Dorfgemeinschaft leben - Mehrgenerationen leben
Volles Haus, ein interessanter Vortrag, angeregte Diskussionen – die Projektgruppe „Dorfgemeinschaft leben – Mehrgenerationen leben“ kann stolz sein auf eine gelungene Veranstaltung. Nach den Begrüßungen durch die beiden Bürgermeister Marion Magin und Hans-Ulrich Ihlenfeld berichtete zunächst Peter M. Respondek als Vertreter der ILE-Projektgruppe über die Gedanken, die verschiedene Deidesheimer, Bad Dürkheimer und Haßlocher Bürger dazu bewogen haben in Hinblick auf ein Wohnprojekt aktiv zu werden. Danach berichtete Gisela Wissing über ihre Arbeit bei der “Beratungsstelle Gemeinschaftliches Wohnen Pfalz“, und über das von ihr initiierte Wohnprojekt „Generationenhof Landau“ sowie diverse andere Wohnprojekte. Über 50 Bürger hatten den Weg in den Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Deidesheim gefunden, um sich über gemeinschaftliches Wohnen zu informieren. Die anschließende Fragerunde mit der Referentin und den Projektgruppenmitgliedern bewies das große Interesse an dieser Art gemeinschaftlichen Lebens.
Mehrgenerationenwohnen ist eine Idee, die immer mehr Anhänger in Deutschland findet und mittlerweile nicht nur in den Städten, sondern auch im ländlichen Raum umgesetzt wird. Waren früher die Familien noch enger beisammen und haben sich untereinander geholfen so wurden in den letzten Jahrzehnten durch veränderte Ausbildungs– und Arbeitssituationen die familiären Verflechtungen immer mehr aufgelöst. Bei den Wohnprojekten geht es faktisch um die Bildung von
Wahlverwandtschaften“ – Menschen mit ähnlichen Einstellungen und Ideen finden sich, treffen gemeinsam Vereinbarungen über ihr zukünftiges Zusammenleben und setzen diese aktiv um. Frau Wissing beschrieb auch anhand einer Power Point Präsentation, wie dies vonstatten gehen kann. Sie zögerte nicht, auf mögliche Probleme hinzuweisen und sie machte den Beteiligten anhand von „O-Tönen“, also Äußerungen von Bewohnern solcher Wohnprojekte klar, wie das Leben dort in der Praxis aussehen kann und was Menschen dazu veranlasst, statt im Eigenheim am Stadtrand bewusst in eine Wohnanlage mit Gemeinschaftlichen Einrichtungen zu ziehen. Die Bereitschaft zum sozialen Miteinander spielt dabei eine große Rolle.
Die Projektgruppe „Dorfgemeinschaft Leben – Mehrgenerationen Leben“ besteht im Prinzip aus zwei Teilgruppen. Die Haßlocher Bürger innerhalb der Gruppe sind schon einen Schritt weiter auf ihrem Weg – die Bauvoranfrage für Wohnprojekt „Haus Hasalaha – Wohnen am Rehbach“ (http://www.haus-hasalaha.de) liegt der Verwaltung schon vor. Die Deidesheimer Gruppe dagegen steht noch am Anfang und für sie war es ein Ziel der Veranstaltung, nicht nur Informationen zu vermitteln, sondern auch Mitstreiter zu finden, die ein solches Projekt umsetzen möchten. Interessenten konnten sich in eine ausliegende Liste eintragen und werden in absehbarer Zeit von den Gruppenmitgliedern kontaktiert.
Projektgruppensprecher Peter M. Respondek dankte den beiden Bürgermeistern für deren große Unterstützung. Die Veranstaltung wurde von Wilhelm Rieger aufgezeichnet und wird demnächst im Offenen Kanal ausgestrahlt werden. Sendetermine werden noch bekannt gegeben.