Jan 19, 2007

38 Ideen für eine familienfreundliche Gemeinde

Sozialausschuss stimmt über Vorschläge der Arbeitsgruppen des lokalen „Bündnisses für Familien" ab

Ein Mammutprogramm mit 38 Abstimmungen bewältigte der Sozialausschuss des Gemeinderats bei seiner Sitzung am Mittwoch. Abgestimmt wurde über die Vorschläge der fünf Arbeitsgruppen des „Lokalen Bündnisses für Familien in Haßloch".

Beim überwiegenden Teil der Vorschläge votierte der Ausschuss dafür, dass die Verwaltung prüfen soll, ob und wie die Ideen umsetzbar sind. Einige weitere Vorschläge sollen bei den nächsten Sitzungen des Sozialausschusses diskutiert werden. Andere Vorschläge wurden an die zuständigen Ausschüsse verwiesen.

Sieben Vorschläge hatte die Arbeitsgruppe „Soziales Haßloch" vorgelegt. Prüfen soll die Verwaltung, ob ein Flyer erstellt werden kann, der Möglichkeiten für Behinderte auflistet, sich in Vereinen zu engagieren. Ebenso sollen die Möglichkeit, eine Ehrenamtsbörse und einen Vermittlungsdienst für Pflegekräfte einzurichten, geprüft werden. Einig war man sich darüber, dass die Verwaltung einen Träger finden soll, der eine ambulante Betreuung für Senioren anbietet. Ein solches Angebot habe es in Haßloch schon einmal gegeben, und es sei wieder erforderlich, sagte Sozialdezernent Jürgen Hurrle (SPD). Die Verwaltung soll außerdem nach einer Wohnung suchen, in der das seit einiger Zeit geplante Projekt „Wohnen mit Assistenz" für erwachsene Behinderte realisiert werden kann. Angestrebt wird eine engere Kooperation mit der „Neustadter Tafel". Haßloch wolle keine eigene Einrichtung aufbauen, betonte Hurrle. Über den Vorschlag einer Würdigung von pflegenden Angehörigen soll nochmals gesprochen werden.

Mit sechs Anregungen wartete die Arbeitsgruppe „Kinder- und jugendfreundliches Haßloch" auf. So soll die Verwaltung in Absprache mit dem Besitzer des ehemaligen „Ascot" an der Schießmauer einen Pächter finden, der dort ein Jugendlokal betreibt.

Der Bau eines Abenteuerspielplatzes ist ein Vorschlag, der von mehreren Arbeitsgruppen kam. Auf Anregung von Hurrle sollen Sozial- und Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung einen Bedarfsplan für Spielplätze erstellen. Die beiden Ausschüsse sollen sich außerdem mit der Idee befassen, eine „Freizeithütte" für Jugendliche zu errichten.

Von der Kunsteisbahn bis zum Kulturstammtisch

Der Vorschlag, den Rathausplatz als Treffpunkt für Familien mit Kindern umzugestalten und das Parken dort einzuschränken, wurde an den Bauausschuss verwiesen. Hans Grohe (CDU) erinnerte daran, dass der jetzigen Gestaltung jahrelange Diskussionen vorausgegangen seien und äußerte Bedenken, diese neu zu entfachen. Über eine Öffnung des „Blaubärs" an den Wochenenden soll nochmals gesprochen werden. Die Kritik, dass Tempolimits nicht eingehalten werden, soll Thema der Verkehrsschau sein.

Mit neun Anregungen wartete die Arbeitsgruppe „Gesellschaftliches Leben" auf. Auch hier wurde die Umgestaltung des Rathausplatzes angeregt. In den zuständigen Ausschüssen soll über die Möglichkeit gesprochen werden, eine Kunsteisbahn aufzustellen, einen Mehrgenerationentreff einzurichten und in einem zukünftigen Bürgerhaus ein Weinlokal oder ein Kino und Theater zu betreiben. Der Vorschlag, eine Grillhütte zu errichten, stehe vor der Realisierung, so Hurrle. Die Verwaltung soll sich mit einem Ausbau der Angebote beim Wochenmarkt, einer Wiederbelebung des Kulturstammtisches und Möglichkeiten, wie die Haßlocher den Ort besser kennenlernen können, befassen.

Sechs Projekte, zu denen auch die Einrichtung eines Abenteuerspielplatzes gehört, regte die Arbeitsgruppe „Gesundheit" an. Geprüft werden soll, ob auf der Haßlocher Website ein eigener Bereich für Gesundheit aufgenommen, das Ernährungsprogramm „Powerkids" angeboten und das Präventionsprogramm „Klasse 2000" ausgebaut werden kann. Außerdem war der Beitritt der Gemeinde zu einem Informationsnetzwerk zum Thema „krankhaftes Übergewicht" angeregt worden.

Geprüft werden sollen auch die vier Vorschläge der Arbeitsgruppe „Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Dabei handelt es sich um einen Informationsbrief über das bestehende Betreuungsangebot für Kinder, eine Elternbefragung über Lücken bei der Betreuung, eine Auflistung der Angebote der Kindergärten und Informationen über die Möglichkeit einer Qualifizierung als Tagesmutter oder -vater.

Auch mit den sechs Anregungen der Arbeitsgruppe „Eltern stärken" soll sich die Verwaltung befassen. Dazu gehören der Aufbau einer Internetseite und die Erstellung eines Flyers zu diesem Thema, ein Eltern-Stammtisch, das Angebot einer Eltern-Informationsbörse, die Auflistung von Kursangeboten und Angebote in den Schulen, bei denen den Kindern eine positive Einstellung zum Thema „Eltern" vermittelt werden soll.

Nachdem die Vorschläge erarbeitet sind, gehe es bei der Umsetzung mit der Arbeit jetzt erst richtig los, so Hurrle. Demnächst solle über das weitere Vorgehen der Arbeitsgruppen gesprochen werden. Das „Bündnis für Familien" bezeichnete Hurrle als einen Prozess, der kontinuierlich weiter verfolgt werden soll.

Quelle: "Rheinpfalz"