Erste Ausbildungsinitiative 2007 im Rathaus
Teilnehmer aus Schulen, Wirtschaft, Institutionen, Parteien und Verwaltung tauschten Informationen aus
Zur Unterstützung der Jugendlichen bei der Suche von Ausbildungsplätzen hatte die Gemeindeverwaltung Haßloch zu einer Ausbildungsinitiative 2007 ins Rathaus eingeladen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass auch in diesem Jahr kurz vor den Sommerferien noch zahlreiche Absolventen der Kurpfalzschule, der Sophie- Scholl- Realschule und der Gottlieb-Wenz Schule noch keinen Ausbildungsplatz haben. Monica Hübner, Leiterin der Kurpfalzschule, berichtete zum Beispiel, dass von den 78 Absolventen der Hauptschule bislang lediglich 14 Schulabgänger einen Lehrvertrag mit einem Betrieb abgeschlossen haben. Schüler ohne Ausbildungsplatz sind gezwungen in die berufsvorbereitenden Bildungsgänge der berufsbildenden Schule zu wechseln.
Diese Situation wird als nicht befriedigend empfunden. Die bei der gut besuchten Veranstaltung anwesenden Vertreter der Betriebe beklagten, dass viele Bewerber um Lehrstellen nicht über die nötigen Voraussetzungen für die Ausbildung verfügen und über das Spektrum der Lehrberufe nicht ausreichend informiert sind. Die Ausbildungsinitiative Haßloch will zu einer Verbesserung dieser Situation beitragen. Die Gemeinde selbst hat die Zahl der Ausbildungsplätze verdoppelt und appelliert an die Hasslocher Betriebe , ebenfalls verstärkt Ausbildungsplätze anzubieten.
Die Teilnehmer waren einer Meinung, dass der Informationsaustausch zwischen Schulen und Betrieben aktiviert werden muss. Die Schulen berichteten, dass Schüler sehr bemüht sind und in ihren Berufswünschen sehr flexible seien. Betriebe des Dienstleistungs-, Hotel– und Gastronomiebereiches sowie des kaufmännischen Bereiches beklagten, dass Jugendliche nicht bereit sind, zu unregelmäßigen Zeiten zu arbeiten. Neben dem Problem der schlechten Noten gebe es auch das Problem an mangelnden sozialen Qualifikationen und der Bereitschaft sich mit dem ausgewählten Beruf zu identifizieren. Michael Leidner, Landesvorsitzender des Bundes der Selbständigen Rheinland Pfalz und Saarland, forderte von der Politik mehr in die Bildung zu investieren. Barbara Renner, Leiterin des Jugend- und Kulturzentrums „Blaubär“ bestätigte diese Forderung und bemerkte, dass Informationsangebote aus finanziellen Gründen bereits gestrichen wurden. Es gibt bereits Bemühungen, Jugendliche beim Schritt in die Ausbildung zu unterstützen. Willi von Lohr stellte das gemeinsame Projekt der CDU und HLL „ Haßlocher Schüler erkunden Haßlocher Firmen“ vor. Lothar Zwing, Vorsitzender des Ortskartells des DGB, informierte über Aktionen wie Planspiel und das Erstellen von Filmfirmenportraits. Thomas Stumpf, Geschäftsführer der Firma Duttenhöfer ging in der Diskussion auf die Situation auf dem Lehrstellenmarkt ein. Betriebe können nur Ausbildungsplätze bereit stellen, wenn es deren wirtschaftliche Situation auch erlaube. Bürgermeister Ihlenfeld griff die dargestellten Defizite auf und kündigte die Aktivierung von Kontakten und Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben an. Projekte und Unterstützungsangebote der Agenturen für Arbeit sollen besser bekannt gemacht werden. Das Amtsblatt der Gemeinde kann als Plattform für den entsprechenden Informationsaustausch genutzt werden. Ihlenfeld und der 1. Beigeordnete Hurrle werden sich persönlich für die Schaffung weiterer Ausbildungsplätze in Haßlocher Betrieben und Einrichtungen verwenden.
Im Herbst, am 20. November um 17.00 Uhr soll es eine weitere Informationsveranstaltung zur Ausbildungsinitiative für das Ausbildungsjahr 2008 geben.
Im folgenden Frühjahr könne man in einer Gesprächsrunde über Einzelfälle beraten.
Bei noch bestehendem Bedarf für das Ausbildungsjahr 2007/2008 können sich Jugendliche bei folgenden Ansprechpartnern informieren: Handwerkskammer des Landes RP, Paul Damm, Telefonnummer 06341 966413 und bei der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz in Landau, Helmut Walter, Telefonnummer 06341 9711716.
Interessierte Betriebe erhalten die aktuelle Richtlinie für die Förderung von Ausbildungsstellen für junge Arbeitslose 2007 bei der Gemeinde, Wirtschaftsförderin Sabine Hacker, Telefon 06324 935 346.
















