Schon einige Projekte auf den Weg gebracht"
Arbeitsgruppen des Bündnisses für Familien ziehen erste Bilanz
Im Rahmen der bundesweiten Initiative „Lokale Bündnisse für Familie" trafen sich die sechs in Haßloch agierenden Arbeitsgruppen zu einer gemeinsamen Tagung, um eine Zwischenbilanz über ihre bisherige Arbeit zu ziehen.
Der Beigeordnete Jürgen Hurrle hofft, dass sich die lokalen Arbeitskreise zum „Bündnis für Familien" als „kontinuierliche Einrichtungen" statuieren, und die Ziele, sich gemeinsam für die Belange von Familien einzusetzen, als dauerhaften Prozess entwickeln.
Die für Haßloch im Mai dieses Jahres gegründete Initiative trägt im Kern das Ziel, ein familienfreundliches Klima im Großdorf zu schaffen und die vorhandene Infrastruktur zu verbessern. Als zentrale Handlungsfelder haben sich Arbeitskreise zu Themen wie kinder- und jugendfreundliches, gesellschaftliches und soziales Haßloch, sowie Stärkung der Eltern, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Gesundheit in der Gemeinde gebildet.
Zur Entwicklung der rheinland-pfälzischen Bündnisse berichtete Sabine Gaidetzka von der Servicestelle Mainz, dass „die 21 existierenden Bündnisse eine wachsende Tendenz" verzeichnen. Gaidetzka koordiniert die lokalen Bündnisse und fordert: „Wir brauchen praktische Arbeit, keine Gremien, zumal die Anforderungen regional verschieden sind."
Für den mitgliederstärksten Arbeitskreis (19 Personen) referierte Christoph Weitz über gesichtete soziale Defizite wie Wohnen mit Assistenz, Tagespflegestation, sowie eine Pflegekräfte- und Ehrenamtsbörse. Dazu werden noch Einrichtungen gesucht, die diese Projekte mit aufnehmen.
Viele Arbeitskreise registrierten die Notwendigkeit, Bedürfnisse zu ermitteln und Angebote zu erfassen. Erarbeitetet wurde eine Informationsübersicht von der Arbeitsgruppe „Vereinbarkeit von Familie und Beruf", die sich durch schriftliche Befragung von Betroffenen zusätzliche Transparenz verspricht, um beispielsweise Betreuungslücken zu schließen. Ebenfalls praxisorientiertes Vorgehen präsentierte Friedrich Kuntz zum Thema Gesundheit: Das schriftliche Konzept zur Vernetzung der zahlreich zur Verfügung stehenden, weniger bekannten Möglichkeiten (zum Beispiel Übersicht über alle Selbsthilfegruppen, keine Ärzteliste) stehe schon zur Hälfte. Dazu Referentin Gaidetzka: 'Haßloch ist in diesem Bereich Vorreiter. Im Landesdurchschnitt ist Gesundheit kein Schwerpunkt-Thema". Als Projektidee zur Stärkung von Eltern wurde ein Elternbörsentag vorgeschlagen, sowie Kooperationsprojekte in Form von Kursen (Elternschule).
Bezüglich der Abseitssituation vieler Jugendliche forderte Gruppen-Sprecher Florian Moser Konkretes: Eine unbefristete Beschäftigung des Streetworkers und Mitsprache der Jugend bei der Schaffung von Freizeitmöglichkeiten.
Eine Ideensammlung mit wirtschaftlicher Relevanz im Bereich des gesellschaftlichen Lebens in Haßloch zielt in erster Linie auf eine Belebung des Ortskerns ab. Eine Kunsteisenbahn während des Weihnachtsmarktes könnte, so Karin Hurrle ein Frequenzbringer werden.
In der anschließenden Zusammenfassung lobte Gaidetzka von der Servicestelle die sehr konkreten Vorgehensweise der Arbeitsgruppen, begrüßte die Offenheit und das Ziel, in allen Bereich Vernetzungen zusammen zu führen. Im Schlusswort erklärte der Beigeordnete Hurrle, wie es mit den anvisierten Projekten weiter geht. Die Umsetzung von Prioritätsvorhaben sollen im Sozialausschuss und weiteren Ratsgremien diskutiert werden.
Unterstützt werden die Bündnisse durch das vom Bundesfamilienministerium eingerichtete Servicebüro, das bundesweite Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds kofinanziert.
Info: Weitere Informationen zu den Arbeitskreisen in Haßloch sind auf dieser homepage unter "Lokales Bündnis für Familien" (Logo links unter der webcam) einsehbar. Überregionale Bündnisübersichten und Orientierung gibt es unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de