bis 1994 und von 1999 bis 2004, sowie mehreren Ausschüssen und Gremien an. Er ist Vorsitzender der Ortsgruppe Haßloch des BUND. Sein vielfältiges Engagement im ehrenamtlichen Naturschutz führte bereits zu mehreren öffentlichen Ehrungen. Er ist Landespflegebeauftragter des Landkreises Bad Dürkheim. In Haßloch ist er ehrenamtlicher Feldschütz und gehört mehreren Vereinen an. Hervorzuheben sind unter anderem seine Mitarbeit bei der Arbeiterwohlfahrt sowie der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft "60 plus" bei der SPD.

5.) Emil Schüle
Emil Schüle gehörte 20 Jahre dem Gemeinderat bis zum Ablauf der letzten Legislaturperiode sowie mehreren Ausschüssen und Gremien an. Die politische Landschaft in Haßloch ist in besonderer Weise durch seinen Namen geprägt. Er war Gründer der Wählergruppe Schüle, die später der heute im Rat vertretenen Hasslocher Liste beigetreten ist. Emil Schüle war schon von Berufs wegen insbesondere im Feld-, Wald- und Umweltausschuss engagiert.

6.) Georg Völcker
Georg Völcker erhält die Goldene Verdienstmedaille für die von ihm seit 1979 ausgeübte Leitung des Arbeitskreises "Alkoholismus" der Volkshochschule. Der Arbeitskreis konnte vor kurzem sein 25jähriges Bestehen feiern und kann eine erfolgreiche Bilanz in seinen Anstrengungen gegen die Suchterkrankung Alkohol vorweisen. Der Arbeitskreis Alkoholismus war für viele betroffene alkoholkranke Menschen eine wichtige Anlaufstelle und Halt in der Bewältigung ihrer Probleme.
Georg Völcker hat den hilfesuchenden Frauen und Männern selbst die Bewältigung der Sucht vorgelebt und sie mit großer Ernsthaftigkeit begleitet. Sein über 25jähriger Einsatz ist vorbildlich.

Bearbeiter: Ohler | Permalink | Druckansicht | top
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