Vortrag im K4 zu den Ausgrabungen zur Jungsteinzeit

Seit einem Jahrzehnt finden im Bereich der Weisengasse in Haßloch Grabungen statt. Ein studentisches Grabungsteam aus Heidelberg ist dort jährlich im Einsatz, um nach Befunden aus der linienbandkeramischen Kultur zu graben. Diese Arbeit soll nun in einem Vortrag beleuchtet werden.

Vor 10 Jahren hat das Heidelberger Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie begonnen, in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Speyer der Landesarchäologie und unterstützt von der Gemeinde Haßloch, eine ausgedehnte Siedlung der jungsteinzeitlichen Kultur der Linienbandkeramik (ca. 5400-5000 v. Chr.) systematisch zu erforschen. Die dabei freigelegten Haus- und Siedlungsstrukturen haben Haßloch zu einem der wichtigsten Orte der frühneolithischen Siedlungsforschung im Südwesten Deutschlands gemacht.

Seit 2008 kommt nahezu jährlich ein studentisches Grabungsteam unter der Leitung von Dr. Carsten Casselmann nach Haßloch und nutzt die Zeit vorm Beginn des Sommersemesters, um im Großdorf nach Befunden aus der linienbandkeramischen Kultur zu graben (im Bereich der Weisengasse nahe der KiTa „Kleine Freunde). Auf dem Gelände haben die an der Lehrgrabung beteiligten Studenten in 2017 ein Grab entdeckt, in denen ein Skelett lag, das vermutlich aus der linienbandkeramischen Kultur (Jungsteinzeit) stammt. Auch in den vorangegangenen Jahren konnten die Studenten immer wieder entsprechende Befunde vermelden. Dazu gehören unter anderem Pfeilspitzen oder als Werkzeug verwendete Steine aus der damaligen Zeit. Auch Architekturbefunde, wie bandkeramische Hauswandgräbchen und Pfostenstellungen, konnten in der Vergangenheit durch die Studenten sichtbar gemacht werden.

Da Haßlocher Grabung nun inzwischen seit 10 Jahren stattfinden, hatte der neu konstituierte „Arbeitskreis Kunst“ die Idee, im Rahmen eines Vortrags die bisherige Arbeit zu beleuchten und interessierten Zuhörern einen Einblick zu ermöglichen. Der zuständige Erste Beigeordnete Tobias Meyer begrüßte die Idee und freut sich, am Montag, den 22. Januar 2018 Professor Dr Joseph Maran und Dr. Carsten Casselmann von dem Heidelberger Institut in Haßloch begrüßen zu dürfen. In ihrem Vortrag werden Maran und Casselmann interessierten Bürgerinnen und Bürgern unter anderem allgemeine Informationen zu den ersten Bauern Mitteleuropas vermitteln und Erkenntnisse präsentieren, die bei den langjährigen Ausgrabungen in der bandkeramischen Siedlung gewonnen wurden. Der Vortrag findet im Haßlocher Kulturviereck statt und beginnt am 22. Januar 2018 um 18:30 Uhr. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Informationen zu den Referenten:

Professor Joseph Maran ist seit 1996 Direktor des Heidelberger Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Jungsteinzeit und Bronzezeit zwischen Mitteleuropa und dem Ostmittelmeerraum. Neben Ausgrabungen in Deutschland leitet Maran die Forschungen am mykenischen Palastzentrum und UNESCO-Weltkulturerbe Tiryns (Peloponnes, Griechenland).

Dr. Carsten Casselmann arbeitet seit 1998 am Heidelberger Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie. Seit 2001 ist er vor allem für die Ausbildung der Studierenden in den Bereichen Vermessungskunde und Grabungstechnik zuständig, wozu er seit 2002 Lehrgrabungen durchführt. Seit 2008 gehört dazu die derzeitige Institutslehrgrabung in Haßloch im Bereich der Weisengasse südlich des Kindergartens „Kleine Freunde“.