110 Jahre Heimatmuseum und 20 Jahre Heimatmuseum im Ältesten Haus
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Landtagsabgeordnete Brigitte Hayn,
liebe Freunde unseres Heimatmuseums,
in Ortsverzeichnissen, Bildbänden und Tourismusbroschüren wird Haßloch immer mit Bildern des Ältesten Hauses dargestellt.
Mit der Sanierung dieses Anwesens und der Einfügung des Heimatmuseums wurde an dieser Stelle ein wichtiger Identifikationspunkt für unsere Bürgerinnen und Bürger geschaffen, aber auch ein Symbol für das frühere Leben in Haßloch, das immer wieder seine Besucher beeindruckt.
Seit 20 Jahren befindet sich nun schon das Heimatmuseum hier an diesem Platz in der Gillergasse. Meinen Vorgängern ist es zu verdanken, dass dieses außergewöhnliche Hofanwesen für die Gemeinde nutzbar gemacht werden konnte. Die Sanierung kostete schon in den 80er Jahren den stattlichen Betrag von 2.45 Mio. DM.
Was hat sich allein in den zurückliegenden 20 Jahren in der Technik, in den Lebensverhältnissen und in der politischen Welt alles verändert. Museen werden vor dem Hintergrund dieses Wandels oft und schnell als verstaubte und leblose Einrichtungen abgetan. Doch jeder von uns hat irgendwann auch das Bedürfnis erfahren, etwas über seine Wurzeln und das Leben in der Vergangenheit kennen zu lernen.
Das Haßlocher Heimatmuseum schließt diese Lücke und ist mit seinen Exponaten aus dem häuslichen Leben und der für Haßloch früher bedeutsamen Landwirtschaft sowie dem Handwerk geradezu unverzichtbar.
Nach vielen eher bescheidenen Jahren hat das Heimatmuseum seit 20 Jahren hier im Ältesten Haus einen riesigen Aufwind erfahren. Das Museum ist in dieser Gestaltung in der Region vorbildlich und einzigartig. Das überquillende Archiv zeigt, dass auch in unserer Bevölkerung das Bewusstsein für das Museum und die Bewahrung der Vergangenheit gewachsen sind.
– Zur professionellen Arbeit unserer Museumsleute gehört hier allerdings auch die Aufgabe, willkommenen Entrümpelungen zugunsten des Museums an der ein oder anderen Stelle Einhalt zu gebieten.
Unvergessen ist das große Engagement von Marianne Wittmann für das Heimatmuseum und die Verlagerung in die Gillergasse. Es war ihr Lebenswerk.
Seit 2001 steht Bernd Ruckdeschel an der Spitze der Einrichtung. Es ist beeindruckend, wie er – aber auch zahlreiche weitere, ehrenamtliche Helfer mit Fachkenntnissen aus ganz unterschiedlichen beruflichen Bereichen – sich in der Museumsarbeit einbringen. Am heutigen Tag soll der Dank für ihren Einsatz nicht fehlen. Im Freundeskreis Heimatmuseum wird dieser Einsatz gebündelt. Die Museumsarbeit wird hier kongenial ergänzt durch die „Haßlocher Heimatblätter“. Im neuesten soeben erschienenen Band können Sie die Historie von Heimatmuseum und Ältesten Haus nachlesen.
Mein Dank gilt aber auch dem still, aber unverzichtbar wirkenden Hausmeister Roland Huber, dem Obst- und Gartenbauverein, der sich um den Museumsgarten angenommen hat, den Schulen für ihre museumspädagogische Arbeit, dem Kulturverein „Ältestes Haus“, der Veranstaltungen unterschiedlichster Art in dieses Anwesen und seinen Hof gebracht hat.
Das Anwesen ist auch zu einem Zentrum der Kultur und der Vereine in Haßloch geworden. Bereits vor der Indienstnahme war sich auch die Politik in Haßloch darüber einig, dass ein solches Anwesen, das mit rund 2,45 Mill. DM saniert wurde, auch ein Ort der Begegnung sein musste. Die Gründung des Kulturvereins „Ältestes Haus“, der sich zum Ziel setzte, das Anwesen auch mit kulturellen Veranstaltungen vielfältigster Art zu erfüllen, war folgerichtig. Unzählige Ausstellungen, Matinee-Veranstaltungen und schließlich die Freiluft-Theaterveranstaltungen im Hof sollten folgen.
Meine Damen und Herren,
diese Aufzählung zeigt, dass der ehrenamtliche Einsatz für das Heimatmuseum und für das Älteste Haus ein wichtiger Erfolgsfaktor ist.
Doch in all diesen erfolgreichen Jahren für das Heimatmuseum ist das Anwesen in seiner Nutzung auch an seine Grenzen gekommen. Das Heimatmuseum selbst hat dringenden Erweiterungsbedarf, der kleine Versammlungsraum, der Otto-Dill-Raum, ist für viele Veranstaltungen und Ausstellungen zu klein geworden, doch vor allem fehlt es an Räumlichkeiten, in denen die oft mit mehreren hundert Menschen besuchten Veranstaltungen im Hof in einen überdachten Saal ausweichen können. Deshalb sind bereits seit einigen Jahren Pläne zur Erweitung des „Ältesten Hauses“ gereift, die zugleich für die Gemeinde fehlenden Raum für kulturelle und für Veranstaltungen von Vereinen mit einem Fassungsvermögen von 250 bis 300 Personen abdecken können. Mit der Erweiterung des „Ältesten Hauses“ um die benachbarten Grundstücke 14 und 16 zu einem Kulturviereck kann ein insgesamt schlüssiges Nutzungskonzept für ein solches kulturelles Zentrum einschließlich des Heimatmuseums entwickelt werden. So verbinde ich mit dem Jubiläum des Heimatmuseums auch den Wunsch, dass diese Erweiterung bald verwirklicht werden kann.
Wir haben in den letzten Monaten die Planungen weiter ausgefeilt und können auf dieser Grundlage einen entsprechenden Zuschussantrag beim Land stellen. Die Aussichten für Mittel aus dem Investitionsstock unter dem Stichwort „Dorfgemeinschaftshaus“ sind nach den bisher geführten Gesprächen sehr gut.
Dieses Projekt muss aus meiner Sicht jedoch auch von einem starken bürgerschaftlichen Engagement im Sinne eines Fördervereins oder einer Stiftung getragen werden. Dazu werden wir parallel zur Klärung der Finanzierung die Initiative ergreifen.
Allen heute für das Heimatmuseum Aktiven, mit Bernd Ruckdeschel als ehrenamtlichem Museumsleiter und Vorsitzenden des Freundeskreises an der Spitze, wünsche ich auch weiterhin viele gute Ideen zur Präsentation unserer Vergangenheit und viele interessierte Besucher des Heimatmuseums.
Vielen Dank!