Sep 1, 2006

Die Presse zur dritten Runde

Hilfe für Bedürftige: Gruppe plant Ehrenamtsbörse

Rentner, die auf Spielplätzen die Aufsicht führen; Helfer, die einspringen, wenn bedürftige Menschen umziehen oder wenn Winterdienst und Gartenarbeit anstehen – das sind die Vorschläge, die die Arbeitsgruppe „Soziales Haßloch" in ihrer Sitzung erarbeitet hat. Zur Umsetzung sei eine Ehrenamtsbörse dringend notwendig, so Christoph Weitz, der Sprecher der Arbeitsgruppe.

 

Die bisher eingegangenen Protokolle als pdf-Datei:

Die Ehrenamtsbörse soll engagierten Bürgern als Anlaufstelle dienen und koordinieren, wo die Helfer eingesetzt werden. Wie der Erste Beigeordnete Jürgen Hurrle betonte, gibt es in Haßloch bereits mehrere Institutionen, die sich um den Nächsten kümmern: um ältere Mitbürger, um Kranke und Behinderte. Diesen Einrichtungen wolle die Arbeitsgruppe „Soziales Haßloch" in keiner Weise ehrenamtliche Tätigkeiten abnehmen. Man suche vielmehr Nischen, die noch nicht besetzt sind.
Für die Ehrenamtsbörse hat Hurrle schon eine Idee: „Ich könnte mir vorstellen, dass eine karitative Einrichtung diese Aufgabe übernehmen würde", so Hurrle, der sich anbot, Gespräche in dieser Richtung mit den verschiedenen Einrichtungen zu führen.
„Soziales Haßloch" tagte im Rahmen der Aktion „Lokales Bündnis für Familie" zum dritten Mal. Die Arbeitsgruppe trifft sich zur nächsten Sitzung am Montag, 2. Oktober, um 17 Uhr im Rathaus, Zimmer 10. Dann soll es um die Einrichtung einer „Tafel" für Haßloch und das Thema Jugendarbeitslosigkeit gehen. (my)


Die Arbeitsgruppe „Gesellschaftliches Leben“, die aus dem „Bündnis für Familien“ entstand, traf sich zum dritten Mal. Zwei für die Gruppe wichtigen Punkte, wie Park für Konzerte und Wildpark sowie das Thema Weinlokal wurden sehr kontrovers diskutiert. Dabei herrschten unterschiedliche Meinungen, insbesondere, was den Wildpark betraf. Die einen waren der Meinung, dass sich das anschließende Gelände am Vogelpark gut dazu eignen würde, einen erweiterten Wild? und Tierpark zu installieren. Die anderen äußerten sich darüber, dass vielleicht nicht die nötige Ruhe hierfür bestehe, schon wegen der lauten Veranstaltungen auf der Rennbahn. Dennoch ist man zu der Überzeugung gekommen, mit dem Forst und der Gemeinde über die Ideen zu reden und nach Lösungen zu suchen. Sicher waren sich alle Anwesenden, dass es eine weitere Attraktion für den Tourismus darstellen würde.

Beim Thema „Weinlokal“ in Haßloch ging die Meinung dahin, dass mit der Ortsmittelpunktbelebung eine solche Einrichtung ins Auge gefasst werden sollte. Hier sollten mögliche Anreize vom Gewerbeverein geschaffen werden, wie z.B. Integrieren eines solchen Lokales in das ehemalige „Heyd?Gebäude“.

Zum Schluß der Veranstaltung hat sich die Gruppe für die Abschlussveranstaltung drei Themen ausgesucht, die am 20. September der Allgemeinheit vorgestellt werden sollen. Die Teilnehmer haben sich entschieden, in Anbetracht der evtl. schnellen Umsetzung, sich den Themen Kunsteisbahn, Umgestaltung Rathausplatz und dem Haßlocher Wochenmarkt anzunehmen. Diese drei Schwerpunkte werden herausgearbeitet und die Ziele der Gruppe dem „Bündnis für Familien“ vorgetragen.

 

Bündnis-AG „Kinder- und jugendfreundliches Haßloch"  formuliert Forderungen

Mit konkreten Ideen und Forderungen möchte die Arbeitsgruppe „Kinder- und jugendfreundliches Haßloch" des Bündnisses für Familien in die Diskussionsrunde heute, Mittwochabend, gehen, bei der sich alle Gruppen zu einer Zusammenfassung der bisherigen Sitzungen treffen.

Die Bedeutung der Schulsozialarbeit und die Forderung, die Stunden für einen Streetworker zu erhöhen - nicht nur während der warmen Sommermonate - sind der eine Teil der Vorschläge. Dazu kommt nach Ansicht der Arbeitsgruppe die Notwendigkeit, einen Treffpunkt für Jugendliche zu schaffen, wo sie ungestört sind und möglichst keine Anwohner belästigen, allerdings auch selbst nicht an den Rand gedrängt werden.

Um zu diesen Vorstellungen zu kommen, hat sich die Arbeitsgruppe intensiv damit auseinander gesetzt, wie sich die Situation mit und für die Jugendlichen im Ort darstellt. Bernhard Jochim, Jugendsachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Haßloch, berichtete aus seiner alltäglichen Arbeit. Im Hinblick auf die Zahl von Strafanzeigen und die Schwere der Delikte liege Haßloch im Mittelfeld. Sachbeschädigungen, Körperverletzungen nach Alkoholkonsum, Erpressungen auf dem Schulhof und Diebstähle seien hier typische Jugendstraftaten.

Was sich Jugendliche wünschen, ist aus seiner Erfahrung leicht zu beantworten: einen ungestörten Raum als Treffpunkt. Verschiedene Möglichkeiten werden dazu derzeit im Ort diskutiert. So will der Beigeordnete Jürgen Vogt keineswegs ausschließen, dass es eine Grillhütte geben wird. Die Angst einzelner Teilnehmer, diese könnte bald zerstört werden, konterte Edeltraud Höring vom Jugend- und Kulturhaus Blaubär: „Man sollte den Jugendlichen die Chance geben und nicht immer mit dem Schlimmsten rechnen." Als mögliche Treffpunkte nannte Vogt erneut das ehemalige „Cafe Ascot". Florian Moser vom Jugendgemeinderat schlug einen Platz beim HCV vor, der Gelände - eventuell für einen Bolzplatz - abzugeben bereit ist.

Jugendlicher Alkoholkonsum ist ein Thema, das den Mitgliedern des Arbeitskreises viel Kopfzerbrechen bereitet. Vogt nannte einige Beobachtungen, auch direkt vor dem Rathaus, „besorgniserregend". Auch Jochim bestätigte, dass einige Jugendliche heute jünger anfingen zu trinken und härtere Alkoholika konsumierten.

Kritik gab es aber auch: etwa an Eltern, die notwendige Gespräche mit Jugendlichen an andere delegierten, und an den Kirchen, die bisher noch nie einen Vertreter in die Bündnisgruppe entsandt hätten. „Dabei", so die Erfahrung von Monica Hübner, Schulleiterin der Kurpfalz-Hauptschule, „sind Jugendliche durchaus für entsprechende Angebote zu begeistern, wenn sie jugendgerecht verpackt sind".