Jul 30, 2006

Die Presse zu den zweiten Treffen

„Betreuungslücken" sollen geschlossen werden
Der Arbeitskreises „Vereinbarkeit von Familie und Beruf" entwickelt ein Informationsblatt

Ein Informationsblatt mit einem angehängten Fragebogen entwickelt derzeit der Arbeitskreis „Vereinbarkeit von Familie und Beruf" innerhalb des Bündnisses für Familien.
Der Fragebogen, den Ursula Joa vom Kinderschutzbund entwickelt hat, soll Aufschluss darüber geben, inwieweit die Betreuungsmöglichkeiten in Haßloch von den Familien als ausreichend erachtet werden, und wo noch Bedarf gesehen wird. Erfragt wird daher unter anderem, wie die Kinderbetreuung während der Ferien oder in einem Krankheitsfall geregelt wird, und ob es in bestimmten Zeiten zu Engpässen kommt.
Gleichzeitig soll das Flugblatt die vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten auflisten, beginnend im Kleinkindalter bis hin zu den Grundschülern, für die es unter anderem den Schülerhort gibt. Auch der „Blaubär", die Beratungsstelle für allein Erziehende und Frauen sowie der Kinderschutzbund, der Babysitter und Tagesmütter vermittelt, sollen aufgeführt werden.
Fraglich ist noch, wie das Informationsblatt finanziert wird und wie die Verteilung organisiert werden soll. Während der Sitzung informierte Barbara Kotsch, die Leiterin der Ernst-Reuter-Schule, von einer an der Ganztagsschule beschäftigten Erzieherin, die sich vorstellen kann, „Betreuungslücken" zu schließen. Sie treten etwa nach Schulschluss um 16 Uhr oder an Freitagen auf, an denen auch in der Ganztagsschule der Unterricht um 12 oder 13 Uhr endet. Die Teilnehmerinnen im Arbeitskreis waren sich schnell einig, dass es für eine „Börse" für diese Betreuungszeiten Bedarf gebe - bei den Eltern, aber auch bei vielen Pädagogen, die arbeitslos oder in Familienzeit sind. Die nächsten Sitzungen des Arbeitskreises sind für den 5. und 26. September um 18 Uhr im Rathaus anberaumt.


Mehr Platz für Cafés
Ideen für den Rathausplatz

Die Arbeitsgruppe „Gesellschaftliches Leben", die aus dem Projekt „Bündnis für Familien" entstand, traf sich zu weiteren Gesprächen. Drei zentrale Punkte wurden herausgearbeitet. Die Themen Wochenmarkt an mehreren Tagen, Umgestaltung Rathausplatz sowie Bolzplatz wurden intensiv diskutiert.
Etliche Teilnehmer der Gruppe waren der Meinung, dass man eine weitere Belebung des Wochenmarktes erreiche, wenn man auch am Mittwoch Waren auf dem Haßlocher Wochenmarkt anbiete. Dabei wurde angeregt, das Sortiment zu erweitern und auch Kunstgegenstände und Handwerksarbeiten anzubieten. Auch ein Bauern- und Kleintiermarkt wurde vorgeschlagen. Die Vorschläge sollen an die Verwaltung weitergegeben werden.
Das Thema „Umgestaltung Rathausplatz" wurde kontrovers diskutiert. Bemängelt wurde, dass die Langgasse keine Fußgängerzone ist. Ebenfalls wurde kritisiert, dass die vorhandene Bushaltestelle zu groß konzipiert sei und für eine Belebung des Rathausplatzes besser wieder abgebaut werden sollte. Durch den Wegfall des Linienverkehrs sei kein Bedarf mehr vorhanden und durch das Ruftaxi nicht mehr so genutzt, wie es ursprünglich gedacht worden sei. Der Vorschlag von etlichen Teilnehmern der Gruppe war, den Parkplatz mittelfristig in Flächen für Cafés sowie einen bewirtschafteten Pavillon umzugestalten.
Ein weiteres Thema war der Bau eines Bolzplatzes in der Nähe der Ortsmitte. Hierfür wurden geeignete Flächen gesucht. Vorgeschlagen wurden unter anderem das ehemalige Haag-Gelände, der hintere Pfalzplatz, die verlängerte Richard-Wagner-Straße und Gottlieb-Duttenhöfer-Straße und Südlich der Rosenstraße. Wichtig für die Teilnehmer war die Nähe zum Ort, da die Ansiedlung im Außenbereich nicht die nötige Aufsicht bringe. Einigkeit herrschte im Punkt, dass die Kinder unmittelbar auf den Bolzplatz zugreifen können.


Bei Thema Gesundheit Vernetzung angestrebt

Einrichtungen, die sich mit dem Thema Gesundheit befassen, haben sich beim zweiten Treffen der Arbeitsgruppe „Gesundheit in Haßloch" des „Lokalen Bündnisses für Familien" vorgestellt. Die Vernetzung dieser Gruppen sowie die Ergänzung der Homepage der Gemeinde und der Bürgerbroschüre waren weitere Themen.
Der Sprecher dieser Arbeitsgruppe, Dieter Schuhmacher, stellte das DRK Haßloch/Meckenheim vor. Die ehrenamtliche Arbeit des DRK umfasse elf Bereiche: Bereitschaftsdienst, Jugendrotkreuz, Mobiler Ambulanter Sozialer Dienst, Gymnastikgruppen, Seniorenclub, Frauenkreis, Kleiderstube, Kontaktclub für psychisch Kranke, Reisegruppe, Blutspendeaktionen und Hausnotruf. Einigkeit herrschte darüber, dass die Pflege der Daten, die von der Verwaltung vorgenommen werde, nur so gut sein könne, wie diese von den Gruppen und Vereinen aktuell gemeldet würden. Es wurde eine schnelle Vernetzung aller Angebote angeregt und empfohlen, die Selbsthilfegruppen in der Homepage der Gemeinde sowie in die Bürgerbroschüre aufzunehmen. Daneben waren sich Teilnehmer darüber einig, dass der gesundheitliche Teil der Broschüre ausgekoppelt werden soll. Geplant ist, ein Faltblatt zu diesem Thema zu entwerfen und bis zum nächsten Treffen vorzulegen.
Suse Schniz-Beck stellte abschließend ihre Tätigkeit als Suchtpräventions-Fachfrau vor.


Spielplätze sorgen für Ärger
Arbeitsgruppe „Kinder- und jugendfreundliches Haßloch" tagt

Eine Person mit sozialpädagogischer Ausbildung zur Betreuung der Spielplätze an der Wehlache und „Im Tiefenthal" bis in die späten Abendstunden wäre ratsam. Beim Gedanken an die Personalkosten lachen die Teilnehmer kurz und trocken auf, doch Beigeordneter Jürgen Vogt meint: „Wir dürfen ja nachdenken und träumen." Fast nahtlos schloss die Arbeitsgruppe „Kinder- und jugendfreundliches Haßloch" an die Gespräche aus der ersten Sitzung an.

Da hatten die Mitglieder unter anderem kritisiert, dass Jugendliche auf dem Abenteuerspiel-platz „Im Tiefenthal" abends und nachts laut feiern und Scherben, Zigarettenkippen und anderen Müll hinterlassen. Für gepflegtere Plätze sorgen könnten neben einem fest ange-stellten Betreuer aber auch Gruppen und Organisationen, die solche Plätze für ihre eigenen Arbeit nutzen und entsprechend in Ordnung halten. Edeltraud Höring vom „Blaubär" gab allerdings zu bedenken, dass das Jugendhaus in der Vergangenheit Hüttenbau auf solchen Plätzen versucht habe; nach mühevoller und engagierter Arbeit sei das Ergebnis innerhalb kürzester Zeit von anderen Jugendlichen mutwillig zerstört worden.

Helmut Eislöffel hat im „Blaubär" eine halbe Stelle inne und ist in den Sommermonaten für zehn Wochenstunden als Streetworker bei der Gemeinde angestellt. Dieses Stundenkontingent reicht bei weitem nicht aus, waren sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe einig. Und auch der Versuch, die Jugendlichen von den Abenteuerspielplätzen „umzusiedeln", ihnen eigene Frei-räume und Rückzugsgebiete anzubieten, sei nicht erfolgversprechend, dämpfte Eislöffel entsprechende Erwartungen. Gespräche hätten ergeben, dass die angesprochenen Jugend-lichen keine konkreten und einheitlichen Wünsche haben, zumal sie untereinander zum Teil verfeindet und konkurrierend seien. Wie man bei diesem Thema konkret weiterarbeiten will, soll bei der nächsten Sitzung im September besprochen werden.

Als positiv in der Gemeinde wurde allerdings auch herausgestellt, dass die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Organisationen - Jugendamt, Polizei, Jugendhaus und auch Schule, und hier vornehmlich die Hauptschule - gut und unbürokratisch funktioniere. Monica Hübner, Leiterin der Kurpfalzschule, berichtete kurz von einem von ihr entworfenen Konzept an ihrer Schule. Es soll auf drei Standbeinen stehen: Schulsozialarbeit, soziales Training für auffällige Jugendliche und sowie Stärkung von Opfern, also von Schülern, die Repressalien durch ihre Mitschüler ausgesetzt sind. Einzelheiten nannte sie keine, da das Thema zunächst in den Gremien der Gemeinde vorgestellt und diskutiert werden soll. Sicher ist aber, dass es Kosten verursachen wird, die zum Teil durch ein Landesprogramm Schulsozialarbeit abgedeckt sind, zum Teil aber am Schulträger - der Kommune - hängen bleiben.

Einig war sich die Arbeitsgruppe darin, dass sie in allen Bemühungen Tugenden wie Rücksichtnahme und Anstand wieder stärken wollen. Nicht nur in diesem Zusammenhang vermissen die Mitglieder unter anderem die Vertretung der Kirchen, und sie wollen auch die Schulen mit ins Boot bekommen. Insgesamt werden mehr Interessenten gesucht.


„Pflegebörse" soll Personal vermitteln
Arbeitsgruppe „Soziales Haßloch" entwickelt neue Ideen
Hilfen für Pflegebedürftige und Pflegende beziehungsweise Familienangehörige waren das Hauptthema des zweiten Treffens der Arbeitsgruppe „Soziales Haßloch" im „Lokalen Bündnis für Familien". Dabei wurde deutlich, dass das Großdorf viele Angebote von verschiedenen Trägern aufweist. Dennoch wurden einige Möglichkeiten der Erweiterung von Angeboten diskutiert.
Darüber hinaus sollten zukünftig die Pflegenden von der Gesellschaft besonders gewürdigt werden, wurde angeregt. In Haßloch und der näheren Umgebung werden folgende Hilfen zur Pflege und Betreuung bereits angeboten: Sozialstation (insbesondere ambulante Pflege), DRK (hauswirtschaftliche Versorgung), Arbeiterwohlfahrt (Essen auf Rädern), Nachbarschaftshilfe (Betreuung von Älteren und Pflegebedürftigen), Pflegeheim Theodor-Friedrich-Haus mit 101 Plätzen und einer geplanten Station für demenzkranke Menschen, „Betreutes Wohnen" (ab 2007 geplant) sowie die Tagespflegestation in Böhl-Iggelheim.
Allerdings stellten die Teilnehmer fest, dass es in Haßloch allerdings derzeit an Möglichkeiten für Familien beziehungsweise Angehörige fehle, eine Tagesbetreuung für pflegebedürftige Menschen zu erhalten. Daher sei es aufgrund der hohen finanziellen Belastungen der Familien und zu geringer Zuschüsse vielen nicht möglich, auf legalem Wege Pflegekräfte zu beschäftigen. Um die Pflegenden optimal zu versorgen, sei es notwendig, flexible Pflegekräfte für mehrere Stunden am Tag zur Verfügung zu haben. Die Sozialstation übernehme nur pflegerische Tätigkeiten zu festen Zeiten und könne keine Tagesbetreuungen anbieten. Bei dem derzeit festzustellenden steigenden Bedarf sei es in Zukunft unumgänglich, die Tagesbetreuung von Haßlocher Bürgern zu optimieren, so das Fazit der Diskussion.
Außerdem werde angestrebt, eine „Pflegebörse" einzurichten. Ziel dieser Einrichtung sei es, Pflegepersonal auf legalem Weg zu vermitteln. Daneben wurde angeregt, den Austausch über Erfahrungen mit Behörden, aber auch im pflegerischen Bereich zu ermöglichen, da die Pflegenden Rat und Unterstützung benötigten. Die Sozialstation habe dafür seit einiger Zeit einen Gesprächskreis initiiert.
Besonderen Dank erhielten das Pflegepersonal sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer und Vereine, die sich um die Versorgung der Bewohner des Theodor-Friedrich-Hauses kümmern. Den Pflegeberufen fehle die nötige Anerkennung. Da diese Leistungen insbesondere auch der aufopferungsvollen Pflege für Familienangehörige kaum bekannt seien, soll eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. Auch Ehrungen seien geeignet, die „stillen Helden" zu würdigen.
Beim nächsten Treffen am 31. August, 17 Uhr, im Rathaus, Zimmer 010, will der Arbeitskreis die Themen Ehrenamt und Ehrenamtsbörse, Senioren helfen Senioren und Nachbarschaftshilfe besprechen. Angeregt wurde außerdem ein Treffen aller Arbeitsgruppen im September. Sozialdezernent Jürgen Hurrle will dazu einladen, damit alle Arbeitskreise Zwischenberichte ihrer bisherigen Arbeit abgeben können.


Das zweite Treffen der Gruppe "Eltern stärken" findet am 28.08. statt. Der Bericht wird nachgetragen.