Neues Gerät zur Wegpflege getestet

Die Gemeinde hat ein neues Wegpflegegerät getestet und im Rahmen eines Pilotprojektes in den vergangenen Wochen fünf unterschiedlich beschaffene Wege im Großdorf mit dieser Maschine bearbeitet. Diese Wege werden nun genau beobachtet. Auch Bürgerinnen und Bürger können ihre Meinung zu den bearbeiteten Wegen abgeben.

In Haßloch gibt es ein mehr als 100 Kilometer langes Wegenetz an Feld-, Wald- und Wirtschaftswegen. Rund 67 Kilometer sind Erdwege, 26 Kilometer Schotterwege und 43 Kilometer befestigte Wege. Hinzu kommen mehrere Kilometer Waldweg. Viele dieser Wege sind durch Fahrspuren und Schlaglöcher in keinem allzu guten Zustand. Die Bearbeitung und Pflege ist aufwendig und mit herkömmlichen Mitteln zeitlich kaum machbar. In der Regel kann die Gemeinde maximal fünf Kilometer Wegenetz pro Jahr auf Vordermann bringen. Deshalb hat man nach Alternativen gesucht und diese in einer Wegpflegemaschine gefunden. Mit dieser Maschine können nämlich bis zu 5 Kilometer Wegenetz pro Tag bearbeitet werden. Bereits im Dezember letzten Jahres wurde der Gemeinde die Maschine vorgeführt. Nun hat man sie im Rahmen eines Pilotprojektes auf fünf unterschiedlich beschaffenen Wegen im Großdorf getestet. Insgesamt 3140 Wegemeter wurden in den vergangenen Wochen mit dem Gerät bearbeitet.

Spielweg:
Der Spielweg wurde auf einer Länge von 535 Metern zwischen Kreisel Hubertushof und Sägmühler Richtstelle bearbeitet. Mit dem Wegpflegegerät wurde der vorhandene Weg in einem ersten Schritt aufgebrochen und somit der Boden auf einer Tiefe von etwa 15cm gelockert und gelöst. Im Anschluss daran wurde ein Sand- und Splittbelag aufgetragen, um eine für Radfahrer und Spaziergänger angenehmere Oberfläche herzustellen. Es folgte eine Bewässerung des Materials, damit sich dieses besser verarbeiten und verdichten lässt. Anschließend ist erneut das Wegpflegegerät über den Weg gefahren, um die Oberfläche zu profilieren und herzurichten. Danach folgte eine erneute Bewässerung zur Verdichtung des Materials. Die Bewässerung ist allerdings witterungsabhängig – im Frühjahr und im Herbst kann man auf den Schritt der Bewässerung auch verzichten, da der Boden zu diesen Jahreszeiten in der Regel genug Feuchtigkeit vorhält, erläutert Hans-Jürgen Bub, Dipl. Ing. Landespflege bei der Gemeindeverwaltung.

Wehlache:
Dieser Weg wurde auf seiner kompletten Länge von 1055 Metern bearbeitet. Auch hier hat die Maschine den Weg zunächst aufgebrochen. Ebenso entschied man sich im Anschluss daran, Feinmaterial in Form von Brechsand aufzutragen, um als Endergebnis eine für Radfahrer, Fußgänger und Freizeitsportler angenehmere Oberfläche vorhalten zu können (die Wehlache ist ein für die Naherholung stark frequentierter Weg). Es folgte die Bewässerung zur Verdichtung und besseren Verarbeitung des aufgetragenen Materials. Im Anschluss fuhr erneut das Wegpflegegerät drüber und stellte die endgültige Oberfläche her.

Mußbacher Weg:
Ähnlich wie in der Wehlache ging man auch beim Mußbacher Weg vor. Dieser wurde auf einer Länge von 825 Metern bearbeitet, indem man zunächst den Boden gelockert und gelöst hat. Es folgte das Auftragen von Brechsand sowie die anschließende Bewässerung. Danach übernahm das Wegpflegegerät das Herrichten und Profilieren der endgültigen Oberfläche.


Das Bild zeigt den Arbeitsfortschritt im Mußbacher Weg und bietet einen guten Vorher/Nachher-Vergleich.

Querweg:
Der Querweg zur Neustadter Straße (ab Mußbacher Weg) wurde auf einer Länge von 325 Metern bearbeitet. Da der Weg schwerpunktmäßig durch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge oder Privatautos benutzt wird, muss die Oberflächenbeschaffenheit nicht ganz so fein sein wie bei einem durch Fußgänger und Radfahrer frequentierten Weg. Aus dem Grund verzichtete man hier auf das Auftragen von zusätzlichem Material. Man beschränkte sich auf die Arbeit mit dem vorhandenen Bodenmaterial. Dieses wurde auch hier mit der Maschine aufgelockert, bewässert und anschließend wieder verdichtet.

Leisböhlweg:
Ähnlich wie im Querweg konnte auch hier auf das Auftragen von zusätzlichem Material verzichtet werden. Der Weg wurde auf einer Länge von 400 Metern aufgelockert anschließend mit dem Wegpflegegerät wieder verdichtet.

Alle fünf Wege sollen nun im Laufe der nächsten neun Monate getestet und beobachtet werden, erklärt der zuständige Beigeordnete und Umweltdezernent Dieter Schuhmacher. In dem Zusammenhang sind auch die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, die bearbeiteten Wege zu nutzen und ihre Meinung der Verwaltung mitzuteilen. Sind die Wege besser nutzbar als vorher? Gibt es trotz Bearbeitung durch das Wegpflegegerät noch Aspekte, die negativ ins Auge fallen? Lob sowie Kritik zu den bearbeiteten Wegen kann per E-Mail an oder auch telefonisch bei Hans-Jürgen Bub unter 06324-935 266 abgegeben werden.

Im Frühjahr nächsten Jahres sollen dann sämtliche Beobachtungen zusammengetragen und ausgewertet werden. Anhand der Auswertung wird sich dann zeigen, ob sich das Wegpflegegerät bewährt hat und eine Anschaffung lohnenswert ist. Die letztendliche Entscheidung trifft dann der Gemeinderat.