Rede Verabschiedung Pfarrerr Jung
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Dekan Jung,
lieber Armin,
wenn ich heute in amtlicher Funktion als Bürgermeister der Gemeinde Haßloch, zur Verabschiedung von Pfarrer Armin Jung spreche, so kann ich gedanklich dienstliches und privates kaum trennen.
Wir kennen uns nämlich sozusagen vom ersten Tag in Haßloch – 1986 – an. Hätten wir damals die Konstellationen und den Zeitpunkt seiner Verabschiedung gekannt, hätten wir sicher beide lachen müssen.
Armin Jung darüber, dass dieser angepasste, Jura studierende Drei-käse-hoch eines Tages in Haßloch in Amt und Würden steht. Und ich darüber, dass dieser klerikale Bohemien nach seiner Vikariats-Station in Florenz, in Haßloch nicht nur kurz Bodenkontakt aufnimmt, sondern hier über 20 Jahre bleibt.
-Sie merken, unser Verhältnis ist überaus herzlich (und ich darf Ihnen verraten, dass ich meine besondere Wertschätzung bereits in diesen ersten Jahren im Kirchenchor stets klar zum Ausdruck gebracht habe.)
Armin Jung ist über 20 Jahre in Haßloch geblieben, viel mehr noch: er ist in Haßloch angekommen und hat viele Spuren hinterlassen.
Vor seiner Wahl zum Dekan hat Pfarrer Jung als eines seiner Ziele genannt, den Kontakt der Kirchengemeinden zu den Kommunen zu stärken.
Diese enge Verbindung zur politischen Gemeinde hat er in seiner Person in Haßloch bereits viele Jahre praktiziert: Als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Kulturringes, als Mitglied des Arbeitskreises „Kunst“ aber auch als Vorsitzender der ökumenischen Sozialstation, die an vielen Stellen öffentliche soziale Aufgaben wahrnimmt.
Aber auch im Bereich der Kindertagesstätten und in zahlreichen weiteren Dingen blicken wir auf eine offene und sehr gute Zusammenarbeit, für die ich heute Dank sagen möchte.
Wie wir alle wissen, hat sich Pfarrer Jung der Schauspielerei verpflichtet – im Kulturverein „Ältestes Haus“. Auch dort haben sich unsere Wege gekreuzt.
Für Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, ist ein solches Hobby immer eine Gradwanderung.
Von Amts wegen nehmen wir – ob in der Politik oder in der Kirche – Rollen wahr, in denen wir auch schauspielerische Qualitäten brauchen. Die Kunst besteht darin, dass wir uns am Ende nicht selbst inszenieren, sondern authentisch bleiben.
Pfarrer Jung hat uns dieses wahrhaftige Bild an vielen Stellen gezeigt. – Vor allem in seinen Predigten und seinen Ansprachen zur Geburt; Vermählung und auf dem letzten Weg des Menschen. Er besitzt dabei die besondere Gabe, die Menschen in der Unterschiedlichkeit ihrer eigenen Welt zu begreifen und zu beschreiben.
Warum sage ich dies als Bürgermeister?
Weil sein langjähriges Wirken mit Sicherheit dazu beigetragen hat, dass die Bürgerinnen und Bürger von Haßloch, ob kirchlich gebunden oder nicht, näher zueinander kommen. Dies ist wichtiger als vieles andere.
Jungs kulturelles Engagement hat manches Interesse für die Kirche wecken können, es hat aber auch indirekt die Bande zwischen Kirche und politischer Gemeinde gestärkt.
Wir haben auch in Zukunft gemeinsame Aufgaben. So wie Pfarrer Jung sich im kulturellen Bereich eingebracht hat, wünsche ich mir – dies soll ein Wunsch und keineswegs eine Einmischung sein, dass die evangelische Kirche ihr Engagement für die Jugend verstärkt. Wir spüren im öffentlichen Raum immer mehr, dass es in Haßloch Jugendliche gibt, die für ihr Leben keine Orientierung haben. Darum müssen wir uns kümmern.
Der Abschied von Dir, lieber Armin, fällt uns insoweit nicht so schwer, als Du unserer Gemeinde als Dekan erhalten bleibst.
Für Dein engagiertes Wirken darf ich Dir im Namen der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates herzlich danken. Ausdrücklich haben mich auch die Fraktionen der CDU und der SPD gebeten, diesen Dank zu übermitteln.
Wir wünschen Dir für das neue Amt viel Erfolg und im Sinne des vorhin Gesagten Authentizität.
Damit die Verbindungen nach Haßloch nicht abreißen, darf ich Dir zwei Eintrittskarten für unsere Veranstaltung „Criminale 2007“ in der Sägmühle inkl. „Begrüßungsgetränk, 3-Gänge-Menü und eine mörderischen Überraschung“ am 19. April überreichen.
Vielen Dank!














