Oct 29, 2008

Presseerklärung der Gemeinde Haßloch

Feuerwehrerweiterung bis Jahresende abgeschlossen Mehrkosten infolge Preissteigerungen und zusätzlicher Ausstattung erwarte

„Wir befinden uns mit der komplizierten Umbaumaßnahme im Plan, die Feuerwehr kann mit dem neuen Jahr den Betrieb in den neuen Räumlichkeiten aufnehmen", so umschreibt Architekt Rudi Einholz den Stand der Erweiterungsbaumaßnahme bei der Feuerwehr. Der alte Baubestand, soweit künftig von der Feuerwehr genutzt, werde noch vor Jahresende betriebsbereit sein. Mit der endgültigen Fertigstellung aller Maßnahmen wird bis Februar 2009 gerechnet.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Bauausschuss eine Reihe von Ausstattungsdetails und Einsparmaßnahmen beschlossen. Dennoch wird die Gesamtbaumaßnahme zu Mehrkosten führen - ca. 13 % aus allgemeinen Preissteigerungen und 8 bis10 % aus zusätzlicher Ausstattung.

Die Baumaßnahme war zu Jahresbeginn mit einem geplanten Kostenumfang von 2,09 Millionen Euro gestartet worden. Der Gemeinde war es gelungen, noch auf der Grundlage alter Förderbestimmungen einen Zuschussumfang in Höhe von 540.000 Euro zu erlangen. Das Land hatte diesen Betrag als Höchstbetrag nach einer Reihe von Verhandlungen über den Umfang der Maßnahmen bewilligt. Die jetzt veranschlagten Mehrkosten werden sich insgesamt auf ca. 360.000 Euro belaufen, die Berechnung des vom Bauausschuss einvernehmlich beschlossenen Einsparpotentials beläuft sich auf etwa 70.000 Euro. Wie Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld und der für die Feuerwehr zuständige 1. Beigeordnete Jürgen Hurrle betonen, sind in diesen Kosten auch eine Reihe von Bestandteilen des Gebäudekomplexes enthalten, die nicht zu den Bedürfnissen der Feuerwehr gehören. So werde eine neue öffentliche WC-Anlage an der Westseite zum Jahnplatz hin errichtet, die mit einer Gesamtsumme von 118.000 Euro zu Buche schlägt. Ebenso wird der Kopfbau der Feuerwehr zur Schillerstraße hin für ebenfalls ca. 120.000 Euro im Zuge der Maßnahme saniert und umgebaut, wofür die Gemeinde weitere Zuschüsse aus Sanierungsmitteln erwartet. Dieser Bereich wird künftig anderen öffentlichen Nutzungen zur Verfügung stehen.

Die Kostensteigerungen, so Rudi Einholz, hängen in hohem Maße mit den allgemeinen Preissteigerungen in diesem Jahr im Zuge höherer Energiepreise und vor allem höheren Stahl- und Zementkosten zusammen. Es fallen z.B. die Estricharbeiten im Ergebnis der öffentlichen Ausschreibungen deutlich teuerer aus als ursprünglich veranschlagt. In ihren Diskussionen haben sich Bauausschuss und Feuerwehr gemeinsam, jedoch auch für eine Reihe von zusätzlichen Ausstattungen ausgesprochen, die als notwendig angesehen werden. Dies betrifft unter anderem die Lautsprecheranlage und Videoüberwachung, die Gebäudeteile, Ventilatorenanlagen, eine Einbruchmeldeanlage oder das Notstromaggregat. Letzteres steht künftig der Feuerwehr im Katastrophenfall zur Verfügung, ist transportabel und kann daher auch außerhalb des Feuerwehrgebäudes genutzt werden. Bei diesem Aggregat für rund 50.000 Euro soll insbesondere eine Mitversorgung des Rathauses sichergestellt werden. Ebenfalls das Rathaus mitversorgen wird zukünftig die neue Heizanlage als kombinierte Anlage mit Gasbrennwerttherme und einer Holzpelletbefeuerung. „Wenn sie so wollen, ist dies eine Nahwärmeversorgung auf regenerativer Basis mitten im Ort", so Bürgermeister Ihlenfeld. Ebenfalls in den Gesamtkosten für den Feuerwehrkomplex enthalten sind eine Reihe allgemeiner Positionen, insbesondere für Ver- und Entsorgungsleitungen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgebäudes stehen. So wurde mit der Baumaßnahme die Strom- und Wasserversorgung für Veranstaltungen auf dem Jahnplatz verbessert. Auch Entsorgungsanschlüsse für einen zusätzlichen Toilettenwagen sind verlegt worden.

Die jetzige Berechnung umfasst alle Kosten für die Baumaßnahme, noch offen sind die im Rahmen der öffentlichen Bezuschussung geforderten Maßnahmen zum Thema „Kunst am Bau". Mit dem Ergebnis der jetzt getroffenen Ausstattungsentscheidungen zeigt sich Feuerwehrdezernent Jürgen Hurrle zufrieden: „Die Ausstattungen wurden intensiv diskutiert und mit der Feuerwehr abgestimmt, sie sind angesichts der ständig steigenden Anforderungen an die Feuerwehr notwendig".

Insgesamt sieht Bürgermeister Ihlenfeld die Maßnahme auf einem sehr guten Weg. Das Kostenvolumen unterschreitet aus seiner Sicht bei weitem die Aufwendungen für einen in der Ausstattung vergleichbaren Neubau. Eine offizielle Einweihungsfeier ist nach Abschluss aller Arbeiten im Frühjahr nächsten Jahres vorgesehen.