Weihnachtsgrusswort des Bürgermeisters
„Ich träume auch heute noch davon, dass eines Tages das Lamm und der Löwe sich miteinander niederlegen werden und ein jeglicher unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen wird ohne Scheu. Ich träume auch heute noch davon, dass eines Tages alle Täler erhöht und alle Berge und Hügel erniedrigt werden, und was ungleich ist, eben, und was höckerig ist, schlicht, und dass die Herrlichkeit des Herrn offenbart wird und alles Fleisch miteinander es sehen wird.“ Martin Luther King, Weihnachtspredigt 1968
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, diese Worte von Martin Luther King machen deutlich, wie sehr sich die Menschen zu allen Zeiten und in der ganzen Welt nach Frieden und Harmonie sehnen. Diese Gedanken bewegen uns an Weihnachten eines jeden Jahres in besonderer Weise.
Wir begreifen die Adventszeit als eine Zeit der Besinnung, in der uns bewusst wird, dass nicht materielle Werte, unser unablässiges Streben im Beruf oder der Ehrgeiz besser und mehr zu sein als andere entscheidend sind, sondern die innere Zufriedenheit und unsere zwischenmenschlichen Bindungen, die uns Kraft und Halt geben. Die Worte von Martin Luther King verdeutlichen aber auch, dass dieses Träumen von Harmonie am Ende irrrational ist. Eine Welt, wie Martin Luther King sie beschreibt, werden wir nicht erreichen! Dennoch brauchen wir diese Träume um zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und um uns immer wieder den eigentlichen Sinn des Lebens deutlich zu machen. In unserer Gemeinde geht es uns ähnlich: Eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde engagieren sich im Gemeinderat und seinen Gremien, aber auch in vielen Beiräten und Arbeitsgruppen. Ihr Ziel ist es, in nahezu allen Bereichen des Lebens Verbesserungen zu schaffen. Auch im zurückliegenden Jahr konnten eine Reihe neuer Wege zum Wohle unserer Gemeinde eingeschlagen oder weiter beschritten werden, wofür ich sehr dankbar bin. Ich denke an die verschiedenen Prozesse in Haßloch, den Kommunalmarketingprozess, das Bündnis für Familien oder den Prozess zur integrierten Ländlichen Entwicklung, ich denke aber auch an die Anstöße, die uns der Jugendgemeinderat, der Seniorenbeirat oder der Ausländerbeirat gegeben haben und vor allem an die zukunftsweisenden Entscheidungen des Gemeinderates. So konnten wir im zurückliegenden Jahr bei den großen Projekten unserer Gemeinde, der Neuerschließung von Gewerbe- und Neubaugebieten, in Fragen der Energieversorgung oder bei der Frage der Zukunft unseres Badeparkes, deutliche Schritte vorankommen. Auch sind mit der vorgesehenen Schaffung der „Realschule plus", des G8-Gymnasiums und weiterer Ganztageseinrichtungen, wichtige Richtungsentscheidungen für die Zukunft unserer Schullandschaft getroffen worden. Die Erweiterung und Sanierung der Feuerwehr wird in Kürze abgeschlossen sein und die Baumaßnahmen zur Errichtung des Kulturvierecks in der Gillergassse wurde eingeleitet. Dennoch waren diese Entscheidungen auch begleitet von politischen Auseinandersetzungen. Wichtig ist, dass wir am Ende, trotz unterschiedlicher Haltungen, für unsere Gemeinde Haßloch zusammenstehen. - Dazu helfen uns Visionen, wie sie Martin Luther King vor dem Hintergrund viel schlimmerer Auseinandersetzungen zwischen Schwarzen und Weißen im Amerika der 60er Jahre ausgesprochen hat. Wenn wir auf das Jahr 2008 blicken, so sehen wir aber auch eine Fülle von Festen, gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten. Wir sind dankbar für diese Erlebnisse und sollten sie allen unseren Nachbarn weitergeben, deren Lebensfreude durch Krankheit, schmerzliche zwischenmenschliche Erfahrungen oder soziale Not getrübt ist. In diesen Tagen blicken wir - wieder einmal - mit Ungewissheit in das kommende Jahr. Das Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise ist für uns noch nicht absehbar. Sie erreicht auch Haßlocher Betriebe, die Kommune und nicht zuletzt die einzelnen Haushalte. Doch ich bin sicher, wir werden auch diese Krise durchstehen und werden mit Augenmaß, aber auch mit Zuversicht als Kommune den eingeschlagenen Weg weitergehen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die öffentliche Hand zur Stärkung der Konjunktur vorangeht! Auch bei den hier anstehenden Entscheidungen hilft uns die Zuversicht von Martin Luther King. In diesen Tagen ist eine Ausstellung im Ältesten Haus zu Ende gegangen, die sich mit Engeldarstellungen, vor allem mit Schutzengelbildern befasst hat, die seit Jahrhunderten in unseren Häusern hängen. Die besondere Aufgabe dieser Schutzengelbilder und Symbole besteht darin, den Menschen die Gewissheit zu vermitteln, dass ein höheres Wesen, ein Engel über ihnen wache. Ob es für uns tatsächlich Botschafter des Himmels sind oder einfach nur „Schutzengel" - wir alle brauchen sie, denn sie geben uns die innere Ruhe und die Zuversicht, von der ich sprach. Ich wünsche Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch unseren früheren Mitbürgern, die in Deutschland und im Ausland leben, sowie unseren Freunden in den Partnerstädten einen „Schutzengel", der ihr Leben begleitet, ein friedvolles Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2009!
IhrHans-Ulrich Ihlenfeld
Bürgermeister
















