Kurt-Flockert- und Emil-Schneider-Straße eingeweiht
Zwischen Langgasse und südlicher Friedhofsmauer des Alten Friedhofes ziehen sich die neuen Straßen im Neubaugebiet „Verlängerte Friedhofstraße“ hin.
Am letzten Samstag wurden sie im Beisein der Angehörigen der beiden Alt-Bürgermeister, nämlich Frau Prof.Dr. Gabriele Nöldge-Schomburg, Tochter von Emil Schneider und Frau Christel Flockert-Mayer und Wolfgang Flockert eingeweiht.
Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld würdigte das Engagement und Wirken seiner Vorgänger und hob bei Emil Schneider die besondere Tragik seines Unfalltodes hervor. Bei der Rückfahrt von Viroflay, wo er sich zu wichtigen Gesprächen zur Gründung der Städtepartnerschaft aufhielt, verunglückte er im Lambrechter Tal und starb 1960 an den Folgen des Unfalles. Bei seinem Amtsantritt 1949 und in den 50er-Jahren ging es vor allem um die Schaffung wichtiger Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen für Haßloch. Die Straßen und das Wohnungswesen mussten ausgebaut werden. Die Kanalisation wurde in Teilen realisiert und für den gesamten Ort vorbereitet. Die Schulen und eine Reihe öffentlicher Einrichtungen standen zur grundlegenden Erneuerung an, dies alles bei geringen finanziellen Mitteln. Die Bevölkerung wuchs während seiner Amtszeit von 11 auf 16000 Einwohner. Die erste Flüchtlingswelle 1950 brachte allein 2000 neue Bürger, für die eine Bleibe geschaffen werden musste. Die Gründung der Bauhilfe, der Ankauf verschiedener Häuser und Wohnungen, der Bau der Pfalzhalle und des Schlachthofes und die Erweiterung des Friedhofs an der Bahnhofstraße tragen seine Handschrift. Die Errichtung des neuen Friedhofes, der Neubau der Ernst-Reuter-Schule waren in Planung. Eine wichtige Einrichtung für seine Heimatgemeinde war ihm der Bau des Emil-Schneider-Freibades am Lachener Weg, das viele Jahre seinen Namen trug. „Wir sind froh", so Bürgermeister Ihlenfeld, „dass wir heute die entstandene Lücke mit dieser Namensgebung wieder schließen können."
Kurt Flockert folgte Schneider 1960 nach. Er war damals Bürgermeister in Böhl und wie sein Vorgänger Sozialdemokrat. Der Volkswirt und Verwaltungsrechtler war 26 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Haßloch und mit seinem Amtskollegen Gerard Martin aus Viroflay, zu dem er gute Kontakte unterhielt, der einzige Ehrenbürger unserer Gemeinde. Der Sohn einer Böhler Landwirts-Familie prägte die Entwicklung des Großdorfes zu einer modernen Gemeinde. Er forcierte u.a. die Ansiedlung von Schmalbach-Lubeca, der Firma Hildebrand und die Gründung und Erweiterung des Holiday Parks und die Ansiedlung des Massa-Marktes. Der Bau der Ernst-Reuter-Schule und der Realschule, die Planung einiger Neubaugebiete und des Ärztehauses im Zentrum waren maßgeblich von ihm initiiert. „Wir freuen uns dass wir mit dieser Straßenbenennung auch für Bürgermeister Kurt Flockert eine bleibende Erinnerung in der Bevölkerung schaffen konnten und sind ihm für sein weitreichendes Wirken für unsere Gemeinde sehr dankbar," betonte Bürgermeister Ihlenfeld.
Prof.Dr. Nöldge-Schomburg und Wolfgang Flockert bedankten sich für die posthum erwiesene Ehre für ihre Väter und erzählten kleine Begebenheiten aus ihrem Leben als Kinder eines Bürgermeisters.
















