Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Hasslocherinnen und Haßlocher!
Schön und komfortabel zu wohnen besitzt in Rheinland-Pfalz, insbesondere auch in Haßloch einen hohen Stellenwert. Dafür sind wir bereit, einen erheblichen Teil unseres Einkommens aufzuwenden.

Der Wohngebäudebestand in Haßloch setzt sich zusammen aus einem erheblichen Anteil an Gebäuden, die vor dem 2. Weltkrieg errichtet wurden, aber auch einer vergleichsweise großen Anzahl an Gebäuden, die zwischen den 50ger und 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts errichtet wurden. Gerade diese Gebäude sind es, die großenteils einen erheblichen energetischen Sanierungsbedarf aufweisen.
In den vergangenen Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass der finanzielle Aufwand für Strom- und Wärmekosten einen immer größeren Anteil an den Wohnkosten einnimmt, so dass man bei Mietwohnungen schon von einer zweiten Miete spricht. Inzwischen haben die Energiekosten schon Größenordnungen erreicht hat, die einen Durchschnittshaushalt empfindlich belasten. Und es ist kein Ende der Preissteigerungen in Sicht. Bei der energetischen Gebäudesanierung geht es also auch um soziale Existenzsicherung.
Gleichzeitig müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich unser Klima, bedingt durch den enormen Konsum fossiler, nicht erneuerbarer Energieträger, wie Gas, Erdöl und Kohle, ändert und zwar viel rasanter, wie dies die Experten noch vor wenigen Jahren prognostiziert hatten: Der Beginn der Wüstenbildung in Spanien, Extremsommer bei uns, Hurricane in Amerika, das Verschwinden der Alpengletscher und des arktischen Eises belegen dies in dramatischer Weise.
Sie werden sich vielleicht fragen: und was hat das mit dem Thema „Wohnen“ zu tun?! Immerhin wird grob ca. 1/3 des bundesdeutschen Energiebedarfs für die Beheizung von Gebäuden benötigt. Hier anzusetzen und den Gebäudeenergiebedarf effektiv und nachhaltig zu verringern, hat also einen hohen klimapolitischen Stellenwert.
Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz hat deshalb die Kampagne „unsere beste Energie ist gesparte Energie „ – „Unser Ener macht mit“ ins Leben gerufen. Ein wichtiger Bestandteil der Kampagne ist der heutige Energieeffizienztag, der mit hoher Werbewirksamkeit landesweit in Rheinland – Pfalz an ca. 30 Orten durch verschiedene Aktionen mit Leben gefüllt wird.
Die Gemeinde Haßloch veranstaltet gemeinsam mit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz die heutige Informationsveranstaltung hier in der Ernst-Reuter-Schule. An attraktiven Ständen und durch eine breite Palette an Fachvorträgen (diese finden übrigens in der neuen Mensa der Schule statt) können sich private Hausbesitzer und künftige Bauherren/Innen über das Thema zukunftssichere Gebäudesanierung und energiesparende Neubauplanung informieren.
Unter dem Motto „heute investieren, morgen profitieren“ wollen wir dafür werben, durch geeignete Investitionen in Energiesparmaßnahmen, Gebäude auch bei künftig weiter steigenden Energiepreisen zukunftssicher zu machen. Durch Einsparinvestitionen kann nicht nur der Geldbeutel, sondern auch das strapazierte Klima geschont werden. Die (Energie-) Einsparerfolge können auch im Altbaubereich bis zu 90% betragen.
Nur wer die Schwachstellen seines Hauses richtig kennt, kann die Einsparpotentiale richtig nutzen. Jedes Haus ist so individuell, wie die Bedürfnisse seiner Bewohner. Eine Patentlösung für wirtschaftlich sinnvolle Energiesparmaßnahmen gibt es nicht. Bei der Modernisierung und auch beim Neubau sollte immer versucht werden, das Optimum an Energieeffizienz herauszuholen. Am Anfang sollte jedoch immer eine Bestandsaufnahme durch einen qualifizierten Fachmann stehen.
Sie haben heute die Möglichkeit, solche Fachleute kennen zu lernen, ihnen Fragen zu stellen und sich wesentliche Informationen in den Fachvorträgen zu beschaffen. Ausführlich informiert wird über das richtige Vorgehen bei der energetischen Sanierung, denn es hat sich gezeigt, dass es gerade bei der Altbausanierung auf eine gute Beratung und fachgerechte Planung ankommt. Nur so werden die erhofften Ziele erreicht und bauphysikalische Fehler verhindert.
Auch über die zur Zeit bestehenden Landes- und Bundesförderprogramme, die Anwendung der Thermographietechnik zur Feststellung von Wärmelecks, die Anforderungen des neuen Gebäudeenergieausweises und das Thema Holzheizung wird informiert.
Die Förderung der energetischen Altbausanierung stellt auch eine bedeutende Wirtschaftsförderung dar: Es entstehen Arbeitsmöglichkeiten für engagierte Architekten und Handwerksbetriebe im Bereich Energieumsetzung und Wärmeschutz.
Selbstverständlich haben wir auch an unsere kleinen Besucher gedacht: Während der Vortragsveranstaltungen wird durch die kommunale Kindertagesstätte „Haus Kunterbunt“ eine qualifizierte Kinderbetreuung angeboten. Für Kinder, die sich mit dem Thema des Tages beschäftigen wollen, wird der Film „Das Haus ohne Heizung“ aus der Serie „Die Sendung mit der Maus“ zu jeder vollen Stunde gezeigt. Für das leibliche Wohl der Besucher wird im Flur zum Vortragsraum gesorgt.
Wir freuen uns, Ihnen zum Abschluss der Veranstaltung um 17.00 Uhr den Film "Eine unbequeme Wahrheit - eine globale Warnung" von und mit Al Gore zeigen zu können, den das Architekturbüro Hauss zur Verfügung gestellt hat.
Auch die Gemeinde ist in der Vergangenheit nicht untätig gewesen, was das Thema Energieeinsparung angeht. Ich möchte in diesem Zusammenhang an unsere Aktivitäten zur Verringerung des kommunalen Energieverbrauchs erinnern und nur einige wenige Beispiele nennen: die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung - laufende Einsparung beim Stromverbrauch heute im Vergleich zu früher: ca. 34 %, die energetische (Teil-)Sanierung der Schillerschule - laufende Heizenergieeinsparung heute im Vergleich zu früher: ca. 45 % und die jüngst abgeschlossenen Sanierung der Ernst-Reuther-Schule –über deren praktischen Erfolg wir noch nicht berichten können, weil noch keine Verbrauchszahlen vorliegen, da die Bauarbeiten erst in diesem Jahr abgeschlossen wurden. Mit welchen Verbräuchen wir in Zukunft rechnen können und was unternommen wurde, um dies zu erreichen, wird Ihnen gleich Herr Eckert vom Architekturbüro Eckert und Rosenberger berichten.
Für das Rathaus und die Kurpfalzschule werden derzeit vom Dezernat der 3. Beigeordneten Frau von Lohr Einsparkonzepte erarbeitet bzw. vorbereitet.
Engagiert ist die Gemeinde auch in der Nutzbarmachung regenerativer Energien: sie fördert private und gewerbliche Solaranlagen durch zinslose Förderkredite und die Verpachtung kommunaler Dachflächen zur Errichtung solcher Anlagen. Für die Errichtung von Windenergieanlagen wurde ein entsprechendes Vorranggebiet ausgewiesen. Für das Neubaugebiet „Südlich der Rosenstrasse“ wird derzeit die Errichtung eines Nahwärmenetzes geprüft. Auch werden zur Zeit die Voraussetzungen für die Nutzung der Tiefenwärme (Geothermie) in Haßloch untersucht.
Doch erst will ich das Wort übergeben an Hr. Hauss vom Architekturbüro Hauss (oder Hr. Schätzle, z.Zt. noch unklar), die als örtliche Vertreter der Architektenkammer Mitveranstalter des heutigen Energieeffizienztages sind.
Mein Dank gilt den Organisatoren, unserer Beigeordneten Frau von Lohr und unserem Umweltbüro, bestehend aus dem Umweltbeauftragten, Herrn Müller und Frau Nolting. Weiterhin bedanken möchte ich mich bei dem Mitveranstalter, der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, den engagierten Ausstellern und Referenten, die heute hier aktiv sind, der Kindertagesstätte „Kleine Freunde“, die heute eine Kinderbetreuung anbietet und dem Land Rheinland-Pfalz.
Ich wünsche Ihnen eine gelungene Veranstaltung, interessante Gespräche und informative Vorträge!
Hans-Ulrich Ihlenfeld