Schindler lobt innovative Wege Haßlocher Einrichtungen
Zu einem Gedankenaustausch mit den Verantwortlichen dreier Haßlocher Einrichtungen nutzte Bundestagsabgeordneter Norbert Schindler (CDU) einen Besuch im Großdorf. Bei den Gesprächen ging es in erster Linie um die Auswirkungen der Bundesgesetzgebung vor Ort. MdB Norbert Schindler lobte die innovativen Ansätze der Gemeindewerke, der Druckerei Englram und Partner und der Ökumenischen Sozialstation Haßloch-Mittelhaardt e.V., die für ein wirtschaftliches Handeln heute unabdingbar seien.
Er wurde begleitet von Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld, dem CDU-Vorsitzenden Thomas Götz, dem ehemaligen Ratsmitglied Hubert Bohmüller, sowie dem HLL-Fraktionsvorsitzenden Dr. Wolfgang Schulte.
Gesprächspartner bei den Gemeindewerken Haßloch GmbH war deren Geschäftsführer Manfred Schlosser. Angesprochen wurden aus dem Bereich Energieversorgung die Sparten Strom, Gas und Wärme; daneben wurde auch der Betriebszweig Badepark erläutert. Im Zuge der gesetzlichen Regulierungsmaßnahmen der Energieversorgung hat der Druck auf die Kosten der GWH stark zugenommen, zum Beispiel müssen heute intern über ein Dutzend Jahresabschlüsse gemacht werden, wo vor Jahren noch einer genügte.
Dies sind nach Aussagen Schlossers Auswirkungen auf die örtlichen Energieversorger, die in ihrem Ausmaß kaum in der Öffentlichkeit wahr genommen werden.
Mit der 2. Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wurde das EU-Gemeinschaftsrecht für die leitungsgebundene Energieversorgung in nationales Recht umgesetzt. Zweck ist „die möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas.“ Ferner soll die Regulierung der Netze der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs dienen.
Durch diese Novelle ist ein zusätzlicher Kostendruck auf die Werke entstanden, der abgefangen werden muss.
So streben die Werke Kooperationen mit anderen Energieversorgern in der Region an, vor allem um Arbeitsplätze zu sichern. Durch die 25,1 %ige Beteiligung der THÜGA AG an den Werken wurde schon vor Jahren eine gut funktionierende Kooperation begründet, die sich gerade angesichts des bürokratischen Drucks der Regulierung als wichtig erweist.
Ob angesichts der Preispolitik der vier großen Energieversorger in Deutschland die Regulierung überhaupt positive Auswirkungen für den Normalkunden zeigt, hält Geschäftsführer Manfred Schlosser für fraglich.
Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld zeigte sich überzeugt, dass die Werke trotz der unvermeidbaren Preissteigerungen im Energiebereich für die Bürger weiter ein zuverlässiger und attraktiver Partner bleiben. Die Erhaltung der Leistungen vor Ort in der Phase der Anreizregulierung setze allerdings voraus, dass auch die Gemeindewerke sich in ihren Kostenstrukturen weiter optimieren und nach Kooperationen suchen.
Wunsch der Geschäftsleitung und des Bürgermeisters an die Bundespolitik war abschließend, in Berlin nicht nur Energiepolitik für große Konzerne zu machen, sondern auch den Bestand vergleichsweise kleiner Werke wie den Gemeindewerken Haßloch im Blick zu behalten.
Die zweite Station seines Haßlochbesuchs führte Norbert Schindler zu der Druckerei Englram und Partner GmbH & Co KG in das Industriegebiet Süd.
Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang Ulrich und Joachim Brucker führten die Besucher durch die Räume der Druckerei und informierten über die moderne Drucktechnik. In dem Unternehmen, das über zahlreiche Fachkräfte verfügt, die seit Jahrzehnten im Betrieb sind, fand vor wenigen Jahren ein von der Gründerfamilie Englram vorbereiteter Wechsel in der Geschäftsführung statt. Joachim Brucker und Wolfgang Ulrich erläuterten, dass der Markt im zurückliegenden Jahrzehnt permanente Investitionen in moderne Technik verlangt habe. Mit 4 leistungsfähigen Druckmaschinen können heute von einer Belegschaft von 25 Personen unter Verwendung Ökofarben hochwertige Druckerzeugnisse hergestellt werden. Dabei können nahezu alle Arbeitsschritte vom Entwurf bis zum fertigen Erzeugnis im eigenen Betrieb hergestellt werden. Die Geschäftsleitung nutzte die Gelegenheit zur Aussprache mit dem Bundestagsabgeordneten. In den letzten Jahren liege der Erfolg der mittelständigen Druckerei in der Fähigkeit flexibel auch auf spezielle Kundenwünsche reagieren zu können. Die Auftragserteilung erfolgt heute kurzfristig. Das Unternehmen wird täglich mit Rohmaterial beliefert.
Bei der Sozialstation erhielt Norbert Schindler in den neuen Räumlichkeiten in der Langgasse einen Einblick in das gesamte Leistungsangebot der Sozialstation.
Vorsitzender Michael Raquet berichtete, dass das „mittelständige Unternehmen“ Sozialstation mit 65, davon 40 hauptamtlichen Mitarbeitern, hart kalkulieren müsse und auf die Unterstützung der kirchlichen Krankenpflegeorganisationen angewiesen sei. „Wir haben das Problem“, so Raquet, „dass die Krankenkassen nur ganz bestimmte Leistungen erstatten. Der Dienst am Nächsten kann dabei oft nicht im gewünschten Umfang geleistet werden“.
Die Leiterin des Pflegedienstes Jaroslava Schupp berichtete, dass es den Service der seit kurzem vom Gesetzgeber geregelten Pflegestützpunkte, bei der Sozialstation Mittelhaardt schon seit Jahren gut funktionierende Wirklichkeit sei. Die Beratungs- und Koordinierungsstelle der Sozialstation berate seit vielen Jahren Patienten und Angehörige über die Möglichkeiten der ambulanten Pflege, der mobilen sozialen Dienste, der Nachbarschaftshilfe, der Betreuung von Demenzkranken, dem Hausnotruf, sowie der stationären und teilstationären Hilfsangebote.
MdB Norbert Schindler zog daraus die Schussfolgerung, dass die Einrichtung von Pflegestützpunkten natürlich dort in ländlichen Gegenden Sinn mache, wo ein entsprechendes Serviceangebot nicht vorhanden sei. In Haßloch sei dies jedoch nicht notwendig.
In die Arbeitsweise der Sozialstation gaben neben Schupp und Raquet auch die Sachbearbeiterinnen Bärbel Illy und Nicole Seiler Einblick. Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld hob hervor, dass das Leistungsspektrum der Sozialstation gemeinsam mit den weiteren in Haßloch tätigen sozialen Einrichtungen ein umfassendes Angebot der ambulanten Pflege beinhalte.
















