Wappen der Gemeinde Haßloch Marktplatz in Haßloch

Gemeinde Haßloch

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Eine kurze Geschichte von Haßloch

Heute gehört das Großdorf zum Landkreis Bad Dürkheim. Es erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 4000 Hektar und ist mit seinen rund 21.000 Einwohnern das größte Dorf (mindestens) von Rheinland-Pfalz.

Seit der Steinzeit (25.000 bis 2.000 v. Chr.) lebten Menschen in dieser Gegend. Dies ist durch viele Bodenfunde nachgewiesen, wie z. B. aus Feuerstein bestehende Speerspitzen. Die Kelten hinterließen den bedeutendsten Bodenfund, die Bronzeräder von Haßloch. Lediglich drei weitere Funde in Deutschland weisen die gleiche, hohe Qualität und Schönheit der in Südfrankreich gefertigten Räder auf.
 
In der Römerzeit (aus dieser Zeit viele Funde, wie z. B. Münzen), bis etwa 400 n. Chr. war das Haßlocher Gebiet intensiv landwirtschaftlich genutzt, woran sich bis heute wenig geändert hat! An der Römerstraße Mußbach - Haßloch - Altrip gab es etwa alle 3 Kilometer einen Römischen Gutshof. Teile einer solchen "Villa Rustica" hat man südlich der Moltkestraße gefunden. Ein Nebengebäude sowie das  Badehaus und den Brunnen hat man rekonstruiert.
  
Kurzfristig siedelten auf Haßlocher Gebiet die Alemannen, die aber von den Franken um 500 n. Chr. vertrieben wurden. Haßloch dürfte karolingisches Königsgut gewesen sein.

In einer Schenkungsurkunde an das Kloster Weißenburg/Elsaß aus den Jahren 773/774 wird Haßloch erstmals urkundlich erwähnt als „Hasalaha“.  Das wurde "Hasal-aha" gesprochen. Der zweite Namensbestandteil wurde zu -ache, das heute noch als Bezeichnung für ein Gewässer, v. a. im süddeutschen Raum fortlebt. Dieser Name hat "Hasel(gebüsch) an (fliessendem) Wasser" bedeutet. Da der Ort zu dieser Zeit schon aus mindestens 60 Gehöften und einem Fronhof  bestand, ist das wahre Alter des Ortes höher. Nach den archäologischen Funden ist das Dorf sehr wahrscheinlich vor dem Jahr 600 n. Chr. entstanden. Auf Grund eines Gemeinderatsbeschlusses, abgesegnet durch das Landesamt für Denkmalschutz, wurde folgerichtig im Jahr 2000 das 1400jährige Dorfjubiläum gefeiert.

902 schenkte der letzte Karolinger, König Ludwig IV. "das Kind", dem oben genannten Kloster drei Hufen Land in „Hasalach“. Durch den sogenannten „Weißenburger Kirchenraub“ kam Haßloch zum Hausgut der Salier und zählte später zum Reichsgut der Stauffer. Es wurde Reichsdorf und hatte Rechte und Freiheiten, wie die hohe Gerichtsbarkeit und die Befreiung von der Leibeigenschaft. Als eine sogenannte Königsdomäne beherbergte das Dorf verschiedene Herrscher des Reiches.

1186 übernachtet Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Haßloch und stellt hier eine Schenkungsurkunde an das Kloster Eußerthal aus (Am Ende des Dokumentes steht: "Dat apud haselach", gleich "Gegeben zu Haselach").

Auch die Staufferkaiser Heinrich VI. und Friedrich II. weilten hier. 1252, während des Interregnums wurde Haßloch erstmals vom Kaiser an den Bischof von Speyer verpfändet. 1330 wurde die „Pflege Haßloch“ – Haßloch, Böhl und Iggelheim – von Kaiser Ludwig dem Bayern an die Kurpfalz verpfändet. Diese wiederum verpfändete ¾ der Pflege an die Grafen von Leiningen. In Haßloch gab es dadurch eine Doppelherrschaft von Kurpfalz und Leiningen, die erst 1797 aufgelöst wurde.

Mit der Zeit verschob sich der Ortskern aus dem östlichen Bereich (St. Gallusweg / Weisengasse / Forstgasse) nach Westen. Bis zum 16. Jahrhundert spielte sich das geschäftliche Leben um die heutige Krämergasse / Forstgasse / Pfarrgasse / Weisengasse ab. An dieser Kreuzung war damals auch der Marktplatz.

Die Pflege Haßloch gehörte einige Zeit zum Herzogtum Zweibrücken. Während der Auseinandersetzungen zwischen Kurpfalz und Zweibrücken/Leiningen ließ Kurfürst Friedrich I. den Ort erstürmen und niederbrennen. 1461 wurde die im Jahre 1421 errichtete Leininger Burg geschliffen. Es ist vorstellbar, dass die Haßlocher Burg der Wasserburg Marientrauth des Bischofs von Speyer in Hanhofen, ähnlich war.

Die Kriege des 17. Jhdts. brachten schwerwiegende Einschnitte in die Entwicklung des Dorfes; 1621 und 1689 wurde es völlig verwüstet. Von 1797 bis 1814, während der Revolution und der Napoleonischen Zeit, gehörte die Pfalz zu Frankreich (Département Mont Tonnerre = Donnersberg). Haßloch war dem Kanton Neustadt zugeteilt. 1816 kam die Pfalz zu Bayern, wo sie bis 1945 blieb. Seit dieser Zeit gehört sie zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Im 17. und 18. Jahrhundert ließen sich viele Einwanderer, insbesondere aus der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden in Haßloch nieder. Die fruchtbare Lage zwischen Rhein und Haardt waren Anreiz für die Zuwanderung. Das starke Bevölkerungswachstum und die begrenzte Siedlungsfläche waren freilich in der zweiten Hälfte des 18. Jhdts. Ursache für eine erste Auswanderungswelle, der eine weitere in der Mitte des 19. Jhdts. folgte. Viele der Nachfahren kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Haßloch zurück!

Im Jahr 1843 wurde die Ludwigsbahn gebaut und Haßloch erhielt einen Bahnhof.

Nach 1870 vollzog sich ein langsamer Wandel vom Bauerndorf zum Industriedorf. Es entwickelte sich eine umfangreiche blechverarbeitende Industrie und zahlreiche Arbeitsplätze entstanden.

Die Weltkriege hat die Gemeinde ohne allzu große Schäden überstanden, verlor aber viele Mitbürgerinnen und -bürger, deren Namen auf dem Denkmal im Friedhof an der Bahnhofstrasse eingetragen sind.

Seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet Haßloch eine stetige Aufwärtsentwicklung. Es entsteht ein Gewerbegebiet, das Dorf erhält einen Autobahnanschluss, die Einwohnerzahl wächst auf über zwanzigtausend. Viele Bürger haben ihren Arbeitsplatz im Ort, die Mehrzahl der Arbeitnehmer sind jedoch  „Pendler“ in Richtung Ludwigshafen und BASF, aber auch nach Neustadt/Weinstraße und die übrige nähere Umgebung.

Heute stellt sich das Großdorf als modernes Gemeinwesen dar, dessen Infrastruktur zu einem Mittelzentrum (im Ergänzungsnetz) gehört. Alle Schultypen sind vorhanden. Haßloch ist das bundesdeutsche Musterdorf, das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) als Testmarkt genutzt wird. Die klimatisch günstige Lage und sehr gute Verkehrsanbindungen, verbunden mit dem Waldreichtum machen den Ort auch für den Fremdenverkehr interessant. Ein umfangreiches Freizeitangebot und ein reges Vereinsleben ergänzen das positive Bild des Großdorfes.

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Bearbeiter: Ohler | Permalink | Druckansicht | top
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