Festabend anlässlich des Besuches aus Wołczyn
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Jan Leszek Wiączek,
liebe Freunde aus Wołczyn,
sehr geehrte Frau Landrätin,
sehr geehrte Ehrengäste,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
der heutige Festabend steht unter dem Zeichen des 5-jährigen Bestehens unserer
Partnerschaft Wołczyn – Haßloch.
Dies bedeutet viele Jahre Partnerschaft zwischen Einrichtungen, Vereinen und Menschen in Wołczyn und Haßloch.
Ihnen allen, die Sie mit unserer Partnerschaft verbunden sind, sage ich ein herzliches Willkommen. Noch vor Augen ist uns der Besuch mit einer Delegation in Wołczyn im Dezember des letzten Jahres, exakt zum 9. Dezember 2005, dem 5. Jahrestag der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde.
Ich möchte unseren Gästen auch heute noch einmal ein herzliches Dankeschön für die Veranstaltungen und Erlebnisse bei unserem Besuch in Wołczyn sagen, die uns sehr beeindruckt haben.
Unsere Partnerschaft lebt – dies zeigen die vielen Aktivitäten zwischen unseren Kommunen, die wir auch in der kleinen Festschrift zu diesem Jubiläum dokumentiert haben.
Unsere Partnerschaft ist im Kern keine politische Partnerschaft, sondern eine Partnerschaft zwischen Menschen.
Dabei ging eigentlich die Initiative für unsere Verbindung zwischen Wołczyn und Haßloch von der Politik aus.
In diesen Tagen erinnerte das Land Rheinland-Pfalz an 10 Jahre Partnerschaft unseres Landes mit der Woiwodschaft Oppeln.
Vom Land wurde der Aufruf zu kommunalen Partnerschaften weitergegeben an die Landkreise. Unser Landkreis Bad Dürkheim unter der damaligen Führung von Landrat Georg Kalbfuß begründete im Jahr 2000 die Partnerschaft zwischen den Landkreisen Kłuczbork und Bad Dürkheim. Die mit viel Herzblut auf der Ebene des Kreises begonnene Verbindung wurde fortgeführt und erweitert unter Landrätin Sabine Röhl.
Zwischen Wołczyn und Haßloch haben im gleichen Jahr den Grundstein für die Partnerschaft der
frühere BM Wesoły aus Wołczyn
und
Haßlochs früherer BM Hanns-Uwe Gebhardt
gelegt.
Ich darf heute – sozusagen in der Rückschau – die Gelegenheit nutzen, diesen beiden Männern für die Begründung der Partnerschaft zu danken. Sie haben zum richtigen Zeitpunkt gehandelt und das spätere Zusammenwachsen in der Europäischen Union unterstützt.
Der Dank gilt aber auch dem vielfältigen Engagement aus der Bevölkerung in Wołczyn und in Haßloch.
Ich nenne aus Wołczyn – stellvertretend für die vielen Einrichtungen und Vereine – den Partnerschaftsbeauftragten Bogdan Zajac und aus Haßloch stellvertretend den Vorsitzenden des Partnerschaftsbeirates Manfred Letzelter und den Vorsitzenden des Arbeitskreises Wołczyn Norbert Nitsche mit seiner Familie.
Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Partnerschaft Rheinland-Pfalz – Woiwodschaft Oppeln fand vor kurzem ein Festakt in der Mainzer Staatskanzlei statt, an welchem neben unserem Ministerpräsidenten Kurt Beck auch Marschall Kubat aus Oppeln teilnahm. In der Veranstaltung wurde nicht zuletzt die Brückenfunktion Schlesiens zum westlichen Europa in den vergangenen Jahrhunderten hervorgehoben. Eine solche Brückenfunktion nimmt auch Wołczyn für Haßloch ein. Über unsere Verbindung konnten wir vieles über das polnische Volk und das heutige Land Polen erfahren.
Unsere Verbindung richtet sich an alle Menschen, die in Wołczyn in Polen leben, sowohl polnischer wie auch deutscher Abstammung.
Wir sehen die Wurzeln unserer Partnergemeinde als das frühere Konstadt und sind verschwistert mit dem heutigen Wołczyn.
Der Name ist letztendlich zweitrangig.
Wichtig ist, dass wir und unsere Jugend uns der Geschichte von Deutschland und Polen und des gemeinsamen Schicksals der Vertreibung bewusst sind und gemeinsam in die Zukunft blicken.
Unsere Partnerschaft soll leben und wir hoffen, dass wir auch heute Abend ein Fest feiern, das unsere Freundschaft noch verstärkt.
Auch wenn die unterschiedliche Sprache uns immer noch trennt. Es gibt gute Anzeichen. Sowohl unsere Realschule als auch unser Gymnasium in Haßloch sind in Schulpartnerschaften mit Wołczyn und dem Landkreis Kluczbork verbunden. In einer Arbeitsgemeinschaft lernen unsere Gymnasiasten seit dem letzten Jahr auch die polnische Sprache.
Lassen Sie mich schließen mit einem Appell, den der Erzbischof von Oppeln, Herr Prof. Alfons Nossol, in deutscher Sprache kürzlich in Mainz zum Festakt des 10-jährigen Partnerschaftsjubiläums ausgesprochen hat:
Das pure Gemüt und der pure Verstand reichen für die Partnerschaft nicht. Wir brauchen ein denkendes Herz und einen liebenden Verstand.
Und so glaube ich sagen zu können, dass alle unsere gemeinsamen Aktionen und Veranstaltungen in Wołczyn und Haßloch immer auch Herzenssache waren. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft.
Vielen Dank!