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Archäologische Untersuchungen an der Weisengasse

Steinzeitliche Ackerbauern wieder im Zentrum des archäologischen Interesses

Die Ausgrabungen in der jungsteinzeitlichen Siedlung des späten 6.Jahrtausends v. Chr, der sog. „Bandkeramiker", die 2004 aufgenommen wurden, werden in der 08. Woche 2010 fortgeführt. Die Zusammenarbeit mit dem archäologischen Landesamt für Denkmalpflege in Speyer (heute Generaldirektion Kulturelles Erbe, Direktion Archäologie, Speyer) begann mit den Untersuchungen des römischen Hofes, der bei der Erweiterung des Parkfriedhofs gefunden wurde.

Fanden die ersten Grabungen nur nach Bedarf statt, werden heute regelmäßig jährlich Grabungen in Haßloch durchgeführt. Hierbei kooperieren die GDKE Speyer, die Universität Heidelberg und die Gemeinde Haßloch. So graben dieses Jahr im Bereich der Weisengasse im Rahmen einer Lehrgrabung ca. 25 Studenten der Universität. Unter der örtlichen Leitung von Dr. Roland Prien und Dr. Carsten Casselmann werden die Jungarchäologen in Handarbeit den Boden über einem Hausgrundriss der Bandkeramik, der über ein Luftbild entdeckt wurde, abtragen und alle Funde akribisch vermessen und dokumentieren. Gold und andere Schätze waren in der Jungsteinzeit unbekannt, aber Keramikscherben und Fragmente von Steingeräten verraten den Fachleuten viel vom Leben der frühesten Ackerbauern in der Pfalz. Die Grabungsfläche dürfen nur die Archäologen betreten, denn nur sie wissen, wo Spuren, teilweise auch kaum sichtbare, der steinzeitlichen Bauten zu finden sind, die bei unbedachtem Begehen der Fläche zerstört würden.

Von den Ergebnissen profitiert die Gemeinde, es werden ständig neue geschichtliche Zusammenhänge aufgedeckt, die nicht in der Dorfchronik nach zu lesen sind. Aus diesem Grund unterstützte die Gemeinde die Grabungen schon immer aktiv. So förderte sie die Grabungen 2002 mit 10.000.- €, indem sie einen Arbeitsgruppe des Christlichen Jugenddorfes als Grabungshilfe finanzierte. Im Jahre 2004 wurde die Grabungsarbeit mit 2640.- € gefördert. Seit 2007 finden die Grabungen regelmäßig als Lehrveranstaltung der Universität Heidelberg statt. Die Gemeinde förderte die Untersuchungen 2007 und 2008 noch mit 4.000.- €, seit 2009 hat sie den Betrag auf 5.000.- € angehoben.

Neben der ständigen Untersuchung der Siedlung der Bandkeramiker stehen immer wieder archäologische Einzelfragen zur Klärung an, wie die Standortsuche nach der St. Gallus Kirche, einem Hofes aus dem Mittelalter oder eines Grabhügels im Hasslocher Wald. Diese Arbeiten zusätzlich leisten zu können, fehlen den GDKE Speyer und der Universität Heidelberg die Mittel. Deshalb hat der Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld in diesem Jahr die Gemeindewerken Haßloch GmbH um zusätzliche Unterstützung gebeten. Dies haben ihre Mithilfe zugesagt. Dadurch wird es in diesem Frühjahr möglich, einen Blick ins frühe Mittelalter zu werfen, denn im Bereich der Weisengasse befinden sich auch für diese Zeit einige interessante Fundhinweise.

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Bearbeiter: Ohler | Permalink | Druckansicht | top
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