Jan 29, 2009

Ansprache zum Neujahrsempfang am 23.01.2009

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde Haßloch,

das Jahr 2008 war geprägt von einer Fülle von Ereignissen, Entscheidungen und Diskussionen, über die ich Ihnen heute berichten werde. Wie immer stellt sich beim Neujahrsempfang die Frage, wo wir als Kommune stehen und was unsere Aufgabenstellung für das neue Jahr ist. Wenn es nach dem Ergebnis der Bürgerbefragung zur Lebensqualität in Haßloch geht, die wir im Rahmen eines Pilotprojektes des Landes Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Forschungsinstitut der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer durchführen konnten, so können wir insgesamt in allen Bereichen auf gute Ergebnisse verweisen. Besonders wichtig sind für unsere Bürgerinnen und Bürgern die Themen: Wohnen, Sicherheit, Gesundheit und Bildung.

Auch wenn wir mit unseren Angeboten in einer Reihe von Punkten naturgemäß nicht mit größeren Städten mithalten können, so fühlen sich unsere Bürgerinnen und Bürger in Haßloch hier mindestens genauso wohl. Die Befragung hat deutlich bestätigt, was wir in unserem Kommunalmarketingprozess definiert haben: „Haßloch - ein Dorf im Gleichklang. Leben, Wohnen und Arbeiten, eine runde Sache." Auch unsere Verwaltung hat bei dieser Befragung gute Ergebnisse erreicht. Dies bestätigt uns, dass wir mit unserem Serviceangebot den richtigen Weg verfolgen. Dieses Serviceangebot werden wir ab April noch um eine KFZ-Zulassungsstelle, als Außenstelle der Kreisverwaltung, im Bürgerbüro erweitern können. Vor einem Vierteljahr hätte ich Ihnen zu unserem Haushalt gesagt, dass wir mit einer ausgeglichenen Haushaltslage in das Jahr 2009 starten. Wir haben im Jahr 2008 als eine der ersten Gemeinden im Landkreis Bad Dürkheim den doppischen Haushalt eingeführt. Den Ergebnishaushaltsplan, der ungefähr dem früheren Verwaltungshaushalt entspricht, konnten wir für das Jahr 2008 sogar mit einem kleinen Überschuss verabschieden. Damit konnten wir den kommunalen Haushalt im 4. Jahr infolge ausgeglichen verabschieden. Bei der Haushaltsrechnung 2008 werden wir aber bereits die Auswirkungen der Finanzkrise spüren. Die großen Haßlocher Unternehmen treten derzeit auf der Stelle. Dies bedeutet im Klartext auch, dass wir in der aktuellen Phase mit rund 1 Million Euro weniger Gewerbesteuer-, Umsatz- und Einkommens-steuereinnahmen rechnen müssen und dies auch Auswirkungen auf die aktuelle Haushaltsplanung für 2009 hat. Selbstverständlich, das sei nicht verschwiegen, wird sich die Verschuldung der Gemeinde durch die geplanten Investitionen im Bereich Feuerwehr und Kulturviereck erhöhen. Wir werden aber in der Pro-Kopf-Verschuldung auch weiterhin deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegen. Ich will nicht verkennen, dass diese Sichtweise den Bereich der Haßlocher Immobilien Gesellschaft ausblendet, man muss jedoch auch klar erkennen, dass die dort vorgenommenen Investitionen in Grundstücke lange vor meiner Zeit bewusste Investitionen für die Weiterentwicklung Haßlochs waren. Dies verlangt, dass wir für die Beurteilung, wie viel Investitionen unsere 20.000 Einwohnergemeinde vertragen kann, diesen Bereich auch gesondert sehen müssen. Die vorgesehenen Investitionen sind notwendige Investitionen in die Zukunft. Ich sage auch, in der Phase der bevorstehenden Rezession sind gerade wir gefordert konjunkturfördernde Maßnahmen zu ergreifen. Wir werden alles tun, die kurzfristigen Mittel des Landes zur Konjunkturförderung für die Kommunen zu nutzen.

Das Jahr 2008 war geprägt von einer Reihe von Planungs- und Erschließungsmaßnahmen bei den langfristigen Projekten. Wir konnten in diesem Jahr weiter die Vermarktung der Grundstücke im Bereich Verlängerte Friedhofstraße vorantreiben. In diesem kleinen Neubaugebiet mit insgesamt 32 Grundstücken, haben eine Reihe von Baumaßnahmen stattgefunden. Wir merken allerdings auch, dass die Grundstücksverkäufe infolge der Finanzkrise momentan gebremst sind. Sehr erfreulich ist, dass wir vor einigen Wochen die beiden Straßen in diesem Gebiet ihrer Bestimmung übergeben konnten mit den Namen Emil-Schneider-Straße und Kurt-Flockert-Straße, die an unsere früheren Bürgermeister und ihr Wirken erinnern. Viel geschehen ist auch im Gebiet Südlich der Rosenstraße, auch wenn dies optisch im Moment die Bürger noch nicht wahrnehmen können. Die Baulandumlegung durch das Katasteramt konnte im Jahr 2008 durchgeführt und schließlich auch abgeschlossen werden. Die entsprechenden Zuteilungsbescheide sind inzwischen bestandskräftig. Wir sind sehr froh darüber, dass Dank der „einfühlsamen" Arbeit des Katasteramtes nun die Erschließung des Gebietes unmittelbar bevorsteht. Mit knapp 10 Hektar gehen wir in diesem Jahr auch in die Vermarktung und hoffen, dass die Bautätigkeit schnell aufgenommen wird. Neben Einfamilienhäusern und Reihenhäusern werden in diesem Gebiet auch Geschossbauten entstehen. Die Marktsituation der letzten Jahre zeigt sehr deutlich, dass es in unserer Bevölkerung vor allem bei den Senioren und Jungsenioren die sehr starke Tendenz gibt, Häuser mit großen Grundstücken zu verkaufen, um zum Beispiel eine gut ausgestattete altersgerechte Eigentumswohnung zu erwerben. Beschäftigt hat in diesem Jahr uns die Frage der Energieversorgung für das Neubaugebiet, die vor der Erschließung geklärt sein musste. In einer Grundsatzentscheidung haben sich alle Fraktionen im Rat dazu bekannt, dass eine Nahwärmeversorgung auf regenerativer Basis für das Gebiet aufgebaut werden soll. Aufgrund des eindeutigen Ratschlages zahlreicher Experten und auf der Grundlage eines vom Land finanzierten unabhängigen Gutachtens, hat die Mehrheit des Rates auch beschlossen, dies in einer Satzung für alle Bauherren des Gebietes verbindlich zu regeln. Ich habe bereits in den letzten Jahren an dieser Stelle immer wieder das Thema Energie aufgegriffen. Die Frage der Energieversorgung und auch der Energieeffizienz, das heißt wie wir in unseren Häusern Energie sparen können, bekommt einen immer wichtigeren Stellenwert. Die gesetzlichen Regelungen gehen ab dem Jahr 2009 dahin, dass wir für die Grundstücke nicht mehr wie bisher allein eine Versorgung mit Erdgas vorsehen können. Vielmehr besteht eine Verpflichtung zur Nutzung regenerativer Energie. Im Gebiet Südlich der Rosenstraße wird es eine Wärmezentrale geben, die diese Anforderungen erfüllt. Ein Gas-BHKW soll nur für die Startphase und zur Abdeckung der Spitzenlast dienen. Die Heizzentrale wird schrittweise mit dem Wachsen des Wohngebietes vergrößert werden. Die anliegenden Grundstücke werden durch ein Leitungsnetz mit heißem Wasser versorgt. Wir sind überzeugt, dass dieses Modell zukunftsweisend sein wird. Es ist möglicherweise der Beginn weiterer Nahwärmenetze für unsere Gemeinde Haßloch, denn gerade in den letzten Wochen hat sich für uns alle die Notwendigkeit gezeigt, dass wir uns perspektivisch unabhängig machen müssen vom versiegenden Rohstoff Erdgas. Wenn ich gedanklich von regenerativen Energien spreche, so muss ich an dieser Stelle auch das Schlagwort Geothermie nennen, das uns ebenfalls im vergangenen Jahr beschäftigt hat. Die Erdschichten im Untergrund weisen im Oberrheingraben Verwerfungen auf, die es ermöglichen, heißes Wasser aus ca. 3.000 Metern Tiefe zu fördern. In dem südlichen Erlaubnisfeld der Gemeinde Haßloch wurden von dem Unternehmen GeoEnergy, das exklusiv über entsprechende Bergrechte zur Untersuchung und zur Förderung in diesem Bereich verfügt, Untersuchungen angestellt, die bestätigt haben, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit lohnt, in Haßloch entsprechende Bohrungen vorzunehmen. Entsprechende Möglichkeiten zur Bohrung bestehen im Bereich des Haßlocher Waldes und am südlichen Ortsrand zwischen der Bebauung und dem Waldgebiet. Wir haben uns in einem ersten Schritt als Gemeinde dazu entschlossen, eine entsprechende Bohrung und die Errichtung eines Kraftwerkes im Bereich der NIKE-Station zu unterstützen und zu befürworten. Gegenwärtig findet ein kompliziertes Prüfungsverfahren statt, an dem die Gemeinde, die Kreisverwaltung Bad Dürkheim, das zuständige Bergamt und die SGD-Süd beteiligt sind. In diesem Verfahren werden alle betroffenen Belange geprüft werden. Wir werden zunächst dieses Verfahren durchführen, um sodann zu prüfen, ob es einen weiteren näher am Ort gelegenen Standort für ein Geothermiekraftwerk geben kann, das möglicherweise dann auch für eine Nahwärmeversorgung genutzt werden kann. Gemeinsam mit der Umweltdezernentin Frau von Lohr und den zuständigen Mitarbeitern bin ich überzeugt, dass wir heute im Sinne einer zukunftsorientierten Energiepolitik aktiv solche Chancen aufgreifen müssen. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Erschließung des Gewerbegebietes Nördlich der Bahnlinie. Die Erschließung des Gebietes konnte planmäßig abgeschlossen werden. Zur Zeit stehen wir in der Vermarktung. Was wir für das Gebiet wollen, wissen wir ziemlich genau. Wir haben im Rahmen des Kommunalmarketingprozesses auch hier ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Zum Einen geht es darum, durch großflächige Ansiedlungen Arbeitsplätze zu schaffen. Wir haben die zukunftsfähigen Branchen definiert und halten ebenso kleinere Grundstücke für mittelständige Betriebe, insbesondere aus Haßloch bereit. Wir favorisieren ferner die Ansiedlung eines Baumarktes. Die Voraussetzungen für die Ansiedlung eines Baumarktes konnten wir im vergangenen Jahr erfreulicherweise klären. Mit der definitiven Entscheidung des den Markt betreibenden Unternehmens, die infolge der Finanzkrise zurückgestellt worden war, rechnen wir in den nächsten Wochen und haben dafür positive Anzeichen. Im Falle einer Absage wird ein alternatives Vorgehen greifen. Für eine weitere großflächige Ansiedlung durch ein Unternehmen der Pharmaindustrie haben wir leider eine Absage erhalten. Das Unternehmen erweitert sich am bisherigen Standort. Auch hier finden alternative Verhandlungen statt. Gemeinsam mit der Volksbank, die ebenfalls über Grundstücke in dem neuen Gewerbegebiet verfügt, verhandeln wir derzeit mit Interessenten der Branchen Metallverarbeitung, Automobil- und Baumaschinentechnik, Recycling, Logistik, Dienstleistungen, JT sowie Gesundheit und Wellness. Wir informieren die politischen Gremien über die Verhandlungen und Werbemaßnahmen und führen auch mit finanzierenden Banken Gespräche. Ich appelliere an alle Beteiligten, gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Phase, die an dieser Stelle ohne Zweifel spürbar ist, durch Negativparolen im politischen Raum nicht den Standort und die Verhandlungsposition schlecht zu reden. Seit 2008 verfügt unsere Wirtschaftsförderung über eine neue Kommunikationsplattform mit 1.500 Datensätzen Haßlocher Betriebe. Das neue Verkehrsleitsystem hat erste Ergebnisse hervorgebracht. Für das Industrie- und Gewerbegebiet Süd konnten neue Standorte für moderne Informationsanlagen in der Fabrikstraße und an der Westrandstraße ihrer Bestimmung übergeben werden. Damit bekommt die Gewerbebeschilderung in diesem Gebiet ein geordnetes Gesicht. Die Politik wird in diesem Jahr über die weiteren Schritte eines neuen Parkleit- und Verkehrsleitsystem für ganz Haßloch entscheiden. Ein im zuständigen Ausschuss TVO von allen Ratsfraktionen erarbeitetes Konzept liegt inzwischen vor.

Unter Einbeziehung der Gemeinde als Planungsbehörde, konnten im nördlich anschließenden Gebiet „Im Glockenstein" im zurückliegenden Jahr eine Tankstelle, ein Entertainment-Center und ein Schnellrestaurant angesiedelt werden. Ohne Zweifel steigert dies die Attraktivität unseres Standortes. Auch ist ein Anziehungspunkt für Jugendliche etwas Positives. Wir sind allerdings auch dabei, die negativen Begleiterscheinungen gegenüber der Bevölkerung im Wohn- bzw. Mischgebiet einzudämmen. Mit der Bebauung konnte auch, insbesondere in intensiver Abstimmung mit der Kreisverwaltung, die Altlastenproblematik des ehemaligen Deponiegeländes geklärt werden. Die für eine zukünftige andere Nutzung noch freien Geländeteile des Bauunternehmens, das einen anderen Standort in Haßloch suchen wird, haben uns im vergangenen Jahr ebenfalls intensiv beschäftigt. Insbesondere geht es hier um die Frage, in wie weit wir es verkraften, an dieser Stelle Einzelhandel zuzulassen. Geklärt ist inzwischen, dass ein Discounter im Bereich zwischen Tankstelle und Schnellrestaurant angesiedelt werden kann. Im übrigen verfolgen wir nach vielen Verhandlungen, auch in den politischen Gremien, die Linie, dass das REAL-Gelände und das Ortszentrum weiter gestärkt werden sollen und darüber hinaus Einzelhandel, insbesondere im Lebensmittelbereich sich für die Bürger innerhalb des Ortes befinden soll. Die Versorgung mit Lebensmittelmärkten hat uns im vergangenen Jahr mehrfach beschäftigt, da die Entwicklungen bei Vollsortimentern hin zu größeren Märkten gehen. Wie Sie bemerkt haben, hat der ALDI-Markt bereits eine Vergrößerung vorgenommen. Weitere Anträge liegen vor. Bei all diesen Überlegungen steht bei uns natürlich auch die Entwicklung im Zentrum im Vordergrund mit der Ansiedlung entsprechenden Einzelhandels südlich der Schillerstraße. Inzwischen hat die Post ein neues Domizil bezogen. Wir sind froh, dass sich die Postpartnerfiliale mitten im Ort befindet und werden uns selbst, insbesondere noch mit der Parksituation in der Umgebung beschäftigen. Ich appelliere allerdings an Sie alle, dieser neuen Situation zunächst einmal eine Erprobungschance zu geben. Wir werden mit der Post und dem privaten Betreiber nach einigen Monaten Bilanz ziehen. Das Vorhaben in der Schillerstraße gewinnt an Fahrt. Durch einen „glücklichen Umstand" konnte die Gemeinde im vergangenen Jahr das Postgebäude sehr günstig erwerben. Inzwischen wurde es an die Firma Hery als Investor für den Bereich südlich der Schillerstraße weiter veräußert. Inzwischen steht die Procuritas GmbH, Bad Honnef als Betreiber des Pflegeheimes, sowie für das Betreute Wohnen fest. Es werden von Procuritas 100 Pflegebetten mit einer besonderen Station für Demenzkranke und 12 bis 14 behindertengerechte Wohneinheiten entstehen. Die Verhandlungen mit zwei führenden Discountern für den vorgesehenen Markt mit einer Gesamtfläche von 1.450 m² sind in der Endphase. Geklärt ist auch mit der Raiffeisenwarenzentrale, dass der Raiffeisenmarkt in einem Neubau mit 500 m² an dieser Stelle bleiben soll. Diese Entwicklung korrespondiert mit den sich konkretisierenden Planungen der Gemeinde im Rahmen der Ortskernsanierung. Vorgesehen ist im Bereich südlich des Rathauses der Ausbau einer Straßenverbindung, die neben dem weiteren Geschäftsgebäude des Investors an der Ecke zur Schillerstraße eine perspektivisch weitere Geschäftsbebauung zwischen Schillerstraße und Rathaus zulässt. Wie in keinem Jahr zuvor, konnten wir im vergangenen Jahr den früheren Jahnplatz als Festplatz genießen. Es gab nicht nur den Bühnenbereich beim Andechser Bierfest und den wirklich beeindruckenden Weihnachtsmarkt der 1000 Lichter. Wir konnten im letzten Mai auf diesem Platz auch das erste Haßlocher Weinfest feiern, dies alles organisiert vom 2. Bgo. Jürgen Vogt und seiner Mannschaft. Schließlich fand auch die Spätjahreskerwe als „Haselnusskerwe" hier einen neuen Platz, was von den Besuchern ausdrücklich gelobt wurde. Dieser Bereich wird deshalb im Rahmen seiner Neugestaltung als Platz mit regulären Parkmöglichkeiten erhalten bleiben. Ein völlig neues Raumgefühl bekommen wir durch den Erweiterungsbau der Feuerwehr, der in seiner Gestaltung mit dem Rathaus korrespondiert. Er gibt nun der Leo-Loeb-Straße und dem Platz hinter dem Rathaus - übrigens mit einer hervorragenden Akustik - ein Gesicht. Mit ihm entsteht auch die neue öffentliche Toilettenanlage. Die Erweiterung der Feuerwehr wird in einigen Wochen abgeschlossen sein. Es handelt sich in seinen Abläufen und in der Technik um ein anspruchsvolles Vorhaben, bei dem sich alle Beteiligten, die Wehr, der Architekt und die gemeindlichen Gremien immer wieder bei ihren Entscheidungen zusammenraufen mussten. Klar ist, die Erweiterung wird die modernen Anforderungen der Wehr auf Dauer erfüllen. Richtig ist auch, dass bei der Gestaltung Wert gelegt wurde auf ein Gebäude, das sich im Zentrum sehen lassen kann. Bei den Kosten werden wir in der Tat ca. 300.000 Euro höhere Aufwendungen haben als ursprünglich geplant, was sowohl auf Kostensteigerungen als auch auf Erfordernisse, die sich während der Bauphase gezeigt haben, zurückzuführen ist. Es wird jedoch - davon kann sich jeder ein Bild machen - kein Luxusbau entstehen, vielmehr eine angemessene Erweiterung der Feuerwehr, die wesentlich günstiger ausgefallen ist, als ein Neubau an anderer Stelle. Wir setzen auch in Zukunft auf den ehrenamtlichen Einsatz unserer Wehrleute. Wirtschaftlich war für die Gemeinde Haßloch das Jahr 2008 keineswegs so schlecht, wie es sich infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise im letzten Vierteljahr entwickelt hat. Wir hatten insbesondere in der ersten Jahreshälfte einen Aufschwung zu verzeichnen und stellen mit Freude fest, dass in unserem Gewerbe- und Industriegebiet eine ganze Reihe von Neuinvestitionen entstanden sind und entstehen, die von unserer Wirtschaftsförderung begleitet wurden. Neben der Firma Media², hat auf einem früheren Gemeindegrundstück die Firma Fröhlich einen Hallenbau für Dienstleistungen errichtet, die Schleiferei Hildebrand will ebenfalls an den Ortsrand rücken, die Firma TNV-Dämmstoffe errichtet für ihre Produktion zur Zeit mit einer Investition von 2.3 Mio Euro ein großes Hallengebäude. Bei unseren großen Unternehmen ist gegenwärtig- infolge der gedrosselten Produktion in der chemischen und in der Automobilindustrie - streckenweise Kurzarbeit angesagt. Wir hoffen, dass unsere im Kern gesunden Arbeitgeber die prognostizierte Durststrecke im Jahr 2009 unbeschadet durchstehen können. Im Ortszentrum selbst hat es im Gewerbe eine Reihe von Veränderungen gegeben. Wir haben in allen Schließungs- wie Neueröffnungsfällen mit betroffenen Inhabern Gespräche geführt. Das Ortszentrum hat im Angebotsportfolio jedoch Defizite, die wir im Kommunalmarketing klar erkannt haben. Auch fehlt der Aspekt Erlebniseinkauf. Man kann hier aber nicht von einem toten Zentrum sprechen. Wünschenswert wäre, eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit der Händler, die im vergangenen Jahr mit einigen Aktionen, unter anderem der Kundenbindungsaktion, Früchte getragen hat. Wünschenswert wären auch moderatere Mietvorstellungen der Eigentümer. Ich sage dies deshalb, weil dies in der Vergangenheit eine beträchtliche Zahl an Ansiedlungen leider verhindert hat. Das Thema Heyd hat auch im vergangenen Jahr die Gemüter beschäftigt. Wir haben in einer Veranstaltung als Gemeinde unter dem Titel „Wohin entwickelt sich das Haßlocher Ortszentrum?" einmal sämtliche Ansätze und Ideen zusammengetragen und auch das Gespräch zwischen allen Beteiligten gefördert. Bei allen reizvollen Ideen - auch für einen Saal Löwer - fehlt es jedoch nach wie vor an einem realistischen Investitionskonzept. Wie uns auch seitens des Landes erklärt wurde, kann ein tragfähiger Ansatz nicht darin bestehen, dass die Gemeinde selbst in diesem Bereich als Investor tätig wird. Wir unterstützen weiter - auch in Abstimmung mit dem Eigentümer - eine Entwicklung des Objektes und befinden uns aktuell in weiteren Gesprächen mit Investoren und dem Land Rheinland-Pfalz. Wie ich bereits ausgeführt habe, ist das Thema Energie und Energieeffizienz ein immer wichtiger werdendes Thema für unsere Gemeinde. Unsere Gemeindewerke positionieren sich neu. Kooperationen wie z. B. die „Pfalzenergie" weisen in die Zukunft. Die Gemeindeverwaltung hat, insbesondere unter der Leitung unserer Umweltdezernentin Frau von Lohr, hier eine ganze Reihe von Initiativen ergriffen: Geothermie habe ich bereits erwähnt. Gegenwärtig prüfen wir gemeinsam mit den Gemeindewerken, in wie weit im Bereich des Sandbuckel ein Solarpark auf dem früheren Deponiegelände errichtet werden kann. Die Gemeindewerke prüfen und konzipieren die Errichtung einer Anlage für Biogas, der Forstzweckverband - übrigens durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise bei der Abnahme von Industrieholz gebeutelt - prüft, ob für seinen Bereich die Herstellung von Holzhackschnitzeln zur Energieerzeugung sinnvoll sein kann. Wir haben ferner auf einer Vielzahl von Dächern kommunaler Einrichtungen durch private Betreiber Solar- bzw. Photovoltaikanlagen errichten lassen und bezuschussen entsprechende Anlagen weiterhin auch auf privaten Dächern. Erwähnenswert dabei auch die Bürgerphotovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses, die bislang kaum Zuspruch gefunden hat und in ihrer Wirtschaftlichkeit nochmals neu berechnet werden soll. Bei der Energieeffizienzveranstaltung „Unser ener" haben wir auf private Energieeinsparmöglichkeiten, insbesondere durch Wärmedämmung zum wiederholten Male aufmerksam gemacht. Wir haben in diesem Bereich - Sie werden es an den kalten Tagen in Ihren Häusern gemerkt haben - ein großes Potential an Einsparmöglichkeiten. Wir nutzen diese Einsparpotentiale auch für gemeindliche Bauten. Nach der Ernst-Reuter-Schule und der Kita „Haus Kunterbunt" wird in diesem Jahr die Außensanierung des Rathauses folgen. Werke und Gemeinde haben im Zuge der Erweiterung der Feuerwehr für das Feuerwehrgebäude und das Rathaus eine neue Heizanlage konzipiert, die auf Holzhackschnitzelbasis betrieben wird. Auch dies kann der Beginn eines weitergehenden Wärmenetzes für das Zentrum sein. Unser Konzept zur Energieeinsparung bei der Straßenbeleuchtung schließlich konnte bereits bei Tagungen zu dieser Thematik als vorbildlich vorgestellt werden. Bei den Baumaßnahmen möchte ich nicht vergessen, dass wir im vergangenen Jahr in der Schillerschule einen Computerraum eingerichtet haben. Wir haben ferner die Gerätehalle auf dem Parkfriedhof erweitert und die bisherige Friedhofsverwalterwohnung zu Sozial- und Büroräumen für die Gärtner für insgesamt 250.000 Euro umgebaut. Erfreulich ist, dass an dieser Stelle die Gärtner des Bauhofes, die für das öffentliche Grün zuständig sind, organisatorisch mit den Friedhofsgärtnern zusammengeführt wurden. Die Synergien bei der Gerätenutzung wie beim Personaleinsatz liegen auf der Hand. Dies ist der erste Schritt für den weiteren Ausbau der Kooperation. Im Jahr 2008 konnten wir erneut eine Reihe von Fahrzeugen für den Bauhof ersetzen.

Ein - zumindest die Berichterstattung der Presse - beherrschendes Thema im vergangenen Jahr war erneut die Verwirklichung des Kulturvierecks neben dem Heimatmuseum. Zum Sachstand: Die Baumaßnahme hat inzwischen begonnen. Das alte Anwesen Gillergasse 14 wurde vollständig abgetragen, alte Materialen, die wiederverwendet werden sollen, wurden gesichert. Das Land Rheinland-Pfalz hat uns einen Zuschuss im Umfang von 880.000 Euro für die Verwirklichung des Projektes zugesagt. Wir haben wie angekündigt die Planung überarbeitet, insbesondere den Aspekt Hofansicht zur Gillergasse 11 und werden die noch offenstehenden Fragen in den bevorstehenden Bauausschusssitzungen klären, damit das Vorhaben zügig fortgeführt werden kann. Wir rechnen mit einer Gesamtbauzeit von einem Jahr. Inzwischen konnte zur Gillergasse 11 hin ein großer Bauzaun errichtet werden, so dass sämtliche Veranstaltungen im Hof auch in diesem Jahr problemlos durchgeführt werden können. Ich hatte bereits vor einem Jahr an dieser Stelle deutliche Worte gefunden und das Verhalten von Teilen der Politik als aus meiner Sicht undemokratisch bezeichnet. Dass im Jahr 2008 darüber hinaus noch einmal alle denkbaren Schritte, bis hin zu einem Bürgerbegehren, ergriffen würden, um das Vorhaben auch öffentlichkeitswirksam zu Fall zu bringen, konnte ich mir damals nicht vorstellen. Der Gemeinderat hat sich 2008 wiederholt mit der Thematik und auch mit den Anträgen, die Entscheidung zu revidieren, befasst und an seinem lange beschlossenen Weg festgehalten. Es waren - und dies sage ich als Vorsitzender des Gemeinderates - nicht kleinliche formale Gründe, die ein Durchdringen anderer Lösungen verhindert haben, sondern am Ende haben die Gegner nicht die von ihr gewünschte Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren. Der Entscheidungsweg hat uns auch als Verwaltung viel Kraft gekostet. Die massive Medienunterstützung hat viel Beachtung, aber auch viel Verwunderung in der Region ausgelöst. Lassen Sie uns jetzt gemeinsam das Vorhaben verwirklichen und die Chancen, die darin liegen, nutzen. Im vergangenen Jahr habe ich auch bereits prophezeit, dass uns das Thema Bildung und künftige Schulformen in Haßloch beschäftigen wird. Dass die Entwicklungen bereits nach einem Jahr so weit gediehen sind, hätte ich damals nicht gedacht. Nach einer Entscheidung des Landes wird das Gymnasium zu einem sogenannten G8-Gymnasium ausgebaut, mit einer auf 8 Jahre verkürzten Schulzeit bis zum Abitur, verbunden mit einer - und dies ist für uns als Kommune entscheidend - verpflichtenden Ganztageseinrichtung. Realschule und Kurpfalzschule werden zu der neuen Schulform Realschule plus verschmolzen. Auch hier ist mittelfristig an die Verbindung zu einer Ganztageseinrichtung gedacht. Realschule und Hauptschule werden in Haßloch zunächst kooperativ und nicht in der intensiveren integrativen Form zusammenarbeiten. Für diese neuen Formen gilt salopp gesagt das Gleiche wie für die Postpartnerfiliale. Bitte warten Sie zunächst einmal die Umsetzung und die damit verbundenen Erfahrungen ab, dann werden wir auch als Kommune bei den uns betreffenden Fragen Bilanz ziehen und neu über den richtigen Weg entscheiden. Obwohl wir uns in Haßloch, was Haupt- und Realschule anbelangt, auf einer Insel der Seeligen befunden haben, muss man leider heute das Ende dieser beiden getrennten Schularten diagnostizieren. Der Begriff „Hauptschule" benachteiligt die Absolventen in ihren weiteren Ausbildungschancen. Die Schülerzahlenentwicklungen führen auch bei der Hauptschule zu einem immer stärkeren Rückgang dieser Schulart, die ihre Existenzberechtigung in Frage stellt. Als Kommune sind wir nun noch bei der Frage der Trägerschaft gefragt. Als Gemeindeverwaltung begrüßen wir die Absicht, mit der Fachoberschule ein zusätzliches Bildungsangebot an die Realschule plus anzukoppeln. Wenn dies kommt, bedeutet dies auch, dass insgesamt die Trägerschaft für die Schule automatisch beim Kreis liegen wird, was sich gegenwärtig in den Entscheidungsgremien auch andeutet. Als Kommune werden wir darauf achten, dass unsere Nutzungsrechte wie bisher erhalten bleiben und es sich tatsächlich weiterhin um eine „Haßlocher Schule" und nicht nur um eine Schule in Haßloch handelt. Mit den entstehenden Ganztagesangeboten ist natürlich an vielen Stellen auch die Verbindung zur Gemeinde, zu gemeindlichen Einrichtungen, wie Musikschule und Bücherei oder zu den Vereinen geknüpft. Wenn in Deutschland zukünftig Schüler ganztägig unterrichtet bzw. betreut werden, so hat dies zwangsläufig eine Veränderung der Freizeitgestaltung zur Folge. Hier müssen Vereine, Einrichtungen und Schulen gemeinsam die richtigen Wege finden. Die Gemeinde Haßloch unterstützt dabei vorbehaltlos das Gymnasium und die Realschule plus, wie dies Herr 1. Beigeordneter Hurrle als Schuldezernent mit großer Leidenschaft seit vielen Jahren im Sinne unserer Jugend getan hat. Wir legen allerdings Wert auf eine Partnerschaft und sind nicht nur Zuträger. Entscheidend wird die künftige Gestaltung der Infrastruktur im Bereich der Haßlocher Schulen im Norden sein. Für den Ganztagesbetrieb wird eine Mensa benötigt, die auf dem Gelände zwischen der Dreifeldsporthalle und der Realschule bereits seit Jahren angedacht ist. Im Bereich der Freisportanlage gibt es weitere Gestaltungsmöglichkeiten und auch die Situation in den umliegenden Straßen muss - auch im Sinne der dortigen Wohnbevölkerung - weiter bedacht werden. Aus dem Bereich der Sozialverwaltung kann ich über eine ganze Reihe von Neuerungen und Entwicklungen berichten. Die Spendenaktion für Sven Buhl, der bei einem tragischen Unfall beide Beine verloren hat, konnte in diesem Jahr abgeschlossen werden mit einem Gesamtspendenbetrag von über 120.000 Euro, für die ich unserer Bevölkerung auch an dieser Stelle noch einmal danken möchte. Unter Federführung des Sozialdezernenten konnte mit Unterstützung einer Reihe von Sponsoren der neue Ortsbehindertenführer herausgegeben werden. Das Bündnis für Familien hat im Jahr 2008 in seinen Arbeitsbereichen eine Fülle von Projektvorschlägen entwickelt, deren Umsetzung gegenwärtig angegangen wird oder auf dem Prüfstand steht. Bei den Kindertagesstätten verzeichnen wir weiter rückläufige Kinderzahlen. Mit den freiwerdenden Kapazitäten konnten bisher die gesetzlich neu hinzugekommenen Plätze für Kinder unter 3 Jahren geschaffen werden. In der Kindertagesstätte „Haus Kunterbunt" bei den „Kleinen Freunden, sowie bei der evangelischen Kindertagesstätte Paul-Gerhardt und Karl-Sieder, welche die Gemeinde finanziell unterstützt, werden jeweils 6 Plätze für 2-jährige Kinder in Form von geöffneten Kindergartengruppen eingerichtet werden. In der evangelischen Kindertagesstätte Paulusheim wird eine Kindergartengruppe in eine altersgemischte Gruppe mit 7 Krippen und 8 Kindergartenplätze umgewandelt. Mit Beginn des Kindergartenjahres 2008/2009 am 1. Oktober wurde - wie bereits im „Haus Kunterbunt" vor einem Jahr geschehen - bei den „Kleinen Freunden" eine geöffnete Kindergartengruppe mit 25 Plätzen eingerichtet. Das bestehende Hortangebot wurde ab 1. August 2008 um 6 Hortplätze erweitert. Insgesamt sind dies Maßnahmen, die vor allem unseren jungen Familien oder Alleinerziehenden entgegenkommen. Angegangen wurde im Jahr 2008 unter Mithilfe der Arbeitsgruppe „kinder- und jugendfreundliches Haßloch" unsere Spielplatzsituation. Geplant sind eine Spielleitplanung und Angebote für Jugendliche. Erfreulich ist, dass sich die Volkshochschule gemeinsam mit dem Jugendzentrum Blaubär und privaten Anbietern um eine „Jugendkunstschule" bemüht. Auch kulturell brachte das Jahr 2008 eine Reihe von Höhepunkten mit Theater, Kunst und natürlich viel Musik. Unter anderem war die Gemeinde Mitausrichter der erfolgreichen Veranstaltung Palatia Jazz im Hof des Ältesten Hauses, die dort einen hervorragenden Rahmen gefunden hatte. Der Kulturdialog und Jugendkulturdialog hat Ideen erarbeitet für künftige Kulturveranstaltungen mit überregionaler Ausstrahlung - natürlich auch für die Veranstaltungen im neuen Kulturviereck -

An dieser Stelle möchte ich noch eine Reihe von Projekten erwähnen, die im Jahr 2008 entscheidend vorangetrieben wurden: Wir konnten im Jahr 2008 die langen Diskussionen um den Standort der Grillhütte abschließen und haben uns nun für einen Standort auf dem Sandbuckelgelände, unmittelbar hinter den bereits vorhandenen Vereinsansiedlungen entschlossen. Die jetzt vorgesehene Stelle befindet sich nicht auf Altlasten belastetem Gelände, sie lässt eine weitere, möglicherweise in Aussicht stehende Vereinsansiedlung noch zu. Eine nochmalige Prüfung hat klar ergeben, dass der früher favorisierte Standort auf dem Gelände gegenüber der Pferderennbahn nach den gesetzlichen Anforderungen wegen der unmittelbaren Waldnähe nicht realisierbar ist. Erfreulich für das Projekt: Die Firma Duttenhöfer, die in diesem Jahr auf eine 125jährige Entwicklung in Haßloch zurückblicken kann, will die Anlage mit den erforderlichen sanitären Einrichtungen als Zeichen der Verbundenheit mit der Gemeinde Haßloch und seinen Bürgern, vollständig finanzieren. Die Errichtung soll möglichst bald erfolgen. Wir haben aber mit den Gesellschaftern abgesprochen, dass dies vor dem Hintergrund des aktuellen Produktionsrückgangs noch der genauen zeitlichen Bestimmung bedarf. Einen deutlichen Schritt weitergekommen sind wir auch bei der noch ausstehenden Gestaltung des Kreisels an der Autobahn. An dieser Stelle will der Holiday Park gemeinsam mit der Gemeinde in diesem Jahr eine Gestaltung als Trockenkreisel vornehmen, der in einer auch für die Umgebung attraktiven Form auf den Holiday Park hinweist. Die Entscheidung wurde in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Kunst der Gemeinde Haßloch getroffen. Eine weitere Maßnahme steht im Ortszentrum aus. Die Sanierung des Christuskirchenturms ist ein ambitioniertes Vorhaben der sogenannten Turminitiative. Die Turminitiative konnte inzwischen - nicht zuletzt Dank einer großen Benefizveranstaltung Haßlocher Vereine, unter Federführung des Kulturringes - einen Spendenbetrag von 25.000 Euro erwirtschaften. Die Gemeinde plant in einem ersten Schritt die gleiche Summe draufzulegen und in diesem Sommer die Außensanierung anzugehen. Die Gemeinde trägt die Baulast für den Christuskirchenturm und bereitet gegenwärtig in Abstimmung mit der evangelischen Kirchengemeinde als Eigentümerin die entsprechende Ausschreibung der Maßnahme vor. Im Bereich der Straßenbaumaßnahmen wurde die Straßendecke in der Rennbahnstraße nochmals im Rahmen der Gewährleistung erneuert. Im Bereich der Ohliggasse haben wir die beengte Verkehrssituation durch Parkbuchten und teilweise Einbahnregelungen entschärft, was insbesondere von den Anwohnern sehr begrüßt wird. Ähnlich werden wir auch in der Neugasse vorgehen. In diesem Jahr stehen im Rahmen der wiederkehrenden Ausbaubeiträge Maßnahmen im Bereich des nördlichen Lachener Weges ab Ende Februar an verbunden mit der Öffnung der Schießmauer in Westostrichtung, an. Diese Maßnahme wird im Frühjahr beginnen. Im Bereich der äußeren Kirchgasse werden wir ebenfalls ab Frühjahr eine Ersterschließung durchführen, verbunden mit der behutsamen Befestigung des August-Schön-Weges bis zur VfB. Im Sommer wird sich die Straße „An der Fohlenweide" anschließen. Ferner muss das Brückenbauwerk über den Rehbach erneuert werden. Diese Maßnahme erfolgt unter der inzwischen zugesagten Bezuschussung durch das Land Rheinland-Pfalz. Abgeschlossen ist die Planung für die Lönsstraße, die ab März umgestaltet werden soll. Ein großes Thema für die Gemeinde Haßloch ist die Frage der Zukunft des Badeparks. Wir diskutieren schon seit vielen Jahren über das die Gemeinde belastende Defizit des Bades. Dieses Defizit konnte durch technische und organisatorische Einsparmaßnahmen durch die Gemeindewerke bereits um mehrere hunderttausend Euro auf einen Stand von ca. 1,5 Mio Euro gesenkt werden. Im Jahr 2008 haben wir die Sauna mit einem kleineren Budget auf Vordermann gebracht, was unmittelbar zu einem Anstieg der Besucherzahlen geführt hat. Insgesamt haben sich die Besucherzahlen für den Badepark im Jahr 2007 und 2008 auf 150.000 Besucher stabilisiert. Aktuell ist das Kursangebot unter anderem für Gymnastik im Badepark erweitert worden.

Als großes Vorhaben haben wir 2008 auf der Grundlage intensiver Beratungen des Aufsichtsrates der Gemeindewerke und des Gemeinderates gemeinsam mit Experten unser Ziel formuliert, gemeinsam mit dem Holiday Park in dessen Nähe ein Badeparadies zu errichten. Der Plan sieht vor, dass der Holiday Park als privater Investor und Betreiber das Bad errichtet und die Gemeinde für die Nutzung des Bades für Haßlocher Schulen und Bürger einen jährlichen Zuschuss leistet. Alle Fraktionen des Gemeinderates haben dieses langfristig zu sehende Projekt ausdrücklich begrüßt, weil gegebenenfalls alle Beteiligten davon profitieren können. Gegenwärtig stehen wir weiter in Verhandlungen mit dem Land Rheinland-Pfalz und haben uns für die weitere Erarbeitung des Konzeptes einen Zeitrahmen bis zum 30. September des Jahres gesetzt. Das Badeparadies dient natürlich auch der Zukunftssicherung des Holiday Parks, der dann in Verbindung mit Hotels mehrtägige Aufenthalte anbieten kann, von welcher der Tourismus in der gesamten Region profitieren kann.

Die Ausbildungsplatzinitiative der Gemeinde Haßloch verfolgt das Ziel, junge Menschen bei der Suche eines Ausbildungsplatzes zu unterstützen und Schulen, Eltern und vor allem Ausbildungsbetriebe näher zusammenzubringen. Gemeinsam mit dem DGB wurde das Bewerbertraining „Ready-Steady-Go" durchgeführt. Die Haßlocher Liste und die CDU haben das Projekt „Schule erkundet Wirtschaft" mit einer Reihe von Stationen in Kooperation mit der Sophie-Scholl-Realschule durchgeführt. Unter anderem fand eine Ausbildungsmesse statt. Der Prozess ILEK (integrierte ländliche Entwicklung) gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Deidesheim hat in diesem Jahr klare Konturen angenommen. Moderiert vom Institut Taurus aus Trier haben wir nach einer Auftaktveranstaltung und zahlreichen Arbeitsgruppensitzungen bereits im Dezember sogenannte Leuchtturmprojekte formulieren können, die wir gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Deidesheim und ihren vier Ortsgemeinden durchführen wollen. Ein Projekt besteht darin, im touristischen Bereich die bereits vorhandenen Rad- und Wanderwege mit Verweilstationen zu versehen. Die Radwanderer erhalten durch GPS beziehungsweise entsprechende Elektronik Informationen - wir wollen damit eine Vorreiterfunktion in der Pfalz einnehmen. Ein weiteres Projekt sieht vor, in den Orten Mehrgenerationenwohnkonzepte und einen Beratungsrahmen dafür zu entwickeln. Ein Energiezentrum für unsere Region soll vor allem dazu dienen, den Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten des Energiesparens und des Alternativheizens nahe zu bringen. Weitere Themen, die in drei bis fünf Jahren umgesetzt werden, sind eine Regionale Markthalle und Leerstands-management.

Auf unseren Friedhöfen hat sich im vergangenen Jahr Einiges getan. Über die organisatorische Zusammenführung habe ich bereits berichtet. Frau von Lohr mit ihrem Team konnte inzwischen Dank einer entsprechenden Software die systematische Erfassung der Grabstellen angehen, die uns auch für künftige Planungen dient. Aufgrund der starken Nachfrage nach Urnengräbern haben wir eine weitere Urnenwand mit Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Parkfriedhof installiert. Grund zur Freude hatten wir bei der Taufe eines S-Bahnzuges auf den Namen „Haßloch". Die Taufe konnte mit Gästen aus unserer türkischen Partnerstadt Silifke im Juni auf dem Bahnsteig gefeiert werden. Die S-Bahnlinie ist in diesem Jahr 5 Jahre alt geworden und hat sich als Erfolgsmodell bewährt. Wir spüren dies in Haßloch auch an der Frequentierung unseres Bahnhofs. Am Rande des neuen Gewerbegeländes „Nördlich der Bahnlinie" werden zusätzliche Parkplätze für Bahnfahrer entstehen. Im Bahnhofsbereich selbst werden wir zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten schaffen.

Der unter Hern Vogts Marketing in Szene gesetzte Haßlocher Wein kommt bei unserer Bevölkerung, aber auch in der Region hervorragend an. Bekanntlich haben die vier Weingüter bzw. Genossenschaften aus unserer Nachbarschaft für unsere 23 Hektar Weinanbau der Lage „Leisböhl" südlich der Autobahn auf den Anbau verschiedener Rebsorten verständigt. Sehr erfreulich ist, dass der Portugieser vom Weinland Meckenheim bereits im ersten Anlauf eine goldene Kammerpreismünze und einen DLG-Preis erzielen konnte. Den offiziellen Lagenbescheid erhielten wir zu Martini im November 2008. Nach Aussage des Landwirtschaftsministeriums zum ersten Mal nach 20 Jahren, dass das Land Rheinland-Pfalz wieder eine Einzellage vergeben hat.

Auch mit unseren Partnerstädten gab es in diesem Jahr eine ganze Reihe beglückender Begegnungen. Beim Andechser Bierfest waren Gäste aus Viroflay zu Gast, genauer gesagt: Der neue Gemeinderat aus Viroflay mit Oliver Lebrun als Bürgermeister an der Spitze hat sich bei uns vorgestellt. Im September hat sich auch eine kleine Delegation aus Haßloch mit Jugendlichen, die im Jahr zuvor mit Schülern aus Viroflay gemeinsam Berlin besuchten, nach Paris aufgemacht: Wir haben an einem Kongress der Vereinigung Deutsch-Französicher Gesellschaften teilgenommen und konnten uns mit unserer Partnerschaft präsentieren. Unsere über 47 Jahre alte Partnerschaft wurde von der Vereinigung als bis heute lebendige und vorbildliche Jumelage vorgestellt. Eine Delegation besuchte unsere Entwicklungshilfeprojekte in Mali/Kolokani. Beim Fest der Nationen waren unsere Freunde aus der türkischen Partnerstadt Silifke zu Gast. Die Delegation mit Bürgermeister Beiram Ali Öngel konnte wieder eine Reihe neuer Dinge über unsere Region erfahren. Im Oktober schließlich konnten wir Gäste aus Wolczyn - die im Rahmen einer Delegation des Landkreises Kluczbork in die Pfalz gekommen war - hier begrüßen. - Auf meinen Kollegen Jan Leszek Wiacek kann ich übrigens mit Recht sehr neidisch sein. Gerade habe ich erfahren, dass er in Warschau von der polnischen Regierung als der am meisten bewunderte Bürgermeister 2008 ausgezeichnet wurde. - Nicht zu vergessen, unsere Begegnungen mit den Freunden aus Starnberg und Andechs. Im März nahm ich an der Verabschiedung des bisherigen Landrates Heinrich Frey in Starnberg teil. Beim Andechser Bierfest hat sich nun Karl Roth offiziell als neuer Landrat vorgestellt. Unser Freund Karl Roth war bisher Bürgermeister der Gemeinde Andechs. Ihm folgte nach Bürgermeisterin Anna Neppel, die geschickt und mit großer Begeisterung beim Andechser Bierfest 2008 den Fassbieranstich meisterte.

Sehr erfreulich ist, dass unsere Umweltorganisationen gemeinsam mit unserem Umweltdezernat ein sehr engagiertes Augenmerk auf unsere schöne Umgebung rund um Haßloch haben. Im März des vergangenen Jahres wurde der 1. „Dreck-weg-Tag" durchgeführt und war ein voller Erfolg. Vereine und Gruppierungen sammelten gemeinsam in Wald und Flur Abfälle. Anschließend traf man sich bei der VfB zum Ausklang. Ebenso erfolgreich verlief der Einsatz beim Freiwilligentag der Metropolregion. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung wird auch unser Wertstoffhof seit 2008 weiter ausgebaut und befestigt. Durch die Änderung der Platzierung der Container und der Einfahrtsituation soll der Anfahrtsverkehr, insbesondere im Weißdornweg entspannt werden. Unser zweites Hochzeitswäldchen in der Nähe des Füllerweges wird sehr willkommen von unserer Bevölkerung angenommen.

Über das Jahr 2008 gibt es noch vieles zu berichten, auch aus dem Bereich öffentlicher Einrichtungen und Vereine in Haßloch, das Altenheim Theodor-Friedrich-Haus wurde 25 Jahre alt. Seine Erweiterung steht vor dem Abschluss. Eine Gelegenheit, auf das breite Netz sozialer Einrichtungen in Haßloch, die insbesondere für ältere Menschen da sind, zu verweisen. Seit 1. Januar 2009 wird das Angebot ergänzt durch einen örtlichen Pflegestützpunkt bei der ökumenischen Sozialstation.

Der Musikverein, ein echtes Aushängeschild unserer Gemeinde, wurde 50 Jahre alt. Er hat sich in diesem Jahr bereits durch ein beeindruckendes Neujahrskonzert eingeführt. Die 08-Haßloch feierte 100jähriges und richtete im Jahr 2008 gemeinsam mit dem Deutschen Fußballbund Jugendländerspiele aus. Der HSV wurde 40 Jahre alt. Die Fußball-EM 2008 war eine erneuter Anlass für Public-Viewing in Haßloch, diesmal vor und in den Räumlichkeiten der TSG. Es haben sich sowohl Haßlocher Unternehmen als auch die Gemeinde daran finanziell beteiligt.

Wir freuen uns, dass über die Sportstättenförderung die Errichtung eines Kunstrasenplatzes für die VfB allmählich in greifbare Nähe rückt. Ich hoffe sehr, dass wir auch in Zukunft unsere Vereine als stabile Größe hier im Ort halten können. Wie bereits im vergangenen Jahr haben wir auch in diesem Jahr bei diesem Neujahrsempfang wieder den Einrichtungen und Vereinen die Möglichkeit gegeben, sich bei diesem Empfang zu präsentieren. Herr 1. Beigeordneter Hurrle hat im Rahmen des Bündnisses für Familien eine Ehrenamtsbörse initiiert, die sich hoffentlich etablieren wird. Wir konnten in den zurückliegenden Jahren den Vereinen, insbesondere den Vereinen mit eigenen Liegenschaften an vielen Stellen helfen. Entscheidend ist jedoch, dass sich auch in Zukunft Menschen für den ehrenamtlichen Einsatz in die Pflicht nehmen lassen. Dazu richte ich auch heute noch einmal einen Appell an Sie alle. Mein Dank gilt abschließend meinen Kollegen Beigeordneten für ihren wirklich hoch engagierten Einsatz und den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung. Es ist sehr erfreulich, dass durch unsere Verwaltung eine Vielzahl an Maßnahmen und Projekten auf Initiative der Politik, begleitet werden. Ich könnte heute auch noch eine ganze Weile über solche Dinge weiter berichten. Wichtig ist aber, dass wir für unsere Verwaltung in die Zukunft gerichtet klare Prioritäten setzen, da nicht alles sofort bearbeitet werden kann. Alles in allem blicke ich jedoch sehr zuversichtlich in die Zukunft. Es wird auch im Jahr 2009 in Haßloch spannend bleiben. Dies meine ich nicht nur im Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen im Juni, sondern vor allem im Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung mit ihren Auswirkungen auf Haßloch. Insgesamt sehe ich jedoch optimistisch in die Zukunft. Lassen Sie uns weiter gemeinsam für unsere liebenswerte Gemeinde auch im Jahr 2009 arbeiten. Auf ein gutes Jahr 2009 für Sie alle und Ihre Familien und für unsere Gemeinde Haßloch!

Vielen Dank