May 16, 2008

Gemeinde Haßloch aktiv im Klimaschutz - Historische Chance für regenerative Energien und kostengünstige Wärmeversorgung im künftigen Baugebiet „Südlich der Rosenstraße“

Nächsten Dienstag, am 20. Mai 2008, veranstaltet die Gemeindeverwaltung Haßloch im Pfarrheim St. Ulrich um 18.00 Uhr für alle Grundstücksbesitzer und Bauinteressenten im Baugebiet „Südlich der Rosenstraße, Teilplan 1" einen Informationsabend, um mögliche Formen der künftigen Wärmeversorgung im Baugebiet und die damit verbundenen Vor- und Nachteile zu erläutern. Die Gemeindeverwaltung hatte hierzu gemeinsam mit den Gemeindewerken Haßloch GmbH und unterstützt vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz ein Gutachten in Auftrag gegeben. Erstellt wurde dieses Gutachten von der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) das aufzeigt, welche Form der Energieversorgung im Hinblick auf Kosten und Zukunftsbeständigkeit die geeignetste ist. Ziel war dabei, einen möglichst hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern, wie z.B. Holz, Biogas oder Erdwärme einzusetzen. Dieses Gutachten kann ab sofort von allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf der Homepage der Gemeindeverwaltung Haßloch unter www.hassloch.de eingesehen werden.

 

Verschiedenste Varianten, dabei auch Kombinationen aus fossilen und regenerativen Energieträgern, wurden geprüft. Als kostengünstigste und nachhaltigste Variante für die Bauherren/Innen stellte sich dabei eine Nahwärmeversorgung auf der Basis Gas und Holzhackschnitzel heraus. In dieser Variante wird zunächst Gas bis zur Erreichung einer gewissen Bebauungsdichte als Energieträger genutzt. Dann wird ein Holzhackschnitzelkessel errichtet, der ab diesem Zeitpunkt zum Hauptenergielieferant wird. Ziel ist es, dass ab diesem Zeitpunkt mindestens 70 % des Gesamtwärmeenergiebedarfs über Holzenergie abgedeckt wird. Gas dient ab jetzt nur noch zur Abdeckung der Spitzenlast und als Reserveenergie. Da unsere Gemeinde über einen eigenen Gemeindewald verfügt, ist eine relativ hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. Weitere Vorteile einer zentralen Nahwärmevorsorgung sind die geringe Emission von Klimaschadgasen, weil vorwiegend klimaneutrale Brennstoffe verwendet werden, eine hohe Flexibilität, das Wegfallen von Lagerräumen für Brennstoffe und Schornsteine in den einzelnen Wohneinheiten und ein geringerer Raumbedarf für die Wärmeerzeugung. Die Wartung von Heizungsanlagen und Schornsteinen für den Bauherren entfällt vollständig. Auch um die Erfüllung neuer gesetzlicher Auflagen hinsichtlich der Nutzung eines Mindestanteils an regenerativen Energien bei neu errichteten Wohneinheiten, die voraussichtlich ab Anfang nächsten Jahres greifen werden, braucht sich der Bauherr bei dieser Lösung künftig nicht weiter zu kümmern. Ein Wermutstropfen bei dieser Lösung ist, dass eine zentrale Wärmeversorgung nur dann wirtschaftlich funktionieren kann, wenn alle mitmachen. Das heißt: Die Bauherren bzw. Grundstückseigentümer müssten ähnlich wie bei Trink- und Abwasser eine Anschluss- und Nutzungsverpflichtung mittragen. Wir freuen uns, dass für die Diskussion an diesem Abend hochkarätige Fachleute und Experten, wie Herr Prof. Dr. Keilen vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz sowie Herr Dipl.-Ing. Oliver Rechenbach von der EffizienzOffensive Energie Rheinland-Pfalz e.V. (EOR) für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen und möchten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich einladen.