Oct 2, 2006

Bündnis für Familien in Haßloch zieht Zwischenbilanz:

Gute Ideen stehen vor der Umsetzung

Das Haßlocher Bündnis für Familien, das am 4. Mai 2006 vom 1. Beigeordneten und Sozialdezernenten Jürgen Hurrle ins Leben gerufen wurde, hat eine erste Zwischenbilanz gezogen. Am 20. September trafen sich alle sechs Arbeitsgruppen mit über 50 aktiven Bürgerinnen und Bürgern, um ihre Arbeit und ihre Ideen vorzustellen.

Jürgen Hurrle dankte bei seiner Begrüßung allen Teilnehmern und sprach die Hoffnung aus, dass sich der Bündnis-Prozeß als kontinuierliche Einrichtung statuiere und sich die Ziele des gemeinsamen Einsatzes für die Haßlocher Familien als dauerhaftes Projekt fort entwickeln. Die in Haßloch als 18. Bündnis von inzwischen 21. Bündnissen in Rheinland-Pfalz gegründete Initiative trage im Kern das Ziel, ein familienfreundliches Klima im Großdorf zu schaffen und die vorhandene Infrastruktur in diesem Bereich zu verbessern. Als zentrale Handlungsfelder haben sich die sechs Arbeitsgruppen „Soziales Haßloch“, „Kinder- und jugendfreundliches Haßloch“, „Gesellschaftliches Leben in Haßloch“, „Eltern stärken in Haßloch“, „Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Haßloch“ und „Gesundheit in Haßloch“ gebildet.
Sabine Gaidetzka von der rheinland-pfälzischen Servicestelle für lokale Bündnisse berichtete, dass die Entwicklung der Bündnisse in Rheinland-Pfalz positiv verlaufe.

Für den mit 19 Personen stärksten Arbeitskreis „Soziales Haßloch“ berichtete dessen Sprecher über festgestellte soziale Defizite wie „Wohnen mit Assistenz“, Tagespflegestation sowie eine Ehrenamtsbörse und eine Pflegekraft-Vermittlung. Dazu würden zum Teil noch Träger gesucht, die sich dieser Aufgaben annehmen. Mehrere Arbeitsgruppen begründeten die Notwendigkeit, Bedarfe zu ermitteln und die Angebote zusammenzutragen. So sollen damit Betreuungslücken  geschlossen werden.
Mittendrin ist man bei der Vernetzung der zahlreichen Möglichkeiten im Bereich der Gesundheit. Haßloch ist nach den Worten von Gaidetzka Vorreiter. Im Landesdurchschnitt ist das Thema Gesundheit kein Schwerpunktthema.
Als Projektidee zur Stärkung der Eltern wurde ein „Elternbörsentag“ vorgeschlagen sowie Kooperationsprojekte in Form von Kursen, quasi als Elternschule.
Bezüglich der Abseitsituation vieler Jugendlicher forderte der Gruppensprecher die unbefristete Beschäftigung des Streetworkers mit wesentlicher Erhöhung seiner wöchentlichen Beschäftigungsstunden. Der Jugend müsse auch mehr Mitsprache bei der Schaffung von Freizeitmöglichkeiten gegeben werden.
Im Bereich des gesellschaftlichen Lebens wurde eine Ideensammlung vorgetragen, die in erster Linie auf eine Belebung des Ortskerns abzielt; eine Kunsteisbahn während des Weihnachtsmarktes, der Rathausplatz ohne Autos und der Bau einer Markthalle.

In der anschließenden Zusammenfassung lobte Gaidetzka die sehr konkrete Vorgehensweise der Arbeitsgruppen, begrüßte die Offenheit und das Ziel, in allen Bereichen Vernetzungen zu erreichen. Zum Schluss sicherte Jürgen Hurrle zu, dass nun als nächster Schritt die Diskussion im Sozialausschuss und in anderen Gremien der Gemeinde stattfinde mit entsprechenden Beschlüssen beziehungsweise Aufträgen an die Verwaltung. Die Arbeit in den Arbeitsgruppen gehe weiter. Interessenten sind nach wie vor willkommen (Infos unter Telefonnummer 06324/935-232).