Traueransprache für Ewald Frank 6. November 2009
Sehr geehrte Frau Frank,
liebe Familien Frank,
verehrte Trauergäste,
der Gemeinderat, die Gemeindeverwaltung und die Verwaltungsspitze trauern um Ewald Frank.
Ewald Frank hat über ein Jahrzehnt die Geschicke der Gemeinde in wichtigen Positionen mitgestaltet. Er war von 1994 bis 1999 Mitglied des Gemeinderates und von August 1999 bis zum 1. Juni 2006 ehrenamtlicher Beigeordneter der Gemeinde Haßloch.
Als ehrenamtlicher Beigeordneter waren ihm die Geschäftsbereiche Feld- und Umweltschutz, Bestattungswesen, Grünanlagen, Immissionsschutz, Reinhaltung der Landschaft und Forsten übertragen. Dies schloss die Verantwortung für die Feld- und Umweltschützer, sowie die Mitarbeiter des Wertstoffhofes ein. Gemeinsam mit den in diesem Bereich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde war er an wichtigen und zukunftsweisenden Entscheidungen beteiligt. In die Zeit seiner Beigeordnetentätigkeit fielen die Veranstaltungen zur Lokalen Agenda 21, in deren Folge sich als wichtiger Baustein dieses Prozesses das Umweltforum bildete und in wesentlichen Teilen der Umweltbericht für die Gemeinde entstand. Umweltschutz und Energiefragen haben in den Jahren seines Wirkens stetig an Bedeutung gewonnen. Ewald Frank war sowohl an der Energieberichterstattung für die kommunalen Liegenschaften und Einrichtungen beteiligt, wie an den durchgeführten energietechnischen Sanierungen.
Ein wichtiges Thema für Politik und Verwaltung war in diesen Jahren der Wertstoffhof, der befestigt und beleuchtet wurde. Schließlich wurden die organisatorischen Voraussetzungen für die Überführung der Grünabfallsammelstelle in eine private Bewirtschaftung geschaffen.
Seit Dezernat hatte daneben vielfältige Aufgaben:
- Die Nutzung der gemeindlichen Wirtschaftswege erfuhr eine Neuregelung. - Für die NIKE-Station wurde ein Nutzungskonzept erstellt.
- Die Holzbewirtschaftung in unserem Haßlocher Wald erhielt mit der Zertifizierung eine notwendige Vermarktungsvoraussetzung.
Regelungen für die Grabenbewirtschaftung sowie die Erstellung eines Baumkatasters konnten in der Zeit seiner Beigeordnetentätigkeit realisiert werden.
Ein wesentlicher Teil seiner Tätigkeit galt unseren Friedhöfen. Unter seiner Verantwortung wurde über den Neubau der Urnenmauer und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entschieden. Die Vorbereitung eines langfristigen Konzeptes für unsere Friedhöfe wurde von Ewald Frank mit großem Interesse und Verantwortungsbewusstsein behandelt. Er hat sich den politischen Diskussionen zu seinen Themen gestellt und einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung unserer Gemeinde geleistet. Ewald Frank hat seine Aufgabe mit hohem persönlichen Einsatz erfüllt. Er war in der Natur regelmäßig vor Ort und immer im Gespräch mit unseren Bürgerinnen und Bürgern.
Dabei kamen ihm seine vielen Kontakte und Kenntnisse aus seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Lehrer für Englisch und Französisch an der Haßlocher Realschule zugute. Dort war er seit 1966 und damit seit deren Anfängen tätig gewesen. Ewald Frank gehörte nicht nur zu den Wegbereitern der Realschule in Haßloch, ein Jahrzehnt später war insbesondere er es, der den Schüleraustausch mit Viroflay bei Paris in Gang brachte. Daraus ist eine Schulpartnerschaft der Realschule mit dem Collége Racine in Viroflay entstanden, die bis heute ein wichtiger Pfeiler unserer bald 50jährigen Partnerschaft ist. Viele Schülergenerationen haben über diesen Schüleraustausch Verbindung und Freundschaft zu unserem Nachbar Frankreich erhalten, wofür wir außerordentlich dankbar sind. Unsere französische Partnergemeinde Viroflay trauert mit uns und es ist ein Zeichen der freundschaftlichen Verbindung zu Ewald Frank und seiner Familie, dass heute seine langjährige Kollegin in Viroflay Frau Gatti zu diesem letzten Abschied gekommen ist.
Wir - damit meine ich auch seine Kollegen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gemeindeverwaltung - haben Ewald Frank mit seinem ruhigen, ausgleichenden Wesen außerordentlich geschätzt. Er widmete sich mit hohem Einsatz und Akribie vielen Anliegen und trat mit großer Aufmerksamkeit auch seinen Mitmenschen gegenüber. Ich persönlich und mit mir die Kolleginnen und Kollegen erinnern uns an manches verbindende Gespräch. Die letzten Jahre waren für ihn infolge der angegriffenen Gesundheit schwieriger geworden. Dass er am Geschehen in Haßloch nicht mehr so teilhaben konnte und sich von der Öffentlichkeit zurückziehen musste, hat er sehr bedauert, doch der persönliche Kontakt ins Rathaus blieb. Haßloch war dem aus Maulbronn stammenden Schwaben, gemeinsam mit seiner lieben Frau und seinen Kindern zur Heimat geworden. Er war fest in unserer schönen Gemeinde verwurzelt.
Liebe Frau Frank, liebe Familien Frank,
Ihnen gilt unsere herzliche Anteilnahme.
Wir sind traurig, dass Ewald Frank nicht mehr da ist und werden ihn in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten.
Hans-Ulrich Ihlenfeld